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J. Voerster Antiquariat (Stand 74 )
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Autographen · Musik · Theater · Deutsche Literatur · Erstausgaben
Brentano, C. Rheinübergang Kriegsrundgesang. Wien 1814. Kleinoktav. 13 S. Anfangs etwas fleckig. Broschur.
Rarissimum. - Einer der seltensten "heute unauffindbaren" (Rabenlechner) Brentano-Drucke. - Nur 1 Exemplar (1931) im Jahrbuch der Auktionspreise seit 1906. - Das patriotische Gedicht entstand "in der Stunde, da man in Wien vom Rheinübergang der Alliierten vernommen" (Rabenlechner). Blücher hatte in der Neujahrsnacht 1813/14 bei Kaub und Mannheim den Rhein überschritten und somit den Feldzug in Frankreich begonnen. - In leicht veränderter Fassung hat Brentano die Strophen 15-25 des Gedichts in die Bühnenbearbeitung seines Lustspiels "Ponce de Leon" aufgenommen, als patriotisches Tribut an das Wiener Publikum. (Der Titel der Theaterfassung: "Valeria oder Vaterlist", Uraufführung Wien 1814). Stärker verändert finden sich die Strophen 15 und 17-25 schon in der ersten Fassung der "Nachklänge Beethovenscher Musik" von Kalischer 1814. (vgl. Brentano Werke I, S. 1109). Brentano hatte Beethoven im Januar 1814 Gedichte zu der damals in Wien gefeierten Musik des Komponisten übermittelt. - Friedrich August Kanne vertonte die erste Strophe des Gedichtes (vgl. Mallon 52). - Mallon 51; Rabenlechner S. 29 f.; Brentano Werke I, S.298 und 1109 (Anm.).
Preis: 2800,- EUR
[Carl Eugen], Herzog von Württemberg. Reden welche Seine Herzogliche Durchlaucht der Regierende Herr Herzog zu Würtemberg und Teck in Tübingen gehalten. Tübingen, 1770. Quart. 20 S., 4 Holzschnittvignetten im Text. Pappband im Stil der Zeit.
Erstausgabe. Seltener Band mit zwei gedruckten Reden Herzog Carl Eugens, die er während eines längeren Aufenthalts als Rektor, der nach ihm benannten Universität "Eberhardino-Carolina" zu Tübingen gehalten hatte. Anlass waren die im Sommer 1770 veröffentlichten "Statuten zur Handhabung für Studierende". Zusammen mit den Deputierten des Senats wollte er sich über die "neuen Verordnungen, zur Aufrechterhaltung der Academischen Disciplin" beraten. Die erste Rede hielt Carl Eugen bei der Wahl des neuen Pro-Rectoris. Bei der zweiten der Abschiedsrede, ermahnt er die Lehrer und Studierenden die "Statuten" einzuhalten. - Heyd I, 125, 1183.
Preis: 600,- EUR
Gottfried, J. L. Historische Chronica, Oder Beschreibung der Fürnehmsten Geschichten, so sich von Anfang der Welt, biss auff das Jahr 1619 zugetragen. 3. Auflage. Frankfurt, Merian 1657. Folio. Gestochener Titel, 6 Bl., 1185 S., 26 Bl., 2 gestochene Karten, 31 Kupfer und ca. 330 Textkupfer. Titelkupfer, Weltkarte und 5 Textkupfer ankoloriert. 2 Blatt mit Tintenfleck. Mit kleineren Papierschäden. Etwas braun- und fingerfleckig. Roter Lederband der Zeit mit reicher Vergoldung und gepunztem Schnitt.
Die berühmte Chronik mit den Kupfern von M. Merian d. Ä. in 8 Büchern. Von Gottfried stammen die Bücher 1 bis 6 und der Anfang von Buch 7, den Rest schrieb J. Ph. Abelin. Umfassende Weltgeschichte, die als reicher Anekdotenschatz die Geschichte als steten Kampf zwischen Gut und Böse beschreibt. Die Illustrationen, zunächst in mythologischer, später in historischer Darstellung, mit zahlreichen authentischen Stadtansichten u.a. von Basel, Frankfurt, Magdeburg, Paris etc. Daneben interessante Szenen zu den Türkenkriegen und die Darstellung einer Buchdruckerei (S. 663). Die Karten mit den beiden Erdhalbkugeln und einem Plan mit der Belagerung Ostendes (1601-1604). Die Porträt-Medaillons mit den römischen und deutschen Kaisern bis Ferdinand III. und die deutschen Fürsten bzw. mit berühmten Personen bis zum Beginn des 17. Jahrhunderts in 372 lebensechten Porträts. - Mit 106 Spalten Register. - Dahlmann/Waitz 7998; Wüthrich I, 200. - (Siehe Abbildung)
Preis: 4000,- EUR
Hiller, Ferdinand [1811-1885]. Eigenhändiges Musik-Manuskript: Instrumentalstücke und Chöre zu Prinz Papagei dramatisches Märchen von [Karl August] Gröner componiert und für das Pianoforte zu vier Händen eingerichtet. Op. 183. [1878]. Quer-Folio. 68 Seiten. Mit schwarzer Tinte geschrieben und Eintragungen mit Farbbleistiften.
