17. Mai 2022

Veranstaltungen
50. Seminar für Antiquare

Vom 5. bis 8. Mai hat in Berlin bei schönstem Wetter das Jubiläumsseminar für Antiquarinnen stattgefunden. Alle Teilnehmer waren sehr froh, nach zwei Jahren Pandemiepause alte Seminarbekannte wieder zu treffen wie auch neue und junge Kolleginnen und Kollegen kennen zu lernen. Ein großes herzliches Dankeschön geht an die Organisatoren, Alexis Cassel und Dr. Markus Brandis, unseren k. u. k. Hofphotographen Robert Schoisengeier und die Autorin des ausführlichen Seminarberichts Elena Jakobi. Diesen finden Sie hier: → Seminarbericht 2022
 


9. Mai 2022

Veranstaltungen
Neuer Vorstand des Verbandes gewählt

Am Samstag, den 7. Mai 2022, fand nach einjähriger Unterbrechung die jährliche Mitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Antiquare in der Mendelssohn-Remise in Berlin statt. Die hervorragende Arbeit von Sibylle Wieduwilt, die den Verband seit 2016 erfolgreich geführt hat, wurde mit großem Lob und einem langanhaltenden Applaus gewürdigt. Mit nahezu einstimmiger Mehrheit wurde der neue Vorstand gewählt: Vorsitzender – Dr. Markus Brandis (Auktionshaus Bassenge, Berlin); stellvertretender Vorsitzender – Meinhard Knigge (Antiquariat Knigge, Hamburg); Schatzmeister – Dieter Zipprich (Antiquariat Zipprich, Bamberg); Beisitzer – Elvira Tasbach (Antiquariat Tasbach, Berlin) und Christian Strobel (Antiquariat Strobel, Irsee).

Die Zusammensetzung des Vorstands, unter der Führung von Dr. Markus Brandis, mit teils langjährigen Vorstandsmitgliedern und dem neu dazugekommenen Christian Strobel, verspricht Kontinuität und Engagement für die Anliegen der Antiquarinnen und Antiquare.

Wir gratulieren zur Wahl und wünschen viel Erfolg bei der Bewältigung der Aufgaben.


27. April 2022

Veranstaltungen
Nächste Woche in Berlin

Es ist so, als hätte jeder nur darauf gewartet endlich wieder die Kollegen treffen zu können. Schon vor Bekanntgabe des Seminarprogramms liefen bei Organisator Dr. Markus Brandis die Telefondrähte heiß, wann und wie man sich denn anmelden könne. Von Donnerstag, den 5. Mai bis Sonntag, den 8. Mai 2022, ist es nun endlich wieder soweit. Das Jubiläumsseminar mit einem interessanten und  sehr abwechslungsreichen Programm in Berlin ist komplett ausgebucht und hat eine mehrere Anwärter umfassende Warteliste. 40 Teilnehmerinnen und Teilnehmer freuen sich auf die Begegnungen, Vorträge, Anregungen und vieles mehr.

Hier finden Sie noch einmal das gesamte Seminarprogramm → PDF (download).


23. März 2022

Fortbildung für Jungantiquarinnen und -antiquare mit Familienanschluss

Vom 05. bis 08. Mai 2022 wird das Fortbildungsseminar für Antiquare zum nunmehr 50. mal stattfinden. Die Veranstaltungen des Seminars sind durch eine hohe wissenschaftliche Qualität gekennzeichnet und gleichzeitig bietet sich die einmalige Möglichkeit in entspannter Atmosphäre, in den Vortragspausen bzw. bei gemeinsamen Abendessen mit Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch zu kommen und Kontakte zu knüpfen. Ein reichhaltiges Vortragsangebot lädt in diesem Jahr zu einer Reise nach Berlin (Das detaillierte Programm finden Sie unter → www.antiquare.de/seminar/anmeldung)

Aus diesem Anlass möchte der Verband Deutscher Antiquare einem interessierten jungen Menschen (bis 40), der aus dem Antiquariat oder Buchhandel kommt, die Teilnahme durch einen Zuschuss ermöglichen. Dieser umfasst die Teilnahmegebühr von Euro 280,- (inklusive eines Abendmenüs am Donnerstag) sowie weitere Euro 220,- (als Zuschuss für die Anreise und Unterkunft). Bewerbungen können bis zum 20. April 2022 unter → buch[at]antiquare[dot]de eingereicht werden.

Wir bitten die BewerberInnen um einen kurzen Lebenslauf und eine knappe Darstellung Ihrer beruflichen Ideen und Ziele.


8. März 2022

Das Rote Sofa Online 2022
Eine kurzer Rückblick von Sibylle Wieduwilt

Wer sammelt denn heute noch? Müssen Antiquare mehr von sich und ihren Büchern erzählen und für ihren Beruf begeistern? Sammeln Institutionen und Bibliotheken anders als Privatsammler? Wie wichtig ist die öffentliche Wahrnehmung von Büchern? Was machen bibliophile Gesellschaften? Wurde bereits zur Zeit des Beginns des Buchdrucks gesammelt? Und wenn ja, wer sammelte und was? Wie wichtig sind die sozialen Netzwerke für Sammlerinnen und Sammler?

