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Messekatalog

J. A. Stargardt (Stand 69 )
Autographenhandlung · Gegründet 1830 · Seit 1885 im Besitz der Familie Mecklenburg · Xantener Straße 6 · 10707 Berlin
Telefon +49 (0)30 882 25 42 · Fax +49 (0)30 882 24 66
E-Mail: info@stargardt.de · Internet: www.stargardt.de

Autographen und Urkunden · Auktionen

 


Chodowiecki, Daniel (1726-1801). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Berlin 30.I.1779. 2 2/3 Seiten 8°. Gering fleckig.
An seinen Freund, den Leipziger Maler und Kupferstecher Christian Gottlieb Geyser (1742-1803), über zwei Porträts von Friedrich dem Großen und dem Prinzen Heinrich.€"Ich danke Ihnen herzlich mein sehr lieber Freund für die niedlichen Sachen die Sie mir durch Herrn Weygands Couvert gesandt haben, und freue mich daß Sie mit den meinigen, die ich Ihnen zur Messe sandte zufrieden sind.€Sie fragen mir ... ob sich bey den Bildnißen des Königs u des Prinzen Heinrichs etwann noch Correcturen anbringen laßen. Weil Sie so viel Zutrauen zu mir haben mich deswegen zu befragen halte ich es für Pflicht Ihnen die Wahrheit zu sagen. Das Portr[ait] des Prinzen hatt viel ähnlichkeit aber Sie würden es noch verbessern, wenn Sie den Grund dunkler, einige Halbschatten lichter machten, das Ohr mehr bearbeiteten Knöpfe auf den Rock setzten und zwar blancke, die Palmen u Lorbeeren etwas dämften, ich habe alles im Abdruck an[ge]zeigt wie ich es gern hätte. Mit dem König würde es etwas mehr Schwierigkeiten geben. Sie haben nur recht gethan, daß Sie sein Bilde aus den Lavaterschen Fragmenten zum Grunde gelegt haben u nach dem zu Pferde ausgeführt. Diese beyden Bilder sind des Alters nach gar sehr weit von einander entfernt, das in den Fragmenten ist nach einem vom Baron von Knobelsdorf etwan 1739 oder 40 gemahlten kopiert. Das andre Ao 1772 nach dem Leben gestohlen. Ich habe gesucht den Abdruck zu verbessern, aber es ist mir nicht gerathen, es sind zu viel Fehler darinn, und dennoch glaub ich nicht daß Sie ohne erstaunliche Mühe, Ihre Platte so weit werden bringen können ...€Übrigens ist es nicht recht daß Sie ... meinen Nahmen darunter gestochen haben, keines von beyden ist nach meiner Zeichnung gestochen. Der König ist wie gesagt durch Knobelsdorf gemahlt u der Printz durch Reclam gezeichnet ...€Von Herrn Weygand werden Sie nun die Zeichnung zum Spitzbart empfangen haben. Zum Burgheim hab ich noch nicht zeichnen können, in den 5 Bogen die ich habe ist noch nichts interessant genug ..."€Geyser fertigte nach Chodowieckis Zeichnungen die Kupfer zu Johann Gottlieb Schummels "Spitzbart. Eine komi-tragische Geschichte für unser pädagogisches Jahrhundert" (1779) und zu Johann Martin Millers "Geschichte Carls von Burgheim und Emiliens von Rosenau" (1778/79), die bei Weygand in Leipzig erschienen.

