Messekatalog
Norbert Donhofer (Stand 17 )
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Seltene und wertvolle Bücher · Landkarten und Städteansichten · Dekorative Graphik
Äthiopien - Godigno (Godinho), Nicolao: De Abassinorum rebus, déque Aethiopiae Patriarchis Ioanne Nonio Barreto, & Andrea Oviedo, libri tres. Nunc primum in lucem emissi. Lyon, Horace Cardon, 1615. 8 Bll., 414 SS., 1 w. Bl. Pgmt.bd. d.Zt.
De Backer-S. III,1520,2; Fumagalli, Bibliografia Etiopica 1598; Streit 2443; Maggs, Cat. 519,265. Erste und einzige Ausgabe des wichtigen und seltenen Buches zur portugiesischen Missionsgeschichte in Abessinien in der zweiten Hälfte des 16. und am Beginn des 17.Jahrhunderts. Nicolao Godinho aus Lissabon trat 1573 in den Orden der Jesuiten in Coimbra ein. Von 1606 bis zu seinem Tod am 7.Dezember 1616 in Rom war er oberster Zensor der Schriften der portugiesischen Patres. Das Buch gliedert sich in drei Teile. Der erste Teil "De Abassinorum rebus" spricht von Land und Leuten, behandelt die Geschichte der Abessinier und führt vor allem den Nachweis, dass die Abessinier zweifellos vom Glauben abgewichen sind. Er hat vor allem das phantastische Buch des Luis de Urreta im Auge, auf das der Verfasser schon in der Vorrede anspielt. Der zweite Teil behandelt das Leben und die Tätigkeit des Joao Nunez Barreto in Ceuta, Tetuan, seine Ernennung zum Patriarchen von Aethiopien, seine Reise nach Goa und seinen Tod. Teil drei bringt dann eine Lebensgeschichte des Andrés Oviedo, seinen Eintritt in Aethiopien, die Schwierigkeiten, die sich ihm und seinen Gefährten entgegenstellten, seinen Tod, Wirksamkeit und Tod seiner Gefährten (Streit). Unser Exemplar ist vollständig und in einem schönen, zeitgenössischen Pergamenteinband. Titelblatt mit zwei verschiedenen alten Besitzeinträgen, Titelblatt verso mit altem Besitzerstempel. Durchgehend wenig gebräunt, Teil zwei im oberen Rand mit Wasserrand.
Preis: 5200,- EUR
China - Kircher, Athanasius. China monumentis qua sacris quà profanis, nec non variis naturae & artis spectaculis, aliarumque rerum memorabilium argumentis illustrata, auspiciis Leopoldi primi. Amsterdam, Jan Janszoon van Waesberge & Eliza Weyerstraet, 1667. Mit gestochenem Titelblatt, gest. Porträt, 2 doppelblattgr.gest.Karten, 23 gest. Tafeln (inkl. Yy2) und mehr als 50 Textillustrationen. (XIV), 237, (21) SS. Folio. Späteres Hldr. mit Rückenprägung.
Cordier, Sinica 26; De Backer-S. IV,1063; Streit V,2335. Erste Ausgabe des bedeutenden Werkes, das erstmals alle bedeutenden Informationen zu China, die damals greifbar waren, vereinigt. Kircher sammelte die Berichte, die aus den jesuitischen Missionen in Rom eintrafen, akribisch und gab 1667 diesen splendid illustrierten Folioband heraus, der innerhalb kürzester Zeit nachgedruckt wurde. Allerdings ist dieser Raubdruck bedeutend kleiner im Format und daher lange nicht so beliebt. - "Cordier describes this as "plus belle" than the edition published in the same year by Meurs, which was a pirated reprint, and this results also out of the fact that this real first edition is much taller than the pirated one (ca. 360 x 250 mm against 310 x 210 mm)". - "As a result of his immense learning and wide interests, Kircher acted as a clearing-house for information of all kinds, writing and receiving letters by the hundred. To his study came correspondence from other Jesuits throughout the world, who knew that he would preserve their notes and make the best use of their reports of foreign parts. The discovery in the early seventeenth century at Si-an-fu of a Nestorian Christian inscription in Chinese and Syrian proved that missionaries had reached China by AD 781. But it was the efforts of the Society of Jesus to spread the Catholic faith that really opened European eyes to the existence of vast civilizations totally beyond their knowledge. Having begun in the late sixteenth century, the Jesuit missions were well established by Kircher‘s time, and he himself was a rejected volunteer for service there. Nothing, therefore, was more natural than he should compile a book of their findings, combined with his own perennial researches in religion and linguistics, and issue it in a splendidly illustrated folio. ‘China monumentis‘, while one of his least original works, was in many ways his most significant historically, being the first publication of important documents on oriental geography, geology, zoology, religion and language. Among his sources were Johann Adam Schall, Bento de Goes, Martin Martini, Johann Grueber, Michael Boym, and Heinrich Roth. Grueber, whose return journey had taken three years and led him through Tibet, modern Pakistan, Iran and Turkey, was an accomplished draughtsman and supplied the originals for many of ‘China‘s‘ topographical engravings. Boym provided those of Chinese flora, and transcriptions of Chinese characters that enabled Kircher to publish the first vocabulary of the language. Roth, who travelled with Grueber, had already become adept in Sanskrit, of which he compiled a dictionary. Here again, Kircher‘s ‘China‘ included the first reproduction in the West of the Sanskrit alphabet and grammar." - Unser Exemplar ist vollständig und sehr gut erhalten. Einige kleinere Einrisse wurden fachmännisch geschlossen, der Text hier und da etwas gebräunt. Der Einband wurde wohl gegen Ende des 19.Jahrhunderts erneuert, aber insgesamt ein schönes Exemplar dieses wichtigen Buches.
