Cartons (franz.).

Nachträglich gedruckte Ergänzungs- oder Ersatzblätter. Cartons werden hergestellt, wenn aus irgendwelchen Gründen, z.B. Zensur oder später festgestellte größere Fehler, eine Korrektur oder Ergänzung notwendig ist. In fertige Bücher werden die Cartons vom Buchbinder eingeklebt. Bei so genannten Titelausgaben wird das alte Titelblatt entfernt und ein neues in Form von Cartons eingeklebt. Vgl. auch Tektur.

Census.

Verzeichnis aller Exemplare eines Buchs, z.B. bei seltenen Werken (Gutenberg-Bibel oder De Revolutionibus Orbium Coelestium des Nikolaus Kopernikus u.ä.) üblich. Der Census gibt stets auch die Standorte der verzeichneten Exemplare an.

Chagrin (franz., von türk. zâgri = „Eselsrücken“).

Eigentlich die Bezeichnung für Esels- und Maultier - leder mit kleiner und körniger, künstlich aufgepresster Narbe. Wenn sonstige Einband-Überzugsstoffe mit einer ähnlichen Prägung versehen sind, werden sie dementsprechend bezeichnet, z.B. als Chagrinpapier.

Chalkographie (griech. chalkos = „Kupfer“).

Soviel wie Kupferstich bzw. Kupferstechkunst.

Chamois (franz. „Gemse“).

Weiches Gemsleder, häufig zum Ausfüttern der Schuber verwendet. Daraus abgeleitet als Farbbezeichnung für schwach gelblichbraunes Papier gebräuchlich.

Chinapapier.

Besonders weiches, saugfähiges, meist leicht gelbliches Papier, das hauptsächlich für Kupferstiche, insbesondere für Radierungen verwendet wird. Nicht zu verwechseln mit dem eigentlichen chinesischen Papier aus Reisstroh und ähnlichen Rohstoffen. Um besonders feine Abzüge zu erzielen, wird auf den Kupferdruckkarton vielfach ein angefeuchtetes, mit Kleister bestrichenes Blatt Chinapapier aufgelegt, das sich beim Druckvorgang fest mit dem Untergrund verbindet. In Antiquariatskatalogen meist als aufgewalztes China bezeichnet.

Chrestomathie.

Auswahl aus Schriftstellern, Musterstücken besonders für den Unterricht.

Chromo- (griech.-lat.-franz. chrom-).

Soviel wie Farbe, farbig. Vor allem als Chromolithographie für die mehrfarbige Lithographie geläufig, aber auch in anderen Zusammensetzungen üblich. Chromopapier ist einseitig gestrichenes Papier für Stein- oder Offsetdruck. Der Strich, oft etwas glänzend und in zarten Farben (gelb, hellblau, rosa), ist meist ein deutlich sichtbarer Auftrag, mitunter unter Zusatz von Kreide. Chromotypie bezeichnet den Druck farbiger Autotypien (Drei- oder Vierfarbdruck). Im weiteren Sinn jeder farbige Druck.

Chromolithographie.

Mehrfarben-Steindruck, bei dem anders als beim Drei- oder Vierfarbdruck jede Farbnuance einzeln ausgedruckt wird. Der Lithograph muss mit viel Farbgefühl die Vorlagen oft auf 15 bis 20 oder mehr lithographische Steine aufteilen. Die Farbbilder bewahren dadurch ihren original graphischen Charakter. Vielfach wird allerdings der farbige Flachdruck allgemein als Chromolithographie be zeichnet, also z.B. auch Zink- und Offsetdruck mit Farben.

Congrevedruck.

Ein von Sir William Congreve (1772–1828) erfundenes, fast nur in England verwendetes Verfahren für den Mehrfarbendruck, bei welchem eine Metallplatte in so viele genau ineinander passende Teile zerlegt wird, wie der Druck Farben zeigen soll; diese Teile werden einzeln eingefärbt, vor dem Druck aber wieder zusammengefügt und dann in einem Arbeitsgang gedruckt. Verwendet wurde diese Technik überwiegend für die Herstellung von Wertpapieren und Etiketten.

Corrigenda.

Soviel wie Druckfehlerverzeichnis.

Cul-de-lampe.

Verzierung (Vignette) am Schluss eines Buches oder Kapitels. Der Name entstand aus der Form: meist ein nach unten spitz zulaufendes Ornament, das an einen umgedrehten Lampenfuß erinnert.


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