Dies sind nur einige der Themen und Fragen, die die Veranstaltungsreihe »Das Rote Sofa Online« des Verbandes Deutscher Antiquare im Rahmen der Antiquariatsmesse Stuttgart 2022 in ihrem Rahmenprogramm »Sammeln-Eine Leidenschaft!« von allen möglichen Seiten beleuchtet hat. Wie bereits im vergangenen Jahr stand das Rote Sofa leider nicht in Stuttgart, sondern im virtuellen Raum. Ein entscheidender Vorteil dabei war jedoch, dass auf dem Sofa wesentlich mehr Personen Platz nehmen konnten und die Aufmerksamkeit auf die Gesprächsrunden nicht durch eine rege Messebetriebsamkeit abgelenkt werden konnte. Mit ihren Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus der Wissenschaft, von der Pirckheimer Gesellschaft, einer Vertreterin eines Museums, Autoren, Sammlern, einer jungen Sammlerpreisgewinnerin  und natürlich Antiquarinnen und Antiquaren bietet die Reihe äußerst interessante und abwechslungsreiche Einblicke in die Geschichte und Gegenwart einer sehr menschlichen Eigenschaft – dem Jagen und Sammeln. Und was sammeln Sie?

Alle drei kurzweiligen Veranstaltungen wurden aufgezeichnet und sind hier abrufbar:
VA 9.2. »Bibliophilie und die Facetten einer Sammlung«
VA 16.2. »Hinter dem Pergament – Die Welt«
→ VA 21.2. »Junge Sammler & Eine bibliophile Reise durch Deutschland«

Später werden sie auch unter dem Youtube-Kanal des Verbandes zu finden sein.


26. Februar 2022

Jubiläumsseminar für Antiquare findet statt 

Wir freuen uns, Ihnen hiermit das 50. Fortbildungsseminar für Antiquare vom 05. bis 08. Mai 2022 in Berlin anzukündigen. Wie üblich wird es vom Verband Deutscher Antiquare e.V. zusammen mit der GIAQ – Genossenschaft der Internet-Antiquare eG, Vereinigung der Buchantiquare und Kupferstichhändler in der Schweiz sowie dem Verband der Antiquare Österreichs veranstaltet. Für das Programm zeichnen verantwortlich Herr Dr. Markus Brandis und Frau Alexis Cassel. 

Detaillierte Angaben finden Sie unter folgendem Link → Seminar 2022


18. Februar 2022

DAS ROTE SOFA ONLINE
21.2.2022 um 19 Uhr
»Junge Sammler & Eine bibliophile Reise durch Deutschland«
Verleihung des mit 1000 Euro dotierten Preises für junge Sammlerinnen & Sammler 2022 mit anschließendem Gespräch und weiteren Gästen

Schöne und seltene Bücher faszinieren Menschen aller Generationen. Dies wurde auch in diesem Jahr wieder durch die interessanten Einsendungen zum Preis für junge Sammlerinnen und Sammler deutlich. Am 21. Februar 2022 wird Frau Elisabeth Wittkowski (Jahrgang 1998) mit dem mit 1000 Euro dotierten Preis für junge Sammlerinnen & Sammler 2022 des Verbandes Deutscher Antiquare ausgezeichnet.

Wir gehen den Fragen nach: Wer und warum sammelt man? Sammeln junge Menschen anders? Wie und wo finde ich Ansprechpartner für das Sammeln von Büchern, Grafiken etc.?
Weitere Gäste:
Bernhard Hampp, Journalist und Autor, besucht seit vielen Jahren literarische Stätten in verschiedenen Regionen Deutschlands. Entstanden ist die wunderschöne Serie »Erlesen«, eine Liebeserklärung an die Literatur, Bibliotheken, literarische Museen und Stätten oder einfach bibliophile Orte, die sich wunderbar eignen, um Inspirationen für das Sammeln zu bekommen.

Frau Prof. Dr. Christine Haug, Leiterin des Zentrums für Buchwissenschaft: Buchforschung – Verlagswirtschaft – Digitale Medien der Ludwig-Maximilians-Universität und Mitglied der Jury des Sammlerpreises, vermittelt Studierenden den Wert und die Welt der schönen Bücher und führt diese oft zum ersten Mal in ein Antiquariat.

Anne Maurer, Kunsthistorikerin und begeisterte Antiquarin beim Graphikantiquariat Koenitz in Leipzig.

Moderation: Sibylle Wieduwilt, Inhaberin des Frankfurter Antiquariats »Tresor am Römer« und Vorsitzende des Verbandes Deutscher Antiquare.

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12. Februar 2022

DAS ROTE SOFA ONLINE
16.2.2022 um 19 Uhr
»Hinter dem Pergament: Die Welt« – Leidenschaftliche Sammler und Botschafter der Bibliophilie in der Frühzeit des Buchdrucks

Dr. Christoph Winterer kuratierte im Jahr 2018 im Dommuseum Frankfurt eine einzigartige Ausstellung zum Leben und Schaffen des Frankfurter Kaufmanns, Verlegers und Sammlers Peter Ugelheimer (ca. 1445–1488). Dr. Winterer, Herausgeber des Kataloges zur Ausstellung »Hinter dem Pergament: Die Welt«, bietet faszinierende Einblicke in die Welt dieses leidenschaftlichen Buchmenschen.

