Messekatalog
Galerie Valentien (Stand 2 )
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Kunst des 20. Jahrhunderts · Gemälde · Graphik · Illustrierte Bücher
Baumeister, Willi. Acht Original-Lithos, 1947. Mappe mit lithographiertem Umschlag und acht Lithographien, gedruckt auf der "Eidos-Handpresse" von Alfred Eichhorn, Stuttgart. Vorwort von Heinz Rasch, 23x17cm.
Spielmann/Felicitas Baumeister 86-93 u. 110. Von der Mappe wurde laut Impressum "eine kleine Auflage" hergestellt. Laut WV jedoch sollen es "105 signierte und nummerierte Exemplare" sein. Die Wahrheit dürfte in der Mitte liegen. Von den acht vorliegenden Lithos sind sieben signiert und zumeist bezeichnet mit "Lithos" oder "L". S./B. 89 ist nicht signiert und abweichend von der Auflage mit einer von Hand ausgeführten Umrahmung in Buntstift versehen. Fünf Blätter der vorliegenden Mappe sind vom Künstler mit Aquarell übergangen, was lt. WV nur für einen Teil der Auflage gilt. Das lt. WV letzte Blatt der Mappe, S./B. 94 fehlt, stattdessen ist S./B. 110 "Lyrisch" in einer aquarellierten Fassung beigegeben. Die Blätter gut erhalten, der Umschlag mit Gebrauchsspuren.
Preis: 3500,- EUR
Baumeister, Willi. Faust schwebend, 1952. Serigraphie auf Faltprospekt für die Ausstellungen von Serigraphien in den westdeutschen Amerika-Häusern. 21x30 cm.
Spielmann/Felicitas Baumeister 188. Auflage ca. 500 Expl. Die von Poldi Domberger hergestellte Serigraphie enthält rückseitig Texte von Will Grohmann (zur unterschiedlichen Rezeption des Siebdrucks in den USA und Europa) und Domberger, der die technischen Grundlagen des damals noch jungen Druckverfahrens erläutert. Interessantes Dokument zur Einführung des Siebdrucks in Deutschland aus der Feder des Pioniers dieses künstlerischen Druckverfahrens. Selten.
Preis: 250,- EUR
Dix, Otto. Beschiessung von St. Quentin, 1918. Tuschpinselzeichnung laviert, auf gelblichem Papier, rechts unten signiert, rückseitig bezeichnet "St. Quentin", 39,8x37,9 cm.
Lorenz WK 7.0.7, Provenienz: Otto Dix Stiftung. Ausstellungen: 1971 Säckingen, Kunstverein Hochrhein, "Otto Dix", Kat. Nr. 42. 1975 Karlsruhe, Badischer Kunstverein, "Otto Dix. Zeichnungen", Kat. Nr. 9. 1977 Lissabon, Fundacao Calouste Gulbenkian, Goethe-Institut Lisboa, "Otto Dix", Kat. Abb. Nr. 37. 1980 Frankfurt/M., Jahrhunderthalle Hoechst, "Otto Dix. Ölbilder, Aquarelle, Zeichnungen und Druckgraphik", Kat. Nr. 33. 1981 Bregenz, Künstlerhaus Palais Thurn und Taxis, "Otto Dix 1891-1969. Zur 90. Wiederkehr seines Geburtstages". 1991 Stuttgart, Galerie der Stadt, "Otto Dix", Kat. S. 337, Nr. 1956.7. 1991/92 Berlin, Nationalgalerie, "Otto Dix", Kat. S. 337, Nr. 1956.7. 1998 Saint Paul, Fondation Maeght, "Otto Dix. Metropolis", Kat. Nr. 142, Abb. S. 63. Obwohl Otto Dix während des ersten Weltkrieges zumeist als Frontsoldat eingesetzt war, schuf er in diesen Jahren ein umfangreiches Werk an Zeichnungen, Gouachen und Aquarellen. Mehr als 600 Arbeiten sind es und sie alle haben das Kriegsgeschehen zum Gegenstand und künden von der Intensität, mit der der Künstler dieses Menschheitsdrama erlebte. Dix war sich wohl schon damals der Bedeutung dieser einzigartigen künstlerischen Dokumentation bewusst, denn er sorgte mit Umsicht für eine sichere Verwahrung der im "Tornisterformat" ausgeführten Blätter, indem er sie jeweils in kleinen Konvoluten