Preis: 2400,- EUR

 

Friedrich II., der Große, König von Preußen (1712-1786). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Rheinsberg 25.XI.1736. 3 Seiten 4°. Mit Goldschnitt. Heftspuren, kleine Faltenrisse.
Als Kronprinz an seinen Vater, König Friedrich Wilhelm I. (in Wusterhausen).€"Aller Gnädigster König und Vahter€Ich habe Meines Aller Gnädigsten Vahters gnädiges schreiben in aller unterthänigkeit Empfangen, und freüet mihr sehr zu vernehmen Das was ich mihr die Freiheit genommen habe Meinem Aller Gnädigsten Vahter zu überschikken Ihm gesmeket habe; und ist mihr nichts liebers als wan ich was in der Welt ersinnen kan, damit ich Meinem aller Gnädigsten Vahter Meinen unterthänigsten respect und treüe liebe am tag legen kan.€Der obristleütnant Sölner ist schlim krang geworden von einer gefehrlichen verstopfung, der regiments Feltscher aber gibt guhte hoffnung das er durchkommen wirdt.€ich Empfehle mihr gantz unterthänigst zu Meines aller Gnädigsten Vahters beständige gnaden und verbleibe Zeit lebens mit aller ersinlichen Submission / als Meines aller Gnädigsten Königs und Vahters / Unterthänigster / treü gehorsamster Diner / und Sohn. / Friderich".€In diesem Jahr war der Kronprinz mit seiner Gemahlin Elisabeth Christine in das von Knobelsdorff umgestaltete Schloss Rheinsberg gezogen, wo er die glücklichsten Jahre seines Lebens verbrachte.

Preis: 8000,- EUR

 

Lichtenberg, Georg Christoph (1742-1799). Eigenhändiger Brief mit Unterschrift. Göttingen 25.IX.1791. 3 S. kl.-folio. Mit zwei kleinen Zeichnungen im Text. Leicht fleckig.
Prachtvoller Brief an seinen Freund, den Mathematiker Georg Heinrich Hollenberg (in Osnabrück), der ihm auf seinen Wunsch hin im Frühjahr Bohnen gesandt hatte, und dem er nun ein "Parallel-Lineal" zukommen lässt.€"... Einem Freund, der einen mit so mancher Schüssel voll großer Bohnen gespeißt hat, dafür zu dancken, solte man dencken, wäre nicht um ein Haar schwerer als diese Bohnen selbst zu verzehren, und doch habe ich bey der bewundernswürdigsten Thätigkeit das lezte zu thun, das erste gantz unterlassen. Es ist würcklich hierin etwas was ich mir nicht so gantz recht erklären kan, zumal, da ich seit einiger Zeit die Feder wieder mit eben der Leichtigkeit führe als den Suppenlöffel. Etwas vom Sündenfall und folglich vom Gott sey bey uns! steckt gewiß am Ende darhinter. Strafen Sie mich daher nicht weiter, liebster Freund. Ist das nicht Strafe genug: der, der Wohlthaten nicht erkennt, findet in der gantzen Geschichte niemanden mit dem er sich so adäquat vergleichen könte als - den Teufel selbst, da hingegen der, dem nicht für seine Wohlthaten gedanckt wird, sich am Ende mit dem lieben Gott trösten kan, dem es nicht besser geht. - Indessen verspreche ich Ihnen mich zu bessern und ich bitte Sie daher mich künfftigen Sommer wieder auf die Probe zu stellen. Ueben Sie mich ein wenig in der Danckbarkeit ...€Nun, mein lieber Mann, ... Sie verlangen ein Parallel-Lineal, wie das meinige. Hier haben Sie das meinige selbst, ich brauche es nicht, ich ziehe schon über ein Decennium alle meine Parallele Linien aus freyer Hand, und damit ich nicht vergesse, was sie seyn sollen, so schreib ich es dabey, und das giebt ihnen gleich ein Ansehen. Sie haben gantz Recht, es ist von Dollond gekaufft, aber nicht achromatisch, daher ich rathen will, es erst einmal recht derb abzuwaschen, es könte sonst leicht Farben auf dem Papier geben ..." €Es folgen ausführliche Angaben über zwei weitere Arten von Parallel-Linealen, die von den Zeichnungen erläutert werden.€"... Das simpelste Parallel-Lineal habe ich in einem Handels Hauß in London gesehen, wo ein Knabe von 14 Jahren ein Handlungs Buch sehr künstlich roth, und schwartz liniirte. Es war ein Cylinder von etwa 3/4 Zollen im Durchmesser und so lang als das Buch, auf dessen Mitte drückte er sanft mit der Lincken und zog die Linien mit der Rechten so firm in den gehörigen Distantzen, daß es eine Lust war. Es erfordert freylich Uebung ... A propos die Leiste, welche die Axe bedeckt, werden Sie wohl besser anleimen müssen. Ich bemerckte so eben, daß sie etwas loß ist.€Die Vorrede zu Ihrem Werckchen" (am 23. September hatte Lichtenberg Hollenbergs "Geometrie" erhalten) "habe ich gelesen und der Gedancke gefällt mir sehr, und da hierbey der Plan die Hauptsache ist, so wird wohl gewiß das Gantze gut seyn. Sie haben es ... der Vegessenheit dedicirt. Da diese, soviel ich weiß, keine sonderliche Gönnerin von mathematischen Wercken ist, so wird sie es wohl mit Ihrer Schrift machen, wie andere Potentaten, denen man Bücher dedicirt, sie wird sich wenig darum bekümmern. Indessen bekümmere ich mich um mein Exemplar recht sehr, und dancke Ihnen dafür gehorsamst. - Nun empfehlen Sie mich Ihrer Frau Liebsten und dem kleinen Pathen gehorsamst ..."€Bei Joost/Schöne (Bd. III) unter Nr. 1929 gedruckt. - Aus der Sammlung Albin Schram.