Wir begrüßen des Weiteren Tobias Roth, dessen Anthologie »Die Welt der Renaissance« (erschienen 2020) auf ein großes Medienecho gestoßen ist und sowohl auf der Spiegel- als auch der Schweizer Bestsellerliste stand. Sein Buch verführt dazu, all die dar- und vorgestellten Ausgaben im Original in der Hand halten zu wollen.

Unser Kollege Peter Fritzen aus Trier handelt mit frühen Drucken und Inkunabeln, deren Schönheit und Handwerkskunst auch heute noch fasziniert und für deren Umgang es Erfahrung und umfangreicher kunsthistorischer Kenntnisse bedarf.

Moderation: Dr. Markus Brandis, Leiter der Abteilung Bücher und Autographen des Berliner Auktionshauses Bassenge und stellvertretender Vorsitzender des Verbandes Deutscher Antiquare.

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4. Februar 2022

»Sammeln – Eine Leidenschaft« – Die Veranstaltungsserie der Antiquariatsmesse Stuttgart 2022

DAS ROTE SOFA ONLINE
9.2.2022 um 19 Uhr
Bibliophilie und die Facetten einer Sammlung

Was bedeutet heute noch der Aufbau einer Sammlung? Was verbirgt sich hinter den Sammlungen, denen wir begegnen? Was ist ihre Geschichte, wer sind die Menschen, die sie zusammengetragen haben? Wie werden Sammlungen gefördert, präsentiert, und wie zeigt sich die bibliophile Welt in der heutigen Öffentlichkeit?

Wir laden zum Gespräch mit Ralph Aepler, Vorsitzender der »Pirckheimer Gesellschaft e.V.«, Dr. Ursula Kampmann, Redakteurin des innovativen Magazins für Buchliebhaber »Bookophile« und dem Antiquar Michael Solder aus Münster, dessen Antiquariat vielen Deutschen durch die Wilsberg-Reihe im ZDF bekannt ist.

Moderation: Elvira Tasbach, Inhaberin des Berliner Antiquariats Elvira Tasbach und Mitglied im Vorstand des Verbandes Deutscher Antiquare.

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19. Januar 2022

"Sammeln – Eine Leidenschaft" - Die Veranstaltungsserie der Antiquariatsmesse Stuttgart 2022


Der Verband Deutscher Antiquare lädt zur neuen Auflage der Veranstaltunsreihe "Das Rote Sofa Online" mit Sammlern, Autoren, Journalisten, Bibliothekaren und Antiquaren, die alle die Liebe zum Buch verbindet und die leidenschaftliche Botschafter ihrer Branche sind. 

Was bedeutet heute noch der Aufbau einer Sammlung? Was verbirgt sich hinter den Sammlungen, denen wir begegnen? Was ist ihre Geschichte und wer sind die Menschen, die sie zusammengetragen haben? Wie werden Sammlungen gefördert, präsentiert, und wie zeigt sich die bibliophile Welt in der heutigen Öffentlichkeit?
Wer waren die frühen Sammler und welchen Einfluß sehen wir bis heute?
Und wo entdecken wir heute in Deutschland wunderbare Bücherschätze, Bibliotheken, literarische Stätten und Museen, die inspieren lassen?

Weitere Informationen und Links zur Registrierung HIER.


12. August 2021 

Einladung zur Verleihung des Antiquaria-Preises 2021 an den Buchkünstler Olaf Wegewitz
Donnerstag, den 9. September 2021, 18 Uhr in der Musikhalle Ludwigsburg 

Die Verleihung des Antiquaria-Preises an Olaf Wegewitz konnte coronabedingt im Januar nicht stattfinden und wird nun im 'Podium' der Musikhalle Ludwigburg nachgeholt. 

Die Laudatio hält der Schriftsteller Ingo Schulze, die musikalische Begleitung hat Viktoriia Vitrenko. 

Bei Interesse, wenden Sie sich bitte per Email an die Veranstalterin Frau Petra Bewer: info[at]petrabewer[dot]de 
Das Platzangebot ist begrenzt, daher ist eine Teilnahme nur mit Anmeldung möglich. Für den Abend ist ein Nachweis geimpft, gesundet oder getestet (aktuell 24 Stunden gültig) notwendig. 

Wer nicht dabei sein kann: Die Preisverleihung wird aufgezeichnet und kann ab 13. September 2021 nachgeschaut werden unter www.antiquaria-ludwigsburg.de

Im Vorfeld geben unter selbiger Webseite das Sammler-Ehepaar Akka und Wulf von Lucius sowie der Schriftsteller Ingo Schulze in zwei Videos „Einblick in das Werk des Preisträgers".


Ausschreibung zum 18. ILAB Breslauer Prize - Titel können ab sofort eingereicht werden

12. Februar 2021

Im Mai 2022 verleiht die International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) wieder den Breslauer Prize for Bibliography. 
Der Preis zeichnet herausragende Arbeiten auf dem Gebiet der Buchgeschichte und historischen Bibliographie aus, die im Druck erschienen sind, also z.B. Bestands- und Ausstellungskataloge, Bibliographien und Werkverzeichnisse, Einzelstudien zu bedeutenden Handschriften und Drucken u.v.m.
Vorgeschlagen werden können auch Arbeiten zu Text- und Überlieferungsgeschichte, Buchgestaltung und -illustration, Buchhandel oder Einbandkunde. Nicht berücksichtigt werden können dagegen kommerzielle Publikationen (Verkaufskataloge) und Übersetzungen.