nach Dresden sandte. Man könnte zugespitzt sagen, ein Künstler wie Dix musste geboren werden, um als unerbitterlicher Zeuge ein künstlerisches Gegenbild dieser gewaltgeprägten Jahre zu schaffen. Das vorliegende Blatt ist im letzten Kriegsjahr entstanden, vermutlich im September, als kriegerische Auseinandersetzungen um St. Quentin (östlich von Amiens) stattfanden. Es gehört in die Reihe der größerformatigen schwarzen Tuschblätter, die im Werkverzeichnis von Ulrike Lorenz unter der Überschrift "Das schwarze Ende des Krieges: Sinnbilder in Tusche und Kreide (1918)" erfasst sind. Lorenz schreibt weiter: "Von Gegenständlichkeit weitgehend befreite Szenarien erweisen sich als düstere Endzeitvisionen. Die Realität des Grabenkrieges wird zur Surrealität eines Weltuntergangs stilisiert" (U. Lorenz, Werkverzeichnis der Zeichnungen und Pastelle, Weimar 2003, Bd 1, S. 466) (Siehe Abbildung)
Preis: 35000,- EUR
Dix, Otto. Trümmer, 1915. Bleistiftzeichnung auf braunem Papier, rechts unten signiert und datiert, 28,4x28,4 cm.
Lorenz WK 5.3.26. Provenienz: Galerie Günther Franke, München. Eine der "Kriegszeichnungen", wie sie Dix üblicherweise ausgeführt hat: Auf braunem Papier und kleiner im Format als die "Beschiessung von Quentin" (vgl. vorige Katalog Nummer).
Preis: 14000,- EUR
Dix, Otto. Katzen, 1920, Holzschnitt, signiert, datiert, betitelt und auf 30 Exemplare nummeriert.
Karsch 28 b (von b). Die Darstellung bezieht sich auf ein Gedicht, das Theodor Däubler unter dem Titel "Katzen" in seinem Gedichtzyklus "Die Gasse" veröffentlicht hat. Außer der Graphik hat Dix ein Gemälde dem Thema gewidmet. Auf die Beziehung von Holzschnitt und Gemälde zu Nietzsche hat Conzelmann hingewiesen (O. Conzelmann, Der andere Dix, Stuttgart 1983, S. 216).
Preis: 16600,- EUR
Dix, Otto. Tod und Auferstehung (Begräbnis), 1922, Probedruck der Radierung, signiert, datiert und betitelt sowie vom Künstler bezeichnet: "I. Probedruck I. Zustand".
Karsch 48 I (von II). Unikat, Provenienz: Atelier Otto Dix. Es handelt sich um den bei Karsch erwähnten einzigen Probedruck des ersten Zustandes, vor vielen Veränderungen gegenüber dem 2. und endgültigen Zustand, der in einer Auflage von 50 Exemplaren in der Mappe "Tod und Auferstehung" erschienen ist. Otto Dix, der nach den Jahren an der Front desillusioniert ins Zivilleben zurückgekehrt ist, gibt in diesen Blättern einen Eindruck von den Schattenseiten der "goldenen zwanziger Jahre".
Preis: 16500,- EUR
Conzelmann, Otto. Der andere Dix. Sein Bild vom Menschen und vom Krieg, Stuttgart, Klett-Cotta 1983, 276 S., 359 teils farbige Abb., 33x25cm, Vorzugsausgabe mit einer von der Original-Kupferplatte abgezogenen Radierung, O-Ln.
Die eingebundene Original-Radierung "Gesehen am Steilhang von Cléry-sur-Somme" (Karsch 97) wurde im Auftrag der Otto-Dix-Stiftung im Jahr 1983 von Volker Sammet von der Original-Kupferplatte abgezogen. Otto Conzelmann, selbst Kriegsteilnehmer, war Dix freundschaftlich verbunden und gilt als einer der besten Kenner nicht nur des Werks des Künstlers, sondern auch seiner Persönlichkeit. In seiner sprachgewaltigen Studie untersucht Conzelmann den frühen Dix bis zum Radierzyklus "Der Krieg" 1924. Insbesondere den Bezügen Dix‘ zur Philosophie Nietzsches wird systematisch nachgegangen.
Preis: 380,- EUR
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