Preis: 12500,- EUR
Türkei und Russland - Diaz Tanco, Vasco. Türckische Historien. Von der Türcken Ankunfft, Regierung, Königen und Keysern, Kriegn, Schlachten, Victorien und Sigen, wider Christen und Heiden. Von Emptern, Befelchs und Kriegsleuten der Türckischen Soldannen, und wie man wider den Türcken kriegen sol. Item: Von der Türcken Religion unnd Gesatz, vonn irem Gerichts Proceß, von der gemeinen Türcken Leben, Wesen, Handel un(d) Wandel Von deß Türckischen Keysers Hofordnung und Hofgesind... 3 Teile in einem Band. Frankfurt, Georg Rab und Weigand Hahn, 1563. Mit vielen Textholzschnitten. (54), XCIX, (3), CXXII, (4), LXIII ff. Folio. Ldr. d. 17. Jhdts. mit reicher Rückenvergoldung und Rückenschildchen.
Beigebunden: Herberstein, Sigmund von: Moscoviter wunderbare Historien: In welcher deß treffenlichen Grossen land Reußen, sampt der hauptstatt Moscauw und anderer nammhaftigen umligenden Fürstenthumb und stetten gelegenheit, Religion, und seltsame gebreuch: Auch deß erschrockenlichen Großfürsten zu Moscauw härkommen, mannliche tathen, gewalt, un(d) landsordnung, auff das fleyßigest ordentlichen begriffen:... Mit sampt Pauli Jovij Moscovitischer landen, und Georgen Wernhern Ungarischer wunderbaren wasseren beschreibung, auch etlichen schönen figuren und Landstaflen, darzu einem vollkommenen Register bezieret. Basel,Nikolaus Brillinger und Marx Russinger, 1563. Mit drei doppelblattgroßen Holzschnittkarten und 7 (5 beinahe ganzseitigen) Textholzschnitten. 12 ff., CCXV (= 211) pp, (1), 3 ff. - 1) VD 16, D 1382; Göllner 1042; Széchényi II,84; nicht bei Atabey! Erste deutsche Ausgabe. Das Werk ist zunächst eine Übersetzung von Diaz‘ "Libro intitulado Palinodia...", das wiederum eine Kompilation aus Paolo Giovio und anderen Verfassern darstellt. Allerdings muss man Diaz zugute halten, dass er nicht nur eine gewisse Unabhängigkeit seinen Quellen gegenüber einnimmt, sondern diese sogar korrigiert oder kritisiert. Der zweite Teil beruht mehr oder weniger auf dem Bericht des Menavino, der im Alter von 12 Jahren in türkische Gefangenschaft geriet und am Hofe des Sultans erzogen wurde. Ihm verdanken wir die sachliche Schilderung des Lebens im Serail und das Hofzeremoniell. Als dritten Teil hat Müller seiner Übersetzung Aventins "Ursachen des Christen Verderben" und Luthers "Vom Krieg wider die Türken" beigegeben. Die Holzschnitte im ersten Teil bringen die bekannten und schönen Porträts der türkischen Herrscher, beginnend mit Soliman dem Ersten. Vollständig und exzellent erhalten. 2) VD 16, H 2207; Pferschy, S.v. Herberstein (Graz 1989); Ukraine in old maps 34-37. Zweite deutsche Ausgabe, die erste von Herberstein selbst übersetzte, eines legendären Buches. Der österreichische Diplomat verfasste nach einem längeren Aufenthalt in Russland den ersten westlichen Bericht über das Zarenreich, ein Bericht, der das Russlandbild der Europäer über Jahrhunderte bestimmen und beeinflussen sollte. Titelblatt mit der Druckermarke in Holzschnitt, verso mit Porträt des Zaren und Widmungsgedicht, darauf folgen die drei doppelblattgroßen Holzschnittkarten (Gesamtrussland bis nach Indien, das als Herkunftsland der Ungarn bezeichnet wird; Moskauer Siedlungsgebiet und Plan der Stadt Moskau). Unter den übrigen Holzschnitten verdienen derjenige mit der Darstellung russischer Waffen und Rüstungen, Soldaten zu Pferde, Pferdeschlittenfahrt und russischer Bison Beachtung. - Seite CVII bei Seite XCVII eingebunden, aber vollständig. Knapp beschnitten, auch die ornamentale Umrahmung der doppelblattgroßen Karten angeschnitten, sonst sehr sauberes und fleckenfreies Exemplar. Sammelband mit zwei bedeutenden Werken in deutschen Übersetzungen und in einem schönen Einband.