Einschlägige Bücher können von Verlagen, Autoren und Bibliothekaren vorgeschlagen werden. Es müssen keine englischsprachigen Bücher sein. Deutschsprachige Publikationen sind ausdrücklich erwünscht. 

Der Preis wird alle vier Jahre verliehen. Für das Jahr 2022 können Bücher nominiert werden, die seit 2018 erschienen sind.

Das Preisgeld ist mit 10.000 USD für den ersten Preis; 5000 für den 2. und 3000 für den 3. angesetzt und das internationale Renommee für den Verlag und Autor beträchtlich.

Vorschläge sind im Laufe des Jahres 2021 (spätestens bis zum 31.12.2021) einzureichen, indem die nominierten Bücher vom jeweiligen Verlag direkt an folgende Adresse gesandt werden:
Libreria Alberto Govi
Fabrizio Govi
Via Bononcini, 24
41124 Modena
Italien

Mehr Information auf der Preis-Webseite der ILAB
 


»Buch und Buchkunst – leider nicht zum Anfassen«

1. Februar 2021



Radio-Interview mit der Vorsitzenden des Verbandes Deutscher Antiquare, Sibylle Wieduwilt, anlässlich der Eröffnung der virtuellen Antiquariatsmesse Stuttgart am 29. Januar 2021.

zum Interview


Einladung zum 3. Aussteller-Gespräch vor Beginn der Antiquariatsmesse Stuttgart

25. Januar 2021

Wir laden herzlich ein zum nächsten Gespräch mit unseren Ausstellern am Mittwoch, den 27. Januar 2021 um 17 Uhr.

Die virtuelle Antiquariatsmesse Stuttgart wird am Freitag, den 29. Januar 2021 eröffnet und ist bis Montag, den 1. Februar live geschaltet.

Dr. Barbara van Benthem und Eberhard Köstler vom Antiquariat Eberhard Köstler, Tutzing 
Bücher & Autographen

Elvira Tasbach vom Antiquariat Elvira Tasbach, Berlin 
Wertvolle Bücher und Handschriften

Dr. Wolfgang Wanzke vom Antiquariat Dr. Wolfgang Wanzke, Augsburg
Natur- und Geisteswissenschaften · Technik · Medizin · Kulturgeschichte · Landeskunde · Wirtschaft

und

Pom Harrington, Emma Walshe und Ian Smith vom Antiquariat Peter Harrington, London
Schöne und seltene Bücher des 15. bis 20. Jahrhunderts

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Anmeldung zur nächsten Spotlight-Veranstaltung der Antiquariatsmesse Stuttgart

19. Januar 2021


Wir laden herzlich ein zum nächsten Gespräch mit unseren Ausstellern am Mittwoch, den 20. Januar 2021 um 17 Uhr.

Dr. Aurelio Fichter vom H. W. Fichter Kunsthandel Frankfurt a. M.
Zeichnungen, Aquarelle & Gemälde

Susanne Schulz-Falster Woodstock, Großbritannien 
Seltene & wertvolle Bücher des 17. bis 19. Jahrhunderts, Buch- und Druckwesen
und

Dr. Erin Donovan vom Antiquariat Dr. Jörn Günther Rare Books AG Basel 
Handschriften, Miniaturen und Frühe Drucke des Mittelalters und Renaissance

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In the Spotlight: Aussteller der Antiquariatsmesse Stuttgart im Gespräch

Wir laden herzlich ein zum ersten Gespräch mit unseren Ausstellern am Mittwoch, den 13. Januar 2021 um 17 Uhr.

Clemens Paulusch vom Antiquariat Clemens Paulusch Berlin 
Alte Stadtansichten, Dekorative Graphik & Landkarten

Hugo Wetscherek vom Antiquariat Inlibris Wien 
Wertvolle Bücher, Handschriften & Autographen 

Veronika Rauch vom Kunstantiquariat Monika Schmidt & Galerie Japankunst München 
Japanische Farbholzschnitte, Dekorative Graphik & Künstlergraphik des 15. bis 20. Jahrhunderts 

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Weitere Präsentationen am 20. & 27. Januar 2021 um 17 Uhr.
Infos zu allen Veranstaltungen unter diesem Link 

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Arbeiten im Antiquariat oder Auktionshaus? Einladung zum Online Gespräch am 9. Dezember, 17 Uhr:

Nachwuchs in der Antiquariatsbranche oder »Wir haben den interessantesten Beruf der Welt«

Die Veranstaltung ist nun beendet und wurde aufgezeichnet. 

Link zum Video der Veranstaltung
Passcode: VDA#2020

… so beschreiben Antiquare oft die Arbeit mit wertvollen Büchern, Autographen, Handschriften, Graphiken und illustrierten Werken, das Recherchieren interessanter Provenienzen und auch den Umgang mit einem weitgefächerten Kundenkreis.
Die Arbeit in einem Antiquariat ist immer weniger regional begrenzt; das Internet erlaubt den Handel über die Grenzen hinaus. Internationale Messen von Stuttgart über Paris, London, New York bis Sydney bieten regelmäßige Höhepunkte im Antiquariatsalltag.