Stichvorlage zu der 1877 in Altona erschienenen "Weihnachts- Komödie mit Gesang und Tanz". Mit Bleistift auf dem Titel die Worte: "Aufs! Schönste zu stechen. 18. 3. 78". - MGG 6, 402.
Preis: 2500,- EUR
Hoffmann von Fallersleben, A. H. [1798-1874]. Eigenhändiges Gedicht "Abendlied" mit Unterschrift und eigenhändigem Zusatz. Ohne Ort, und Datum. 1 Seite.
"Abend wird es wieder | Über Wald und Feld | Säuselt Frieden nieder, | Und es ruht die Welt. ..."€Das "Abendlied" besteht aus vier Strophen und gehört zu den bekanntesten Liedern von Hoffmann von Fallersleben. Es entstand 1837 und wurde "zehn- oder mehrmal vertont" (Goedeke XIII, 355). Eigenhändiger Zusatz: "unpol. Lieder 1. Th. 2. Aufl. S. 169".
Preis: 1100,- EUR
Mendelssohn Bartholdy, F. [1809-1847]. "Der wandernde Musikant". Eigenhändiges Musikmanuskript (Fragment). Ca. 7,2 x 20,4 cm (Ausschnitt aus einem größeren Blatt). Etwas knittrig, rückseitig Montagespuren.
Die sieben ersten Takte des Liedes "Der wandernde Musikant" nach einem Gedicht von Joseph v. Eichendorff. Es handelt sich um Op. 88, Nr. 6 aus der Liedsammlung "Sechs Lieder für Sopran, Alt, Tenor und Bass". Die Bezeichnung ist "All[egro] molto. Zwischen den Systemen ist der Text von allen drei Strophen notiert. Beiliegend eine zeitgenössische Abschrift des Gedichtes von fremder Hand.
Preis: 4800,- EUR
Scheibe, J. A. Ueber die Musikalische Composition. Erster Theil: Die Theorie der Melodie und Harmonie [mehr nicht erschienen]. Leipzig, Schwickert 1773. Quart. LX, 600 S. 2 gefaltete Tafeln und zahlreiche Notenbeispiele. Gutes Exemplar. Pappband im Stil der Zeit.
Seltene Erstausgabe des letzten Werkes des streitbaren Theoretikers. Von dem auf 4 Bände berechneten Werk erschien aufgrund von Scheibes Tod nur der vorliegende erste. In diesem behandelt er: Die Intervalle der drei- und vierstimmigen Harmonie, die Tonarten, Modulation, Takt, Rhythmus und setzt sich außerdem mit dem Rameauschen System auseinander. Berühmtheit erlangte Scheibe vor allem durch die wöchentliche Ausgabe des "Musicus criticus", die es auf insgesamt 68 Nummern brachte und sich an Gottsched anlehnte. In dieser wichtigen Fundgrube für die Geschichte der musikästhetischen Theorien des 18. Jahrhunderts wandte es sich teilweise auch gegen J. S. Bach woraus sich eine längere Kontroverse mit J. A. Birnbaum entspann. - RISM B, VI, 761; Damschroder/Williams 301; MGG 11, 1618.
Preis: 1500,- EUR
Strauss, R. Krämerspiegel. Zwölf Gesänge von Alfred Kerr für eine Singstimme mit Klavierbegleitung. Opus 66. Berlin, Paul Cassirer 1921. Imperial-Folio. 1, 48 Blatt, 1 Faksimile der Handschrift, 12 Original-Lithographien von Michael Fingesten. Original Halbpergament. In Schuber.
Sehr seltenes, verlagsfrisches Exemplar einer Gesamtauflage von nur 120 Stück und zugleich Erstauflage des Liederzyklus. Der Druckvermerk ist von Strauss und Fingesten eigenhändig signiert. - Mit den 12 Liedern karikiert Strauss die Musikverleger und ihre Praktiken. Trotz des Aufführungsverbotes erklang das Werk vor geladenen Gästen im Berliner Hotel Kaiserhof. Anlass war die Weigerung des Musikverlegers Bote & Bock, Strauss aus dem Verlagsverhältnis zu entlassen (vgl. den faksimilierten Brief). - Müller-Asow 723 f.; Trenner 236. - Eines der Exemplare auf echtem Zander-Bütten!
Preis: 1450,- EUR
Toscanini, Artur [1867-1957]. Eigenhändiges Notenzitat mit Datum und Unterschrift. Ohne Ort, 4. 6. [1]931. 6,7 x 12,8 cm. Auf weißem Kar-ton.
Notenzitat aus Richard Wagners "Tristan und Isolde". Toscanini wählte dabei vier Takte aus der Einleitung des 1. Aufzuges aus. - Siegfried Wagner hatte Toscanini 1901 an der Mailänder Scala bei der Aufführung des "Tristan" erlebt und kennengelernt. Seit der Zeit versuchte er, Toscanini als Dirigent für Bayreuth zu gewinnen. Toscanini nahm das Angebot an und wurde ab 1930 als erster "nicht-deutscher" Dirigent engagiert, wobei er auf jegliche Entlohnung verzichtete.
Preis: 950,- EUR
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