21.08.2017
Kategorie: Personalia

Drei Fragen an Clemens Paulusch

Ein neues Mitglied im Verband


Clemens Paulusch ist gewissermaßen familiär vorbelastet, denn sein Vater und auch sein Großvater waren schon Antiquare. Er interessierte sich seit frühester Jugend für Geografie und Geschichte und als Verbindung natürlich für alte Karten. Da lag es nahe, irgendwann – nach einigen fachfremden Jahren – ein Antiquariat für Landkarten und Stadtansichten zu gründen. Dies war 2011 in Berlin. 2016 konnte er das renommierte Antiquariat Struck, ebenfalls in Berlin, übernehmen.

• Welche Schwerpunkte haben Sie?
Mein Schwerpunkt liegt in der Grafik, hier vor allem bei Landkarten und Stadtansichten aus aller Welt des 15. bis 19. Jahrhunderts. Aber auch allgemeine dekorative Grafik wie Tier- und Pflanzendarstellungen sowie Porträts.

• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
Wir legen durchaus noch einen großen Wert auf gedruckte Kataloge und publizieren derzeit ca. acht illustrierte Kataloge zu verschiedenen Themen im Jahr. Allein 2017 sind bisher schon zwei Kataloge der Neuzugänge, ein Katalog zu Rosenbergs Berlin-Veduten und Deutschland Teil 1: Mitteldeutschland (der Auftakt der 6-teiligen Deutschland-Reihe) erschienen; es folgen die Teile 2 (Norddeutschland) und 3 (Berlin-Brandenburg) im September respektive November, darüber hinaus ein Katalog mit Weihnachtsangeboten im Oktober sowie ein Katalog Österreich im November. Messen dienen im Moment mehr zur Kontaktpflege und spielen im Gesamtumsatz nur eine untergeordnete Rolle, auch wenn wir in diesem Jahr auf sechs Messen vertreten waren und sein werden: Stuttgart im Januar, eine Kartenmesse in Mailand im Februar, Leipzig im März, die Kartenmesse in London im Juni, die neue Kartenmesse in Rom im September sowie als Abschluss die BuchWien im November.
Das Internet spielt eine wichtige Rolle und wenn unsere Homepage endlich neu aufgesetzt sein wird, dann womöglich eine noch wichtigere. Trotz guter Lage in Berlin-Mitte ist das Ladenlokal vom Umsatz auch eher zu vernachlässigen, es spielt für den Ankauf eine größere Rolle. Viel wichtiger sind für uns die persönlichen Angebote, die wir an Kunden versenden.

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
Ein guter Antiquar handelt mit Dingen, die ihm selbst gefallen und ist immer auch ein Sammler auf Zeit, hat aber nicht die geringsten Probleme, sich von den Objekten wieder zu trennen. Ich denke, ein Kunde merkt, wenn ein Händler einen gewissen Enthusiasmus für die eigene Ware an den Tag legt. Ein guter Antiquar hat ein gutes Gedächtnis, er muss nicht alles wissen, aber er muss wissen, wo er nachschlagen kann. Ein guter Antiquar ist schnell, wenn es darum geht, ein Geschäft zu realisieren, hat aber auch die Muße, mitunter Jahre auf den richtigen Kunden warten zu können. Und ein guter Antiquar ist gut vernetzt, denn der persönliche Kontakt zu Sammlungsleitern oder Bibliothekaren (m/w) hilft nicht nur in Zeiten der knappen Kassen, ein Objekt an die öffentliche Hand zu verkaufen, sondern es hilft vor allem bei der Recherche.

 

www.antiquariat-paulusch.de


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57. Stuttgarter Antiquariatsmesse
26. bis 28. Januar 2018
Kunstgebäude am Schlossplatz

www.stuttgarter-antiquariatsmesse.de

 

Verband Deutscher Antiquare e.V.

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