1. August 2022

Von Antiquaren und Sammlern

... Elvira Tasbach

Hinter jedem Antiquariat steht ein kluger Kopf. Antiquarinnen und Antiquare versinken in Büchergebirgen und Graphikmappen, verbergen sich hinter Computerbildschirmen, Antiquariatskatalogen, Angebotslisten, Websites und Onlineshops. Man trifft sie auf Antiquariatsmessen und in ihren schönen Ladenlokalen, manchmal sogar in Krimiserien. Barbara van Benthem und Sibylle Wieduwilt haben sich auf die Reise begeben und die Kollegen des Verbandes Deutscher Antiquare für eine Reihe von Interviews besucht und mit ihnen gesprochen. Sie haben viel zu erzählen. Heute: die starke Frau im Vorstand – Elvira Tasbach


Woran arbeitet der Vorstand gerade?
Zunächst am Umgang mit der neuen Verpackungsverordnung. Wieder einmal scheint der Gesetzgeber zwar das Richtige zu wollen (wer wie etwa Amazon mit seinen Waren Millionen Verpackungen in einen lokalen Markt bringt, soll sich auch an der dortigen Verpackungsentsorgung beteiligen), aber bei der Umsetzung einer solchen Verordnung nicht an kleine Unternehmen gedacht zu haben. De facto liefern viele kleine Firmen jetzt keine Waren mehr nach Spanien, Frankreich und andere EU-Länder, weil die Anmeldekosten im dortigen System zu teuer für wenige Lieferungen sind. So wird der EU-Binnenmarkt ad absurdum geführt.

Erfreulicher ist der baldige Start der VDA-Schaufenster-Website. Wir hoffen, dass viele Kollegen und Kolleginnen daran teilnehmen werden.

Was sind die wichtigsten Aufgaben des Verbandes?
Der Verband sollte eine Interessengemeinschaft sein, d.h. der Ort, an dem Antiquare ihre Erfahrungen, Ideen, Sorgen und Erwartungen gemeinsam artikulieren. Und er sollte eine Interessenvertretung sein, d.h. die Themen, die für unsere Arbeit wichtig sind, mit denen diskutieren, die die rechtlichen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen für unsere Arbeit schaffen.

Und nicht zuletzt sollte der Verband eine attraktive Messe als Schaufenster unserer Branche organisieren.

Warum engagierst Du Dich für den VDA?
Offizielle Antwort: Was könnte schöner sein als sich mit ausgesprochen netten Kollegen für den schönsten Beruf der Welt zu engagieren?

Inoffizieller Zusatz: Versuche mal, Markus eine Bitte abzuschlagen ….

Was ist das Positive und was das Negative an der ehrenamtlichen Arbeit für den Verband?
Positiv ist die sehr freundliche und effektive Zusammenarbeit insbesondere auch mit Norbert Munsch in der Geschäftsstelle und Angelika Elstner bei der ILAB.

Negativ ist an der ehrenamtlichen Arbeit nur die Tatsache, dass man ehrenamtlich den komplexen steuerlichen und rechtlichen Regelungen und Verordnungen, die uns das Leben schwermachen, nur wenig entgegensetzen kann. Der VDA gehört eben nicht zu den großen Lobbyisten in Berlin.

Nach über zwei Jahren Zwangspause startet die Antiquariatsmesse im Juni nächsten Jahres neu. Wie stellst Du Dir den Neubeginn vor?
Neuer Ort, neuer Termin – das wird aufregend. Ich habe den Eindruck, dass sich Antiquare und Sammler sehr auf die persönliche Begegnung und das analoge Entdecken freuen. Und wir werden versuchen, mit einem attraktiven Rahmenprogramm viele neue Besucher anzulocken.

Warum sind so wenig Frauen im Verband und was glaubst Du, könnte der Grund dafür sein?
Das könnte daran liegen, dass Frauen keinen so großen Wert auf einen institutionellen Rahmen legen. Auch beim Sammeln scheint mir das der Fall zu sein.

