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Schöne und wertvolle Bücher des 16. bis 19. Jahrhunderts · Literatur · Naturwissenschaften
Aesop - Camerarius, Joachim (Herausgeber). FABVLAE AESOPI Iam denvo emendativs quam antea editae. AVTORE Ioachimo Camerario Pabergensi. Tübingen: Gruppenbach 1596. Titelblatt mit Holzschnitt-Druckermarke. 430 (richtig 432) Seiten. 7 nnum. Blätter Index mit einem Widmungsgedicht von Petrus Aegidius, Antwerpen. Flexibler Pergamentband der Zeit mit drei durchgezogenen Bünden und handschriftlichem Rückentitel.
Bisher unbekannter Tübinger Druck der Fabeln Aesops in der von dem Humanisten und Philologen Joachim Camerarius (Bamberg 1500-1574 Leipzig) besorgten Ausgabe. Camerarius war von 1535-1541 Professor für griechische Sprache, 1538 auch Rektor an der Universität Tübingen. Die hier vorliegende Ausgabe nicht im VD 16 oder KVK und in keiner der einschlägigen Bibliographien oder Bibliotheken. - Durchgehend gebräunt und vereinzelt fleckig. Titelblatt fleckig und mit zeitgenössischen Besitzvermerken, fachgerecht hinterlegte, kleine Fehlstellen am Vorderschnitt. Eine Seite und hinterer Spiegel mit Einträgen des 19. Jahrhunderts. Bezug der Spiegel teils entfernt, dadurch sichtbar ein eingeklebtes Makulaturblatt eines zeitgenössischen, württembergischen Kalenders. Einband fleckig und mit kleinen Einrissen. Ohne die Bindebänder.
Preis: 1600,- EUR
Andreae, Joh[ann] Valentin - Calw. Fragment aus dem dreißigjährigen Krieg, betreffend das Schicksal und die Einäscherung der Stadt Calw, geschehen den 10. Sept[ember] 1634. Oder: Joh. Valentin Andreä. Threni Calvenses, aus dem Lateinischen übersetzt von L[eppichler]. Erste Auflage dieser Ausgabe. Tübingen: Heerbrandt 1793. Titelblatt, 2 Blätter Vorrede, Seite (3) - Seite 115. [So vollständig]. Schlichter Pappband der Zeit mit verblasstem hs. Rückenschild.
Die erste deutsche Ausgabe von Johann Valentin Andreaes Augenzeugenbericht der Zerstörung der Stadt Calw (EA Straßburg, 1635). Die Übersetzung fertigte Justus Andreas Leppichler, erster Lehrer an der Lateinschule in Calw. Die Vorrede ist von Marcus Philipp Burk. (Dünnhaupt I, 52; Heyd II, 4285; Moser/Spittler 330). - Angebunden: [Burk, Marcus Philipp]. Vollstaendiges Verzeichnis aller in Druk (!) gekommenen Lateinischen und Teutschen Schriften des verdienstvollen wirtembergischen Gottesgelehrten D. Joh. Valentin Andreae, in 100 Nummern nach der Zeitfolge geordnet von B[urk]. Tübingen: Heerbrandt 1793. XV, 31 Seiten. - Die erste Bibliographie zum Werk Johann Valentin Andreaes. (Gradmann 73; Moser/Spittler 476) - Markus Philipp Burk (Stuttgart 1755-1815 Weiltingen) war ab 1788 Diakon in Liebenzell, seit 1795 Pfarrer in Weiltingen. - Papierbedingt gebräunt und wenig fleckig. Fliegender Vorsatz mit Besitzvermerk. Einband etwas fleckig und berieben.
Preis: 1200,- EUR
Frischlin, Nikodemus. Opervm Poeticorvm Nicodemi Frischlini, Balingensis ... PARS EPICA: Continens Sedecim Heroicorum carminum libros, partim ad imitationem Virgilii, Ovidii, Valeri Flacci, partim Statii, Claudiani, Luciani et similium scriptos ... Opera et studio M. Georgii Pfluegeri, Ulmani. ... [Erste Auflage]. Straßburg: Bernhard Jobin Erben 1598. Titelblatt mit prächtiger Holzschnittbordüre, 7 nnum. Blätter ‘Dedicatio‘ des Herausgebers Georg Pflüger aus Ulm, 486 Seiten, ein Blatt weiß. Mehrfach gefalteter, großer (38 x 21,6 cm) Holzschnitt "Horologium Argentoratense" von Tobias Stimmer. Farbschnitt. Guter Pergamentband der Zeit mit fünf durchgezogenen Bünden und hs. Rückentitel.