Preis: 12000,- EUR

 

Reger, Max (1873-1916). Eigenhändiges Musikmanuskript mit Namenszug am Kopf. (1906.) 4 Seiten großes Hochformat, 12zeilig. Schwarze und rote Tinte. Kleine Einrisse, etwas unfrisch. Mit Verlagsstempel am Kopf und montiertem Verlagsetikett am Unterrand.
Stichvorlage seines "Scherzo. / für das / Pianoforte zu zwei Händen" mit der Widmung "Fräulein Frida Cremer zugeeignet". Am Kopf bezeichnet "Presto"; am Unterrand der Vermerk "Aufführungsrecht vorbehalten".€Der Erstdruck erschien 1906 bei Kahnt (Nr. 4717).

Preis: 4000,- EUR

 

Uhland, Ludwig (1787-1862). Eigenhändiges Gedicht mit Unterschrift. 1 1/3 Seiten 8°. Dreiseitiger Goldschnitt (Unterrand leicht beschnitten). Minimal fleckig.
"Die Jagd von Wincester." - Vollständige Reinschrift der Ballade in einer vom Druck an einigen Stellen abweichenden Fassung.€"König Wilhelm hatt‘ ein‘ schweren Traum,Er sprang vom Lager auf,Wollt‘ jagen in Wincesters Wald,Rief seine Herrn zuhauf.€Und als sie kamen vor den Wald,Da hält der König still.Gibt Jedem einen guten Pfeil,Wer jagen und bürschen will.€Der König kommt zur hohen Eich‘,Da springt ein Hirsch vorbei,Der König spannt den Bogen schnell,Doch die Sehne reißt entzwei.€Herr Titan besser treffen will,Herr Titan drückt wol ab,Er schießt dem König mitten ins HerzDen Pfeil, den der ihm gab.€Herr Titan fliehet durch den Wald,Er flieht über Land und Meer,Er flieht, wie ein gescheuchtes Wild,Findt keine Ruhe mehr.€Prinz Heinrich ritt im Wald umher,Viel Reh‘ und Hasen er fand:‘Wol träf ich gern‘ ein edler WildMit dem Pfeil von Königs Hand.‘€Da reiten schon in ernstem ZugDie hohen Lords heran,Sie melden ihm des Königs Tod,Sie bieten die Kron‘ ihm an.€‘Auf dieser trauervollen JagdEuch reiche Beute ward,Ihr habt erjagt, gewaltger Herr!Den edeln Leopard.‘"€Mit vier Korrekturen von fremder Hand; von derselben Hand der Provenienzvermerk: "Von Ludwig Uhland selbst geschrieben und von dessen Wittwe erhalten. August 1863".

Preis: 2000,- EUR

 

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