Welches Buch sollte ein Antiquar unbedingt lesen bzw. gelesen haben?
Abseits der üblichen Verdächtigen (Printing & the Mind of Men, H.P.Kraus: A Rare Book Saga, E.Friedell: Kulturgeschichte der Neuzeit) vielleicht ein kleines Büchlein von Arlette Farge: Der Geschmack des Archivs. Wenn man Gerichtsakten des 18. Jahrhunderts so sinnlich beschreiben kann, wie viel mehr kann uns das bei Büchern und Autographen gelingen?

Was tust Du, wenn kein Buch in der Nähe ist?
Ich fürchte, ich gehöre zu denen, die immer ein Buch mit sich herumtragen.


ZUR PERSON
Studium der Philosophie, Soziologie und Politischen Theorie in Konstanz und Berlin. Als Antiquarin selbstständig seit 1986 in Berlin. Zunächst mit dem Schwerpunkt Staatswissenschaften. In den 1990er Jahren mit Ladengeschäft in der Winterfeldtstraße – gemeinsam mit Urban Zerfaß und Günter Linke. Seit etwa 20 Jahren spezialisiert auf Handschriften des 16. bis 20. Jahrhunderts (Reiseberichte, Rezeptbücher, Vorlesungsmitschriften, Tagebücher etc.) und Entwürfe (Architektur, Mode, Schmuck, Möbel etc.).

Antiquariat Elvira Tasbach
Kronberger Straße 20
14193 Berlin
Telefon: +49 30 / 824 22 89
Fax: +49 30 / 823 64 63
www.tasbach-rare-books.com
Antiquariat-Tasbach[at]t-online[dot]de


18. Juli 2022

Von Antiquaren und Sammlern

... Dieter Zipprich

Hinter jedem Antiquariat steht ein kluger Kopf. Antiquarinnen und Antiquare versinken in Büchergebirgen und Graphikmappen, verbergen sich hinter Computerbildschirmen, Antiquariatskatalogen, Angebotslisten, Websites und Onlineshops. Man trifft sie auf Antiquariatsmessen und in ihren schönen Ladenlokalen, manchmal sogar in Krimiserien. Barbara van Benthem und Sibylle Wieduwilt haben sich auf die Reise begeben und die Kollegen des Verbandes Deutscher Antiquare für eine Reihe von Interviews besucht und mit ihnen gesprochen. Sie haben viel zu erzählen. Heute geht es nach Bamberg zu Dieter Zipprich, Schatzmeister des Verbandes:
 

Woran arbeitet der Vorstand gerade?
Gerade wurde der Vorstand neu gewählt und wir raufen uns in anderer Besetzung zusammen.   

Vorrangig beschäftigt uns die Vorbereitung der Messe im Juni kommenden Jahres. Die gewohnten Räume im Stuttgarter Kunstverein stehen noch nicht wieder zur Verfügung, wir weichen einmalig aus nach Ludwigsburg und wollen aus der Situation in jeder Hinsicht das Beste für alle machen.

Auf unserer Website wird demnächst ein »Schaufenster« als Button freigeschaltet.

Das novellierte Kulturgutschutzgesetz (KGSG) und dessen Implementierung erweist sich schon seit geraumer Zeit als Dauerbrenner. Wir versuchen erneut Einfluß zu nehmen auf Setzung vernünftiger Wertgrenzen bei der Ausfuhr: Handschriften und Inkunabeln müssen derzeit ab dem Wert € 0.- und dem Alter von 50 Jahren von den Behörden auf ihre nationale Bedeutsamkeit geprüft werden ...

Uns beschäftigt außerdem die neue Verpackungsverordnung (EPR), nach der jeder Versender ab dem 1. Juli 2022 in jedem EU-Land gesondert eigens sich registrieren lassen muß, jedes Land hat dabei eigene Regeln und wir befürchten eine Abmahnwelle .