• Die Arbeit im Antiquariat oder Auktionshaus oder der Besitz eines eigenen Geschäfts, wie finde ich den Weg in diesen Beruf?

• Welche Ausbildung ist nötig und woher kann das Fachwissen erworben werden?

• Welche Netzwerke bestehen in Deutschland, die hierzu genutzt werden können?

• Ist ein Studium hilfreich oder gar Bedingung?

• Ist es sinnvoll eine Buchhändler-Sortimenterlehre zu absolvieren?

• Wer bietet Praktika an, wo kann man Volontariate machen?

• Gibt es Grundlagenliteratur, wo kann man sich informieren?

• Gibt es womöglich Hemmschwellen, die es zu überbrücken gilt?

• Wie sind die Berufsperspektiven im Antiquariat?

Diesen Fragen stellt sich der Verband Deutscher Antiquare (VDA), Deutschlands Vereinigung von Buchantiquaren, Autographen- und Graphikhändlern, der internationale antiquarische Dachverband, die International League of Antiquarian Booksellers (ILAB) und die geladenen Sprecher im Online-Gespräch am 9. Dezember 2020 um 17 Uhr.

Studenten und Absolventen der Buch- und Geisteswissenschaften oder Berufseinsteiger in der Buch- und Medienbranche sind ebenso herzlich eingeladen wie Mitglieder des Verbandes oder Antiquare mit bestehendem Geschäft.

Das Gespräch führen:

Dr. Markus Brandis – Leiter der Buchabteilung Bassenge Kunst-, Buch- und Fotoauktionen Berlin & Stellvertretender Vorsitzender des Verbandes Deutscher Antiquare (VDA)

Dr. Cosima Kristahn – Buchabteilung Bassenge Kunst-, Buch- und Fotoauktionen Berlin

Dr. Philipp PenkaPenka Rare Books mit Sitz in Berlin (D) und Bernett Penka Rare Books in Boston (USA)

Prof. Dr. Christine Haug, Leiterin Zentrum für Buchwissenschaft: Buchforschung – Verlagswirtschaft – Digitale Medien; Ludwig-Maximilians-Universität München

Elena Appel – Referentin der Berufsbildung, Börsenverein des Deutschen Buchhandels 

Angelika Elstner, Geschäftsführung International League of Antiquarian Booksellers (ILAB)


EINLADUNG ZU ILAB WEBINAR – 7.12. um 14 Uhr deutsche Zeit

28. November 2020

Die Veranstaltung ist nun beendet und wurde aufgezeichnet. 

Link zum Video der Veranstaltung
Passcode: ILAB#2020

Im April dieses Jahres lud die ILAB zu einem internationalen Webinar, um die unmittelbaren Auswirkungen der Corona-Pandemie auf den Antiquariatsbuchhandel zu besprechen.
Seit April wurde Personal in Kurzarbeit oder ins Homeoffice geschickt, kam zurück und wurde z. T. wieder nach Hause geschickt, da in einigen Ländern nun eine neue Welle von Infektionen und Einschränkungen zu verzeichnen ist. Antiquariate wurden geschlossen und später unter strengen Hygienemaßnahmen wieder eröffnet. Einige sind bereits wieder geschlossen.
Institutionen verlegten Budgets auf 2021, oft war mehr Verwaltungsaufwand als üblich notwendig, andere haben erst vor kurzem ihr Personal wieder aus dem Homeoffice geholt.
Nahezu alle internationalen Antiquariatsmesse wurden abgesagt, und das Konzept der virtuellen Messen gewann an Bedeutung.
Online-Plattformen verzeichneten einen starken Anstieg.
 
Wie hat sich der Handel mit antiquarischen Büchern acht Monate später an die neuen Gegebenheiten angepasst?
Wie sind die Antiquare mit dieser noch nie dagewesenen Situation umgegangen, und was haben wir gelernt, das wir mit unseren internationalen Kollegen teilen können?
Können wir aus dem Jahr 2020 auch etwas Positives mitnehmen und auf eine Welt nach Corona anwenden?
 
Sally Burdon, ILAB-Präsidentin und Moderatorin der Veranstaltung, wird erneut mit den folgen Gästen sprechen, darunter auch die Vorsitzende des Verbandes Deutscher Antiquare, Sibylle Wieduwilt:
 
Mario Giupponi, Italien
Brad Johnson, US
Pom Harrington, Vereinigtes Königreich
Ryu Sato, Japan
Hervé Valentin, Frankreich und
Sibylle Wieduwilt, Deutschland


Nicht verpassen: Ingo Schulze im Gespräch zur Neuerscheinung »Die rechtschaffenen Mörder« (Kopie 1)

Das »Virtuelle Rote Sofa« der Antiquariatsmesse Stuttgart

24. November 2020

Am Mittwoch, den 25. November 2020 findet um 17 Uhr, im Rahmen des »Virtuellen Roten Sofas« der Antiquariatsmesse Stuttgart, eine Lesung mit anschließendem Gespräch mit dem bekannten Schriftsteller Ingo Schulze statt. Sein, in diesem Jahr erschienenes, Buch »Die rechtschaffenen Mörder« beschreibt auf fulminante Weise die Welt des Antiquars Norbert Paulini, der Bücher und des Lesens im Laufe der Zeit.