Die erste im Druck erschienene Sammlung der epischen Schriften von Nicodemus Frischlin mit dessen Beschreibung der astronomischen Uhr des Straßburger Münsters und dem prachtvollen, großen Holzschnitt von Tobias Stimmer. Mit mehreren Erstveröffentlichungen. - Nicodemus Frischlin (Balingen 1547-1590 Hohenurach) gilt als einer der bedeutendsten deutschen Späthumanisten und einer der eigenwilligsten deutschen Schriftsteller des 16. Jahrhunderts. - Papierbedingt durchgehend gebräunt, jedoch erfreulich wenig fleckig. Pergament und Fußschnitt fleckig. Schönes Exemplar im originalen Zustand. - (Adams I, 1041; BMSTC 322; Brunet II, 1400; Goedeke II, 108, 137, 5 (falsch: 1599); Graesse II, 636; Wilhelmi/Seck 152; VD 16 F 2903. Zu T. Stimmer: Thieme/Becker XXXII, 57 ff.).
Preis: 2800,- EUR
Hexenwahn - [Spee, Friedrich von]. Cautio Criminalis, seu de Processibus contra Sagas Liber, Magistratibus Germaniae hoc tempore summè necessarius, praeprimis Consiliariis & Confessariis principum, Inquisitoribus, Judicibus, Advocatis, Confessoribus reorum, Concionatoribus, aliisque lectu utilissimus. Sulzbach: Martin Endter 1695. Ein Blatt weiß, Vortitelblatt, Titelblatt in Rot-Schwarz-Druck, 9 nnum. Blätter Vorrede und Index, 407 Seiten. Eine Seite "Protestatio". Sprenkelschnitt. Schöner, mit Streicheisenleisten verzierter Lederband der Zeit mit intakten Schließen. 12mo.
Das menschenfreundlichste und mutigste Buch des 17. Jahrhunderts in einem sehr schönen, vollständigen Exemplar der dritten Auflage. Textgleich mit der zweiten Auflage von 1632 sind hier die Druckfehler verbessert. "Erst durch die Folter entstehen Hexen" und "die zu Tode gequälten Frauen sind unschuldig." Fundiert zeigt der Jesuit Friedrich von Spee die Mängel und die Grausamkeit der Prozesspraxis auf und erschüttert die Glaubwürdigkeit der Geständnisse und Denunziationen. - Friedrich von Spee (Kaiserswerth bei Düsseldorf 1591-1635 Trier) gilt als der bedeutendste katholische Dichter des deutschen Barock (‘Trutznachtigall‘). - Sehr vereinzelt wenig fleckig, Titelblatt etwas stärker. Gutes und frisches Exemplar im originalen Zustand. - (De Backer/Sommervogel VII,1425; Dünnhaupt V, 3932; Goedeke III, 195; Holzmann/Bohatta I, 9101; Paisey S2357; Seebaß N.F. 862; VD17 1 : 001145F).
Preis: 3600,- EUR
Mortuarium - Totenregister des Klosters Wonnenthal bei Kenzingen (Süd-Baden). Handschrift. Mortuarium. Monasterij Virginum B. Mariae Virginis in Jucunda valle vulgo Wunnenthal. In quo invenies Defunctarum Dominarum Abbatissarum et Monialium Nomina, nec non Anniversaria Benefactorum huius Monasterij per menses et dies distributa. Gottes Hauß Wunnenthal Im Jahr 1712. Renovatum A. F. Stephano Triebel Confessario Indigno. (von anderer Hand: obijt anno 1720 die 2. Novemb[er]). 369 nichtpaginierte Blätter mit zahlreichen datierten, handschriftlichen Einträgen verschiedener Hände. Farbschnitt. Schlichter Lederband der Zeit auf vier Zierbünden. Vorderdeckel mit Blindprägung: ‘Wunnenthal / 1710‘. Reste von zwei Schließen. 8vo.
Umfangreiches, handschriftliches, originales Totenregister des ehemaligen Zisterzienserinnenklosters Wonnenthal, angelegt im Jahr 1712 von Pater Stephan Triebel, einem der Mönche des Klosters Tennenbach, welchen die Seelsorge oblag. Kalendarium für jeden Tag des Jahres mit einem Doppelblatt, eingezeichneter Bordüre mit handschriftlichem Tagesdatum. Mit sehr zahlreichen handschriftlichen Einträgen der Todestage verstorbener Klosterinsassen, Schwestern, Äbtissinnen, Gönner, etc. jeweils mit dem Todesjahr auf der entsprechenden Tages-Doppelseite eingetragen. Die Einträge reichen von 1294 bis 1821. - Das Kloster Wonnenthal bei Kenzingen wurde um 1240 von den Herren von Uesenberg gegründet und diente als deren Grablege. Der Frauenkonvent wurde im Jahr 1262 dem Zisterzienserorden eingegliedert. - Innen stellenweise gebräunt und wenig fleckig. Lederrücken etwas dilettantisch hinterlegt. Vorsätze erneuert. Gutes Exemplar der hochinteressanten Handschrift.
