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Helmut H. Rumbler (Stand 68 )
Goethestraße 2 · 60313 Frankfurt am Main
Telefon +49 (0)69 29 11 42 · Fax +49 (0)69 28 99 75

Graphik alter Meister

 


Goltzius, Hendrick (1558 Mühlbracht - Haarlem 1617). Der Bethlehemitische Kindermord. Um 1585-86. Kupferstich. 48,5 x 37,3 cm. Bartsch 23/I (von II); Hirschmann und Hollstein 17/II (von III); Strauss 206/II (von III). Wasserzeichen: Bekröntes Straßburger Lilienwappen mit angehängten Buchstaben WR, Nebenmarke: IHS über Krone.
Das berühmte, von Goltzius unvollendet hinterlassene Fragment einer ursprünglich auf zwei Platten angelegten, großformatigen Komposition in einem einmalig schönen herrlich rußig-tiefschwarz gedruckten Abzug. Oben und rechts auf der Plattenkante geschnitten, links mit feinem Rändchen darüber hinaus, unten mit der vollständigen Adresse von J. C. Visscher. (Mit einer Ausnahme waren alle seit 1988 offerierten Abzüge unten erheblich beschnitten, um einen I. Zustand vorzutäuschen). In den Ecken minimal knittrig von der ehemaligen Montage auf einer Sammlungsunterlage. Die bei der Größe des Blattes übliche horizontale Mittelfalte, bis auf ein 5 mm langes Risschen links, nur verso wahrnehmbar. Von ungewöhnlicher Brillanz und schönster, unangetasteter, gleichsam ‘greifbarer‘ Frische. Der durch Werke von A. van Blocklandt angeregte Stich gilt als frühes Beispiel für den Gebrauch der an- und abschwellenden Taillen durch Goltzius: "The burin cuts begin with a point, describe a curve, and gradually become broader and deeper. They usually then taper off again at the end, but sometimes they break off abruptly at the widest point and together form the outline of a figure. Patterns of swelling lines interspersed with dots and large areas left blank, were to typify Goltzius‘s engravings after Bartholomeus Spranger, as often been supposed. He created it for work after his own designs. We can only speculate as to why Goltzius did not finish his last and most grandiose engraving in Bocklandt‘s style." (H. Leeflang) (Siehe Abbildung)

Preis: 68000,- EUR

 

Sichem, Christoffel van (1546 Amsterdam 1624). Der Mann mit dem Federhut. 1607. Nach H. Goltzius. Holzschnitt. 30,8 x 21,0 cm. Bartsch III.126.3; Hollstein 135. Wasserzeichen: Krug.
Prachtvoller, gestochen scharfer und brillant tiefschwarzer Abdruck mit der doppelten Einfassungslinie und feinem Papierrändchen darüber hinaus. Anders als das von Strauss im T.I.B. abgebildete Exemplar des British Museum, das markante Quetschfalten zeigt, ohne jegliche Schwäche. Wie der Abzug aus der Sammlung Lanna (vgl. Boerner, Düsseldorf, Neue Lagerliste 43, 1966, Nr. 327) gedruckt auf Papier mit dem Krug-Wasserzeichen. Abgesehen von zwei kleinen, zu vernachlässigenden Braunfleckchen in perfekter, gänzlich unberührter Erhaltung. So schön von außerordentlicher Seltenheit. Das unbestrittene Hauptwerk unter den von Sichem nach Vorlagen von Goltzius geschaffenen Holzschnitten. Die Darstellung des elegant im Stil des frühen 16. Jahrhunderts gekleideten Mannes, der früher als Otto Heinrich von Schwarzenberg identifiziert wurde, fügt sich in die Reihe der sogenannten Fantasieporträts, die Goltzius nach 1600 im Geiste der Dürer- bzw. van Leyden-Renaissance seiner Zeit zeichnete. Kongenial übertrug Sichem seine Vorlage, eine von E. K. J. Reznicek in seinem Supplement zu "Die Zeichnungen von Hendrick Goltzius" erstmals 1993 publizierten Zeichnung (K 345 a), die sich heute im J. Paul Getty Museum, Los Angeles befindet. Das höchst naturalistisch aufgefasste Bildnis entzieht sich bislang einer eindeutigen Identifizierung, im Unterschied zu manch anderen, der von Goltzius in historisierendem Stil gezeichneten Personen, deren Identität mittlerweile geklärt werden konnte. Die Frage nach ‘Fantasieporträt‘ oder ‘Portrait historisé‘ muss offen bleiben. (Siehe Abbildung)

Preis: 8000,- EUR

 

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