Das Gespräch führen: Ingo Schulze, die Antiquarinnen Sibylle Wieduwilt (Frankfurt), Dr. Barbara van Benthem (Tutzing) und der Antiquar Dr. Torsten Sander (Dresden).

Gewinnen Sie eines von 3 Exemplaren des Buches und melden Sie sich kostenfrei an unter: https://us02web.zoom.us/webinar/register/WN_H6cfH2BbRpi90vdvAD1v6A


Weitere Veranstaltungen der Antiquariatsmesse Stuttgart angekündigt!

25. November 2020 - 17 Uhr: Ingo Schulze im Gespräch mit Sibylle Wieduwilt zur Neuerscheinung "Die rechtschaffenen Mörder"

Das "Rote Sofa" steht im Januar nicht in Stuttgart, da die nächste Messe in virtuellem Format stattfindet, sondern im Netz. Der Verband Deutscher Antiquare lädt zum Gespräch mit Ingo Schulze zu dessen neuem Buch "Die rechtschaffenen Mörder", erschienen 2020 im Fischer Verlag. 

Ausführliche Infos zur Veranstaltung finden Sie auf der Veranstaltungsseite der Messe 

ZUR KOSTENLOSEN ANMELDUNG GELANGEN SIE ÜBER DIESEN LINK 

Auszug aus der Verlagsvorschau: "Norbert Paulini ist ein hoch geachteter Dresdner Antiquar, bei ihm finden Bücherliebhaber Schätze und Gleichgesinnte. Über vierzig Jahre lang durchlebt er Höhen und Tiefen. Auch als sich die Zeiten ändern, die Kunden ausbleiben und das Internet ihm Konkurrenz macht, versucht er, seine Position zu behaupten. Doch plötzlich steht ein aufbrausender, unversöhnlicher Mensch vor uns, der beschuldigt wird, an fremdenfeindlichen Ausschreitungen beteiligt zu sein. Die Geschichte nimmt eine virtuose Volte: Ist Paulini eine tragische Figur oder ein Mörder? Auf fulminante Weise erzählt Ingo Schulze von unserem Land in diesen Tagen und zieht uns den Boden der Gewissheiten unter den Füßen weg."

Wir freuen uns auf ein interesssantes Gespräch mit Ingo Schulze zu gegenwärtigen Themen in unserem Land und schauen auch ein wenig auf die letzten 40 Jahre und die Veränderungen im Handel, in Ost und West. 
 


ILAB-Kongress im September abgesagt

24. Mai 2020

Vier Wochen früher als angekündigt haben die Organisatoren des ILAB-Kongresses in Amsterdam die Reissleine gezogen. Obwohl auf der Webseite immer noch der 15. Juni als Tag der Entscheidung über die Ausrichtung steht (»Due to the pandemic, the future of the congress will be decided on June 15«) ist die Entscheidung schon jetzt in Abstimmung mit dem ILAB-Comittee gefallen.

»A month ago we formulated a set of conditions that had to be met for the Congress to go ahead. These conditions included restoring of normal air travel, lifting of quarantine restrictions, lifting of social distancing measures etc. We informed you that we would decide mid  June on the continuation. However, as none of the conditions are met and the future doesn’t look very promising either, we think it would be unwise to fool ourselves any longer, and to leave you in unnecessary uncertainty«.

Wehmütig kann man daher nur noch das geplante Programm zu Kenntnis nehmen → https://ilab2020.com.

Ebenfalls abgesagt wurde die damit nahtlos verbundene Amsterdamer Antiquariatsmesse → https://amsterdambookfair.net, die vom 2.–3. Oktober stattfinden sollte.


»Fair und gerecht?«

Ein Bericht über die hochinteressante Tagung der IG Kunsthandel, die letzte Woche in München stattfand, von Dr. Barbara van Benthem.

23. Oktober 2019

Am 14. Oktober 2019 trafen sich im Münchener Auktionshaus Karl & Faber über 120 Kunsthändler, Galeristen, Rechtsanwälte, Sammler und Antiquare, um das historisch und juristisch komplexe Thema der NS-Raubkunst aus Sicht der Marktakteure zu beleuchten. Ein Novum. Die Restitution von NS-Raubkunst wird in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert. Seit der Washingtoner Erklärung im Jahr 1998 und der Gemeinsamen Erklärung von 1999 machen spektakuläre Restitutionsfälle wie Ernst Ludwig Kirchners »Berliner Straßenszene« (Sammlung Alfred Hess, restituiert 2006) oder Paul Klees »Sumpflegende« (Sammlung Sophie Lissitzky-Küppers, Vergleich 2017) von sich reden. Zudem haben Bund und Länder Maßnahmen ergriffen, etwa die Einrichtung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste mit Sitz in Magdeburg und die seit 2001 bestehende Lost-Art-Datenbank, zuletzt das nach wie vor heftig umstrittene Kulturgutschutzgesetz. Welche Herausforderungen sich daraus für den Handel mit Gemälden, Graphiken, aber auch mit Büchern und Handschriften ergeben, tritt oftmals in den Hintergrund. Genau diese Fragen sind für den Kunst- und Antiquariatsmarkt von zentraler, gar existenzieller Bedeutung.

