Hadernpapier.

Ganz oder überwiegend aus Lumpen hergestelltes Papier. Teurer und dauerhafter als Papier aus Holz oder Stroh. Hadernpapiere für den Druck sind aus Baumwollfasern, Schreibpapiere eher aus Leinen.

Halblederband, Halbleinen, Halbpergament.

Ein Halbband liegt dann vor, wenn der Buchrücken mit einem anderen Werkstoff bezogen ist als die Deckel. Die Bezeichnung des Einbands richtet sich nach dem Bezugsstoff des Rückens, z.B. Halbleder-, Halbleinen-, Halbpergament-Band.

Handvergoldung

nennt man das handwerkliche Verzieren des Bucheinbands mit Gold im Gegensatz zur maschinellen Pressvergoldung. Die Handvergoldung kann nur bei kleinen Mustern angewendet werden, denn für größere Flächen reicht der mit der Hand ausübbare Druck nicht aus. Hitze, Grundiermittel und Druck ermöglichen eine dauerhafte Verbindung zwischen dem Bezugsmaterial des Einbands und dem Gold.

Hardcover.

Soviel wie fester, steifer Einband. Unspezifische Einbandangabe, die sich leider in zunehmendem Maß in Buchbeschreibungen im Internet findet. Für die Beschreibung antiquarischer Bücher sollte unbedingt eine genauere Bezeichnung verwendet werden, beispielsweise Ln./Lwd. (Leinen), Hln./Hlwd. (Halbleinen), Ldr./Hldr. (Leder/Halbleder), Pp. (Pappe) usw. Ursprünglich war die Unterscheidung Hardcover und Softcover oder Paperback bzw. im deutschen Sprachraum geb. (gebunden) und brosch. (broschiert) im Sortimentsbuchhandel üblich, wo eine solch grobe Unterscheidung sinnvoll und meist auch ausreichend ist. Der Antiquariatsbuchhandel stellt allerdings völlig andere Anforderungen, hier sind diese Bezeichnungen untauglich.

Heliogravüre

(griech., auch Photogravüre genannt).  Ein Handpressen-Tiefdruckverfahren. Zunächst wird ein lichtempfindliches Pigmentpapier belichtet und in feuchtem Zustand auf die Druckwalze gequetscht. Wie beim Aquatintaverfahren ist die Platte mit aufgeschmolzenemAsphaltstaubkorn versehen. Das Träger papier lässt sich abziehen und die belichtete Gelatineschicht (das Diapositiv) bleibt allein auf der Druck - platte. Sie ist je nach Lichtwerten verschieden stark gequollen, in dunklen Partien dünn, in den hellsten am dicksten. In mehreren Eisenchloridbädern wird die Platte so geätzt, dass sie in den hellen Partien nur leicht angegriffen, in den dunklen dagegen tief geätzt wird. Nach Auswaschen und eventuell Nacharbeiten ist die Platte druckfertig. Der Druck erfolgt in der Handpresse, was große Auflagen ausschließt. Das Verfahren gestattet Drucke von außerordentlicher Schönheit und Originaltreue und zeichnet sich durch besondere Weichheit und Wärme des Tones aus. Es wurde 1878 von dem Wiener Maler Karl Klic erfunden. An die Stelle der Heliogravüre trat jedoch bald  der ebenfalls von Klic entwickelte Rastertiefdruck.

Hochdruck.

Sammelbezeichnung für Druckverfahren, bei denen die druckenden Teile der Druckplatte (z.B. die Buchstaben) gegenüber den nichtdruckenden erhaben sind, d.h. hochstehen. Es werden nur die erhabenen Teile mit Farbe eingewalzt, sie geben diese beim Druck auf das Papier ab. Durch den Druck werden die erhabenen Teile so auf bzw. ins Papier gedrückt, dass sie als schwache Prägung auf der Rück - seite fühlbar sind. Im Gegensatz dazu stehen der Flach- und der Tiefdruck. Die bekanntesten Hochdruckverfahren sind der Buchdruck und der Holzschnitt.

Holzfreie-, holzhaltige Papiere.

Holzfreie Papiere nennt man Papiersorten, die höchstens 5 Prozent Holzschliff enthalten. Da aber holzfreie Papiere trotzdem ausschließlich aus Holzzellstoff bestehen können, müsste die korrekte Bezeichnung eigentlich „holzschliff-frei“ heißen. Holzfreie Papiere sind wesentlich haltbarer und vergilben weniger schnell. Papiere vergilben um so schneller, je höher der Holzschliffgehalt ist (von 6 Prozent bis über 80 Prozent bei Zeitungspapieren). Dann werden sie auch brüchig, ein Problem, das bei Büchern und besonders Kleinschriften aus der unmittelbaren Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg häufig auftritt.

Holzschnitt.

Das älteste Illustrationsverfahren. Der Holzschnitt trat schon vor Johann Gutenberg in den Holztafeldrucken auf (vgl. Blockbücher). Zur Herstellung eines Holzschnitts wird auf ein Stück Holz das gewünschte Bild aufgezeichnet. Mit einem Messer fährt der Holzschneider links und rechts dieser Umrisslinien entlang. Dann wird alles, was im Abdruck weiß erscheint, ausgehoben. Die Zeichnung ist, bedingt durch die Faserung des Holzes, verhältnismäßig grob. Das Holz wird nun eingefärbt, das Blatt aufgelegt und durch Andrücken mit einem Ballen (Abreiben) oder in der Buchdruckerpresse gedruckt, wobei es sich so tief eindrückt, dass die Linien auf der Rückseite des Papiers deutlich als leicht erhaben fühlbar sind.

Holzstich

(griech. Xylographie = „Holzschneidekunst“). Diese spezielle Technik des Holzschnitts kam im 18. Jahrhundert auf. Dazu ist Hirnholz nötig: quer zur Faserrichtung aus dem Holzblock (meist Buchsbaum oder Akazie) geschnittene Tafeln. Der Holz - stecher verwendet feine Grabstichel und hebt eng aneinanderliegende Linien aus, weshalb auch nuancierte Schattenübergänge möglich sind. Werden dabei größere Flächen durch senkrecht aufeinanderstehende Linienführung in Punkte verschiedener Größe aufgelöst, ähnlich dem Raster, spricht man auch von Tonschnitt.

Homonym.

In der Sprachwissenschaft zwei gleichlautende Wörter. Im Antiquariatsbuchhandel der Deckname (Pseudonym), der aus einem klassischen Namen besteht (z.B.: Ajax = Johann Christoph Adelung / Laokoon = Wilhelm Edler / Triton = Adolf Goetz).


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