Was sind die wichtigsten Aufgaben des Verbandes?
Die Antiquariatsbranche ist gesamtwirtschaftlich gesehen ein winziger Nischenmarkt und wird vom Gesetzgeber u.U. gar nicht wahrgenommen. (Erinnern wir uns in diesem Zusammenhang z.B. auch daran, wie Freiberufler in der Coronakrise sich erst nach und nach mühsam in Erinnerung bringen mußten).

Der VDA  kann, - auch dadurch, daß er innerhalb der ILAB international verknüpft ist, eine Stimme in der Öffentlichkeit und der politischen Landschaft  für die Bedürfnisse der Antiquare sein. Der VDA kann durch sein Know-How und seine finanziellen Mittel eine der besten Antiquariatsmessen der Welt ausrichten und dadurch ein Forum auch für Nicht-Mitglieder schaffen. Der VDA kann den Antiquariatshandel durch selbst auferlegte Qualitätskriterien, Ethics und Compliances auf ein bestimmtes Niveau heben, das für eine fruchtbare Kontinuität der Geschäftsbeziehungen seiner Mitglieder sorgt.  

Warum engagierst Du Dich für den VDA?
Weil bei meinem ersten »Messeauftritt« (Leipziger Buchmesse) zufällig alle meine Standnachbarn VDA-Mitglieder waren und diese mich als blutigen Neuling sehr freundschaftlich und hilfreich behandelt haben, das vergisst man nicht. Ich habe dann die Seminare des Verbands besucht. Die fanden damals zum Glück immer in München statt, dadurch brauchte ich kein Hotelzimmer und berappte brav den Nicht-Mitglieder-Preis. Der Umgang dort miteinander und die Flut an Informationen haben mich beeindruckt. Ich habe den VDA als ein durch idealistisches Engagement gut geöltes Räderwerk kennengelernt und davon profitiert. Es macht Freude, etwas zurückzugeben und den Mechanismus ein bisschen mit am Laufen zu halten.

Was ist das Positive und was das Negative an der ehrenamtlichen Arbeit für den Verband?
Der Schatzmeister wirkt im Verborgenen. Es sind viele Stunden, die man aufwendet und manchmal genau dann, wenn im Laden eigentlich etwas anderes Wichtiges ansteht. Aber ich will nicht meckern: es ist schön zu sehen, wie die Mitglieder durch ihre Beiträge die Notwendigkeit unserer Sache honorieren; es ist auch immer wieder eine große Freude, mit den Kolleginnen und Kollegen vom Vorstand zusammenzutreffen, zu planen und gemeinsam etwas erreichen zu können. Und es weitet in vielerlei Hinsicht den persönlichen Horizont!

Nach über 2 Jahren Zwangspause startet die Antiquariatsmesse im Juni nächsten Jahres neu. Wie stellst Du Dir den Neubeginn vor?
Der ungewohnte Termin soll die Covid 19-Gefahr und eine damit einhergehende Absage minimieren. Im Juni ist es sommerlich, es lebt und atmet sich leichter, als mit klammen Zehen im Januar – allein das wird wohltuenden Einfluß auf die Atmosphäre der Messe haben. Aussteller und Kunden haben nach zwei Jahren Abstinenz Nachholbedarf, freuen sich auf ein Wiedersehen und den gewohnten Trubel. Und: es wird die Nummer 60 der Stuttgarter Antiquariatsmesse sein, im schicken »Forum« in Ludwigsburg, einen Katzensprung entfernt zur »Antiquaria« – durch all das wird, denke ich, ein anregend frischer Windhauch die Reihen durchziehen, fast so etwas wie ein Neubeginn. Die Messe hat die Chance, sich in anderer Gewandung zu erleben, das kann in der Folge zu unvorhersehbaren Ideen führen.