Umso wichtiger die Initiative der Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel (einem Aktionsbündnis u.a. des Bundesverbands Deutscher Kunstversteigerer und des Verbands Deutscher Antiquare),  erstmals eine Tagung unter dem Titel »Fair und gerecht? Restitution und Provenienz im Kunstmarkt« zu veranstalten. Die Tagung war hochkarätig besetzt. Einzig die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters war weder erschienen, noch hatte sie einen Vertreter geschickt – für Prof. Dr. Michael Wolfssohn ein »niederschmetternder« Befund. In seinem Einführungsvortrag plädierte Wolfssohn, dessen Familie selbst nach einem über 12-jährigen Prozess auf eine Restitution verzichtet hatte, für eine »Sichtbarmachung« des begangenen Unrechts. Die den jüdischen Familien zwischen 1933 und 1945 verfolgungsbedingt entzogenen Kunstgegenstände trügen ein »Kainszeichen«, der Kunsthandel und die Öffentlichkeit seien verpflichtet, darauf hinzuweisen. »Recht reicht nicht«, sagte er, »Versöhnung« sei wichtig.


Mangelnde Rechtssicherheit

Wie überaus schwierig, in vielen Fällen sogar unmöglich aber allein schon das Herstellen von Recht und Gerechtigkeit in Restitutionsfällen von NS-Raubkunst fast 75 Jahre nach dem Ende des NS-Regimes sein kann, wurde in allen Vorträgen und Plenumsdiskussionen deutlich. Ein grundlegendes Problem ist die mangelnde Rechtssicherheit. Daran kann auch die Washingtoner Erklärung nichts ändern, in der sich 44 Staaten, 12 nicht-staatliche Organisationen und der Vatikan freiwillig verpflichten, Kulturgut, das während der NS-Zeit beschlagnahmt, geraubt, verfolgungsbedingt entzogen wurde, ausfindig zu machen, die rechtmäßigen Eigentümer oder deren Erben zu finden und eine faire und gerechte Lösung für eine Rückgabe oder Entschädigung zu erarbeiten. Als »Soft Law« (Michael Eggert) fehle der Washingtoner Erklärung jegliche Rechtssicherheit. Es gebe keine juristisch verbindlichen Richtlinien, beklagte Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier, ehemals Präsident des Bundesverfassungsgerichts und Vorsitzender der sog. Limbach-Kommission (Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut). Papier sieht die Bundesregierung in der Pflicht, durch ein maßvolles, alle Seiten berücksichtigendes Gesetz endlich Rechtssicherheit herzustellen. In der abschließenden Podiumsdiskussion waren die Zweifel unüberhörbar, dass sich der Bund in absehbarer Zeit dieser Aufgabe annehme. Wie sollte die Bundesrepublik, wie sollten die öffentlichen Institutionen als Rechtsnachfolger des NS-Staates im Falle eines Restitutionsgesetzes mit Entschädigungsforderungen umgehen? Was wäre, wenn ein solches Gesetz nicht nur die Entschädigung von NS-Raubkunst, sondern auch von verfolgungsbedingt entzogenen Immobilien oder Firmenbeteiligungen regeln würde? Man wolle den gesellschaftlichen Frieden wohl nicht riskieren, konstatierte Prof. Dr. Hans-Jürgen Hellwig in seinem streitbaren Vortrag über »Die Entwicklung seit den Washington Principles«.


Die Grenzen des Zumutbaren

Hans-Jürgen Hellwig fungierte als Berater beim Zustandekommen des Kulturgutschutzgesetzes und gilt mittlerweile als einer der schärfsten Kritiker. Das Gesetz sei mit »fake facts« erarbeitet worden, denn es gebe zum Beispiel keine Belege dafür, dass Deutschland ein Umschlagplatz für Geldwäsche durch Antikenhändler sei. Die Gesetzgebung, so kritisierte er weiter, konzentriere sich einseitig auf die Perspektive der damaligen Eigentümer von Gemälden, Graphiken und anderen Kulturgütern, ließe aber die Situation der heutigen Besitzer außer Acht, gebe also keinerlei sinnvolle Vorgaben für eine private Restitution von Raubkunst. Die heutigen Besitzer seien nur in den seltensten Fällen mit den Nachfahren der Täter identisch. Viele Kunstwerke seien vor Jahrzehnten gutgläubig von privaten Sammlern auf Auktionen oder im Handel erworben worden, ohne eine Ahnung davon zu haben, dass es sich möglicherweise um NS-Raubkunst handele. Anders stelle sich die Situation bei Museen und Archiven dar, die zur NS-Zeit schon bestanden oder als Rechtsnachfolger gelten. In dieser Funktion hätten sie die Pflicht zur Restitution, zumindest aber zum Herbeiführen einer fairen und gerechten Lösung für alle Beteiligten im Sinne der Washingtoner Erklärung. Für Restitutionen von privater Hand müssten andere Regelungen gefunden werden.