Preis: 3200,- EUR
Shakespeare, [William]. Theatralische Werke. Aus dem Englischen übersezt (!) von Herrn Wieland. Itr Band. (- VIIItr Band). In sieben Bänden gebunden. (Bände I und II in einem Band). Mit acht radierten Titelblättern und 22 Vignetten von S[alomon] Gessner. [Erste Auflage]. Zürich: Orell, Geßner und Comp. 1762-1766. 28 Seiten "Alexander Pope‘s Vorrede zu seiner Ausgabe des Shakespeare", 332 Seiten, 2 nnum. Blätter "Drukfehler" und "Erinnerung"; 448 Seiten; 460 Seiten, ein Blatt "Drukfehler"; 496 Seiten, ein Blatt "Drukfehler"; 420 Seiten; 430 Seiten, ein Blatt weiß; 492 Seiten; 376 Seiten, 30 Seiten "Einige Nachrichten Von den Lebens-Umständen des Herrn Willhelm Shakespeare", ein Blatt weiß. Farbschnitt. Marmorierte Halblederbände der Zeit (Bände III-V meisterhaft passend neu gebunden) auf fünf echten Bünden mit goldgeprägtem Rückentitel und reicher, floral ornamentaler Rückengoldprägung. Lederecken.
Epochemachende erste umfangreiche Shakespeareübertragung ins Deutsche und eine der großen Seltenheiten der deutschen Literatur des 18. Jahrhunderts in einem prachtvollen, dekorativen und vollständigen Exemplar. Wielands Übertragung war grundlegend für die in Deutschland unmittelbar danach einsetzende, ungemein fruchtbare Rezeption und wurde von Lessing und Goethe nachdrücklich und voller Enthusiasmus gelobt. - Christoph Martin Wieland (Oberholzheim/Biberach 1733-1813 Weimar) hatte 1761 als Leiter des Biberacher Theaters als Erster in Deutschland ein Drama Shakespeares auf die Bühne gebracht. - Bände I, II und VI-VIII mit Stempel und handschriftlichem Eintrag am Titel (auch verso), Vorsätze leimschattig, innen jedoch nahezu fleckfrei. Rückengoldprägung minimal abweichend und teils etwas, Band IV stärker stockfleckig. Sehr schönes Exemplar des seltenen Werkes. - (Bodmer: Bibliothek der Weltliteratur, Zürich 1947, Seite 93; Deusch 8; Goedeke IV/1, 551, 50; Gradmann 777, 30; Kaldewey: H & T IX, 237; Slg. Borst 125; Rümann 1072; nicht in den Literatursammlungen bei Hirschberg oder Griesebach).
Preis: 8500,- EUR
Stammbuch der Hohen Karlsschule in Stuttgart von Georg Wolfgang Schrepfer (Leipzig 1770-1833 Leipzig), Karlsschüler von Juni 1779 bis Juni 1782. Mit 77 Einträgen der Jahre 1782 bis 1794. 234 (von 250) handschriftlich paginierte Seiten, vier nichtpaginierte Blätter Register. Zwei Tuschpinselzeichnungen (eine farbig), eine aquarellierte Gouache-Vedute, eine Federzeichnung und ein Blatt mit Noten. Marmorierte Vorsätze. Goldschnitt. Feiner, roter Maroquin-Lederband der Zeit auf drei Zierbünden mit reich goldgeprägter Deckelbordüre, Eckfleurons und Stehkantenvergoldung. Reiche, floral-ornamentale Rückenvergoldung. Quer-8vo.
Stammbuch der Hohen Karlsschule in einem hervorragend frischen, schönen Exemplar. Mit Einträgen aus Stuttgart (35, darunter 8 Professoren und 25 Studenten der Karlsschule); Altenburg (9); Leipzig (21); Nancy (1); Nantes (6); Paris (2). Einträge von C. D. Seeger, Vorsteher der Karls-Universität, der Professoren Gauß, Hübner, Hausleutner u.a. Unter den Studenten C. F. Kielmeyer, der berühmte spätere Naturforscher, Mediziner und Professor der Chemie an der Universität Tübingen, C. F. Hiemer, der Kunstzögling und Maler des berühmten Hölderlin-Porträts u.a. - Georg Wolfgang Schrepfer (Leipzig 1770-1833 Leipzig), trat im Alter von 8 Jahren als reformierter Kaufmannssohn ein. (Wagner, I, Seite 380, Nr. 767). - Mit handschriftlichen Einträgen eines späteren Bearbeiters in Bleistift. Sehr schönes, frisches Exemplar. - Ausführliche Auflistung der Inskribenten auf Anfrage und auf unserer Internetseite. - Bitte beachten Sie unsere Farbtafel Nr. 3.
Preis: 4400,- EUR
Bitte beachten Sie die Verkaufsbedingungen.
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