23.04.2018
Kategorie: Ausstellungen, Veranstaltungen

Unbedingt sehenswert: Venezianische Buchkunst der Renaissance

»Hinter dem Pergament die Welt« lautet der Titel der Ausstellung, die noch bis zum 10. Juni im Dommuseum Frankfurt a. M. zu besichtigen ist – und er verspricht nicht zu viel.


Gezeigt werden Inkunabeln aus der Sammlung des Kaufmanns Peter Ugelheimer, die heute in verschiedenen Bibliotheken als besondere Schätze gehütet werden.

Peter Ugelheimer entstammte einer wohlhabenden, im Fernhandel aktiven Frankfurter Kaufmannsfamilie. Im Alter von 30 Jahren, 1476, verlegte er Geschäft und Wohnsitz nach Venedig, blieb aber durch seine Brüder, darunter Johann, der Kanoniker am Kaiserdom St. Bartholomäus war, mit Frankfurt in Verbindung.

Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner, dem französischen Drucker und Schriftentwerfer Nicolas Jenson, gründete Ugelheimer eine Druck- und Handelsgesellschaft; er hatte den Buchdruck als zukunftsträchtige Technologie erkannt und verkaufte seine Bücher in Italien und nördlich der Alpen. Es waren Übersetzungen antiker Schriften, Kirchenrechtsbücher (bei denen etwa die Kommentare in kleineren Typen um den Text herum gesetzt wurden) und theologische Traktate. Nach seinem Tod 1488 führte Ehefrau Margarete die Geschäfte fort.

Die Ausstellung im Dommuseum beschreibt das historische Umfeld, präsentiert aber vor allem die unglaubliche, in seiner Zeit qualitätsvollste Privatsammlung mit illuminierten Handschriften und Inkunabeln: Die besten Buchmaler Oberitaliens statteten die Werke mit ganzseitigen Miniaturen aus, eine venezianische Werkstatt fertigte die Bucheinbände nach orientalischen Vorbildern.

Entdecken kann man etwa die erste gedruckte Stadtansicht Venedigs von Erhard Reuwich, Jensons schöne Antiqua-Type, die die Minuskelschrift der Humanisten nachahmt, oder parallele Drucke auf Pergament und Papier, die man selten nebeneinander vergleichen kann.

Unbedingt ansehen und genügend Zeit mitbringen!

 

http://www.dommuseum-frankfurt.de/start.htm

 


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hf