Was ist fair und gerecht? Diese Frage ist nur zu klären durch eine sorgfältige Erforschung der Provenienz aller Objekte, betonten Dr. Uwe Hartmann vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste und Dr. Christian Fuhrmeister vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte. Weise ein Kunstwerk eine Provenienzlücke auf, stünde es unter Generalverdacht. Mit dem neuen Kulturgutschutzgesetz gelte für den Kunsthandel eine erweiterte Provenienzprüfungspflicht, erläuterte Hans-Jürgen Hellwig, was letztlich bedeute: Ein Händler könne ein Kunstwerk erst dann auf den Markt bringen, »wenn er zuvor bis zum wirtschaftlichen Ruin Provenienzforschung betrieben« habe. Das sei, so Hellwig, »verfassungswidrig«. Prof. Dr. Peter Raue pflichtete bei: Wesentliche Aspekte des Kulturgutschutzgesetzes seien verfassungswidrig, und es wäre angebracht, dies in einem Evaluierungsprozess zu korrigieren. Provenienzforschung gehöre seit Jahrzehnten für jeden Händler zum Alltag, vor allem die größeren Auktionshäuser unterhielten eigene Abteilungen, die sich damit befassten, erklärten Dr. Rupert Keim von Auktionshaus Karl & Faber und Carl-Christof Gebhardt, ehemaliger Mitarbeiter bei Sotheby’s Deutschland. Aber wie viel Provenienzforschung ist wirtschaftlich machbar und zumutbar? Kunsthändler und Antiquare fühlen sich nicht nur in dieser Frage von der Bundesregierung weitgehend alleingelassen und mit teils unerfüllbaren Forderungen konfrontiert.


Unzureichend – Lost-Art-Datenbank

Umso schwerwiegender sei es, dass die vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste betriebene Lost-Art-Datenbank erhebliche Mängel aufweise. Kritik an der Datenbank, die seit 2001 Kulturgüter erfasst, die infolge der NS-Gewaltherrschaft und des Zweiten Weltkrieges geraubt, verbracht oder verlagert wurden, zog sich durch nahezu alle Vorträge des Tages. Die Daten seien zu allgemein und erlaubten keine exakte Identifizierung. Enthalten seien auch Kunstwerke, die schon vor 1930 rechtmäßig verkauft wurden. Für einen Eintrag in die Lost-Art-Datenbank seien unbelegte Behauptungen ausreichend, im Falle von unberechtigten Forderungen sei hingegen die Streichung eines Eintrags nahezu unmöglich. Umso fataler erscheinen diese Kritikpunkte angesichts der zentralen Rolle, die der Lost-Art-Datenbank bei der Entscheidung von Restitutionsfällen zukomme. Die Datenbank habe »Erpressungspotenzial«, hoben Carl-Christoph Gebhardt und Dr. Christoph Andreas von der Frankfurter Kunsthandlung J. P. Schneider hervor. Dr. Christina Berking, Sprecherin der IG Kunsthandel, brachte es auf den Punkt: Sammler würden vom Staat, von der Öffentlichkeit zur Restitution »gedrängt«, »Hauptdruckmittel« dazu sei der Eintrag in der Lost-Art-Datenbank.


Was nun?

Am Ende eines langen und an Erkenntnissen reichen Tages fasste Christina Berking die prekäre Lage des Kunstmarktes zusammen. Bisher gebe es keinerlei verbindliche Lösungsansätze für die Restitution von NS-Raubkunst aus privater Hand. Hier müssten andere Maßstäbe angelegt werden als bei der Restitution von Kunstwerken aus Museen und Archiven. In die Limbach-Kommission, die bisher nur über Fälle öffentlicher Restitution beraten habe, müssten endlich auch Sammler und Händler aufgenommen werden. Bund und Länder seien in der Pflicht, ein Restitutionsgesetz zu erarbeiten, das die Gegebenheiten des Kunstmarktes und den privaten Erwerb von Kunstwerken mitberücksichtige und ein Gesetz zur Entschädigung mit einschließe. Bislang fehle allerdings der politische Wille dazu: »Der Staat bekommt die von ihm gewollte Restitution quasi zum Nulltarif.«

Das zwänge die Akteure des Kunstmarktes, die sich der Washingtoner Erklärung ebenso verpflichtet sehen wie die öffentlichen Institutionen, zum Handeln auf rechtlich unklarer Basis und unter stetig wachsendem öffentlichem Druck. Dabei ist die Beweislast nur in wenigen Fällen eindeutig zu klären. In 11 Fällen kam es laut Dr. Rupert Keim im Auktionshaus Karl & Faber in den vergangenen Jahren zu einer Restitution, obwohl die Beweise in keinem der Fälle eindeutig waren. Wichtig gewesen sei die Wiedergutmachung, das Anerkennen des geschehenen Unrechtes und die Herstellung des Rechtsfriedens.

Was brauchen die Nachfahren der Opfer und rechtmäßigen Eigentümer, was brauchen die heutigen Besitzer? Wie können beide an einen Tisch gebracht und wie kann für beide eine faire und gerechte Lösung gefunden werden? Der Handel habe in dieser drängenden Problematik eine wichtige, vermittelnde Funktion. Werde er in seiner Suche nach Lösungen weiterhin vom Staat allein gelassen, seien die Grenzen des Zumutbaren bald erreicht. Fair und gerecht – das gelte in jeglicher Hinsicht, für alle Beteiligten. »Wir haben heute keine Lösungen gefunden, aber viele Lösungen diskutiert«, resümierte Christina Berking. Die Münchener Tagung war ein starkes, klares Signal des Kunsthandels, sich der Verantwortung der Geschichte gegenüber zu stellen und die daraus resultierenden Probleme gemeinsam in Angriff zu nehmen. Das lässt hoffen für die Zukunft.

- Barbara van Benthem -


 

 

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