Preis: 14500,- EUR
Ungarn - (Bonbardi, Michael). Topographia magni regni Hungariae, olim a quodam Societatis Jesu Sacerdote conscripta, nunc studio cujusdam ex eadem Societate Sacerdotis emendata & aucta. Wien, Leopold Johann Kaliwoda, 1750. Mit gestochenem Frontispiz (J.D.Herz). (12), 590, (12) SS. Folio. Ldr. d. Zt. mit reicher Rückenvergoldung und dreiseitigem Goldschnitt.
De Backer-S. I,1802,6; Holz.-B. IV,5648; nicht bei Apponyi. Zweite, bedeutend erweiterte Auflage der ungarischen Topographie (erstmals Wien, Voigt, 1718). Der veränderte Titel nennt hier weder den Namen des Tiroler Jesuiten Michael Bonbardi, noch den seines Ordensbruders Trsztyanszki, der das Werk überarbeitete und erweiterte. Der Titel nennt das Werk hier vielmehr eine Prüfungsschrift für Imre Graf Csàky von Keresztszeg am Wiener Theresianum "sub auspiciis" Joseph I. und unter dem Vorsitz von Johann Baptist Piker, der daher auch häufig als Herausgeber genannt wird. Das schöne Frontispiz von Johann Daniel Herz zeigt die thronende Maria Theresia, davor der junge Kronprinz Joseph und Graf Csàky mit einer Karte des Königreichs Ungarn in der Hand. Diese zweite Auflage mit einigen wichtigen Ergänzungen, stellvertretend sei hier etwa der Neubau der Zisterzienserabtei von Zirc genannt. Diese war 1182 durch Béla III. gegründet worden, wurde während der Türkenkriege des 16.Jahrhunderts verwüstet und von 1726 bis 1751 neu errichtet. Unser Exemplar ist vollständig und sehr gut erhalten, fleckenfrei und sehr breitrandig. Titelblatt mit zeitgenössischem Vorbesitzereintrag, der schöne Einband an den Kapitalen und Ecken und Kanten mit kleineren Einrissen.
Preis: 1800,- EUR
Walachei - Bouquet, Michel. Album Valaque. Vues et costumes pittoresques de la Valachie dessinés d‘après nature par Michel Bouquet et lithographiés par Eug. Cicéri, Férogio et M. Bouquet. Paris, Goupil et Vibert, 1843. 12 getönte lith. Tafeln (inkl. Titelblatt). Folio. Papierumschlag der Zeit.
Lipperheide Kc 13; Colas 410; AKL XIII,351. Erste und einzige Ausgabe der prachtvollen Ansichtenfolge der Walachei. Der französische Künstler Michel Bouquet (1807-43) hatte die Walachei seit 1840 bereist. Die Tafeln mit Kostümdarstellungen, Landschaften und Stadtansichten, darunter eine prachtvolle Gesamtansicht von Bukarest auf Tafel 10. Etwas verstaubt und mit kleineren Stockflecken, der zeitgenössische Papierumschlag am Rücken restauriert.
Preis: 2800,- EUR
Francolin, Johann von. Weyland Kaysers Ferdinandi säligister und hochloblichister gedächtnuß/ unnd dem gantzen hochberhümbten hauß von Osterreich angehörig Wappen. Gestellt durch Johann von Francolin/ Römischer Kayserlicher Maiestat Ehrnnholdten. Augsburg, Philipp Ulhart, ca.1560. Mit 96 teilweise kolorierten, blattgroßen Wappenholzschnitten (3), 53 (d.l.w.) Bll. 4°. Hldr.d.19.Jhdts
VD 16, F 2215; ADB VII,247. Erste und einzige Ausgabe, von bekannter Seltenheit! Neben einem Bericht über den Reichstag von 1566 in Augsburg kennen wir vor allen Dingen sein "Turnierbuch" (1561 ?) und das vorliegende Werk von ihm. Die sauber und klar geschnittenen Wappendarstellungen beginnen natürlich mit dem Wappen des Kaisers, Königs von Ungarn, Böhmen, Dalmatien, Kroatien, Sclavonien, Bosnien, Walachei, Serbien, Bulgarien, Kastilien, Leon, Aragon, Sizilien, Granada, Jerusalem, Neapel, Navarra und Toledo, Valencia, Galicia, Mallorca, Minorca, von Spanien und Sardinien usw. bis hin zu den "Insularum Indiarum", dann folgt die Aufzählung der österreichischen und deutschen Besitzungen usw. Etwa die Hälfte der Wappen ist prächtigst altkoloriert, die Wappen von Oram, Utrecht, Oberursel, Greiningen, Falkenberg, Dollheim und Tripolis wurden nicht mehr ausgeführt. Unser Exemplar ist vollständig mit dem letzten weißen Blatt und hervorragend erhalten, ungebräunt und fleckenfrei. Vorderer Innenspiegel mit dem gestochenen Wappen des Edmond Cheneviere und einem zweiten, unbezeichneten Wappen.
Preis: 8000,- EUR
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