Als Schatzmeister trägt man eine besondere Verantwortung. Worin sollte der Verband investieren und wo siehst Du Einsparmöglichkeiten?
Schön ist es, bei der Jahreshauptversammlung verkünden zu dürfen, daß es keine unerwartet großen Ausgaben übers Jahr gegeben hat (und wenn es sie gegeben hat, deren Notwendigkeit und künftige Vermeidbarkeit aufzeigen zu können).  Schatzmeister sind schmallippig. Die Mitgliedsbeiträge, von den Kolleginnen und Kollegen durch Fleiß und Klugheit erarbeitet, werden aber nicht nur von mir, sondern vom ganzen Vorstand in seiner Arbeit und Planung  mit großem Verantwortungsbewußtsein behandelt – ich mußte bis jetzt nie aufstehen und sagen »He, Moment mal!« Ich würde es aber tun. Der Verband steht derzeit finanziell gut da, eben auch weil wir grundsätzlich sparsam agieren.  Schade finde ich immer die Ausgaben für Rechtsberatung und »Interessengemeinschaft Kunsthandel«, der wir notgedrungen angehören, - weil wir diese Kosten einer weltfremden Politik zu verdanken haben, gegen die wir uns zu wehren versuchen. Die zwei Jahre Viruskrise haben uns ganz automatisch einige Kosten erspart: Das Handbuch wurde terminlich verschoben, unsere Vorstandstreffen fanden virtuell statt.

Investieren sollte der Verband weiterhin und verstärkt in seine Messe ! Sie und deren Öffentlichkeitsarbeit besonders, ist es, die ihn nach draußen wahrnehmbar macht. Auch Kollegen, die nicht in Stuttgart ausstellen, profitieren indirekt vom guten Leumund und Bekanntheitsgrad ihres Verbandes in der Öffentlichkeit. Vielleicht sollte man auch über ein weiteres, kleineres Engagement des VDA im Rahmen einer  der Buch- oder Antiquitätenmessen nachdenken, das könnte auch ad hoc und als pop-up geschehen. Investieren auch in Maßnahmen, die geeignet sind, mehr internationale Aussteller nach Stuttgart locken. Phantasie!

Welches Buch sollte ein Antiquar unbedingt lesen bzw. gelesen haben?
Sein Sparbuch – damit im Ernstfall nicht der Ankauf des Lebens wegen schlecht gefüllter Kriegskasse  durch die Lappen geht.

Was tust Du, wenn kein Buch in der Nähe ist?
Das wäre ja der Albtraum schlechthin! Aber in der Küche liegt für diesen Fall immer noch bereit:

Löbenberg, B.: Das deutsche Sparkochbuch für Kriegs- und Friedenszeit... München 1916. 

Dann koch´ ich uns was Feines!


ZUR PERSON
Magisterstudium der Philosophie, Germanistik und Psychologie an der LMU München. Nebenbei tätig in div. Institutsbibliotheken. 1998 Übernahme eines kleinen, schon seit 30 Jahren bestehenden Ladenantiquariats in der Münchner Max-Vorstadt. Vor 7 Jahren Umzug nach Bamberg. Dort stehen nun etwas größere Räumlichkeiten für Besuche nach Voranmeldung zur Verfügung; Messebesuche und Versandantiquariat. Schwerpunkte: Alte Drucke, Barock, Bibliophilie, Landeskunde, Literatur. Als Spezialität: traditionell gefertigte Buntpapiere aus hauseigener Werkstatt. Verbandsmitglied seit 2012, im Vorstand seit 2018.

Antiquariat Dieter Zipprich
Obere Dorotheenstraße 5A
96049 Bamberg
Tel. 0951 / 50 99 3200
Mobil 0151 / 75 40 98 15
→ www.antiquariat-zipprich.de
→ antiquariat.zipprich[at]freenet[dot]de


4. Juli 2022

Von Antiquaren und Sammlern

... Christian Strobel 

Hinter jedem Antiquariat steht ein kluger Kopf. Antiquarinnen und Antiquare versinken in Büchergebirgen und Graphikmappen, verbergen sich hinter Computerbildschirmen, Antiquariatskatalogen, Angebotslisten, Websites und Onlineshops. Man trifft sie auf Antiquariatsmessen und in ihren schönen Ladenlokalen, manchmal sogar in Krimiserien. Wir haben die Kollegen des Verbandes Deutscher Antiquare für eine Reihe von Interviews besucht und mit ihnen gesprochen. Sie haben viel zu erzählen. Den Anfang macht Christian Strobel, neugewähltes Vorstandsmitglied:


Woran arbeitet der Vorstand gerade?
Im Augenblick geht es zumindest für mich vordringlich noch um Einarbeitung. Aktuelle Themen sind der zunehmende Aufbau von Bürokratie, der vor allem den internationalen Handel belastet (KGSG, Verpackungsregisterfragen etc.) und besonders die Vorbereitung auf eine wieder real erlebbare Stuttgarter Antiquariatsmesse in 2023.

Was sind die wichtigsten Aufgaben des Verbandes?
Der Verband sollte einem Nischenberuf eine Stimme geben und immer wieder klar machen, dass es im Antiquariat auch um Erhalt und Vermittlung von Kulturgut und nicht nur um kommerzielle Interessen geht. Gleichzeitig gilt es, sich zu vernetzen und die einzelnen Mitglieder durch ein Qualitätssiegel aus der Masse der Buchanbieter herauszuheben.

Warum engagierst Du Dich für den VDA?
Wenn man von den Vorteilen einer Verbandsmitgliedschaft profitieren möchte, muss man auch bereit sein, irgendwann in einer passenden Form mitzuarbeiten. Ohne faire Verteilung der Lasten und kontinuierliche Erneuerung wird der Verband auf Dauer nicht bestehen können.

Was ist das Positive und was das Negative an der ehrenamtlichen Arbeit für den Verband?
Man muss sich wohl mit vielen bürokratischen und juristischen Dingen beschäftigen, auf die man gerne verzichten könnte. Positiv gewendet heißt das, sich auf Neues einlassen und ein Stück weit über seinen Schatten springen zu müssen. Für eine Bilanz ist es allerdings viel zu früh, ich hoffe, die positiven Erfahrungen überwiegen bei weitem.

Nach über 2 Jahren Zwangspause startet die Antiquariatsmesse im Juni nächsten Jahres neu. Wie stellst Du Dir den Neubeginn vor?
Ich hoffe auf eine große Wiedersehensfreude, das betrifft sowohl Kunden als auch Kollegen. Die Pandemie hat uns nachdrücklich gelehrt, wie wichtig persönliche Begegnungen auf allen Ebenen sind.

Du bist neu in den Vorstand gewählt. Was hast Du Dir für die Zeit Deiner Mitarbeit vorgenommen?
Auch im Verband gibt es viele Mitglieder, die nicht das große internationale Rad drehen können oder wollen. Meine Erfahrungen aus über zehn Jahren in den beiden Münchner Auktionshäusern und jetzt schon 20 Jahren Selbständigkeit als »kleiner« Händler können vielleicht hilfreich sein, auch diesen Interessen eine Stimme zu geben.

Welches Buch sollte ein Antiquar unbedingt lesen bzw. gelesen haben?
Die »Geschichte des deutschen Buchhandels« von Reinhard Wittmann, natürlich als Teil einer möglichst umfassenden Handbibliothek.

Was tust Du, wenn kein Buch in der Nähe ist?
Dann bin ich vermutlich zu Fuß in der Natur unterwegs, gerne in den Bergen, aber ein Spaziergang durch die Wiesen und Wälder um Irsee ist auch nicht schlecht und macht den Kopf frei …

(Die Fragen stellten Barbara van Benthem und Sibylle Wieduwilt)


ZUR PERSON
Studium Geschichte/Mittelaltergermanistik (M.A.) in Augsburg, abgeschlossene Buchhändlerlehre bei Pustet in Augsburg, ab 1991 Volontariat und Anstellung bei Hartung & Hartung in München, ab 1997 bei Zisska & Kistner, seit November 2001 selbständig als Antiquar mit den Schwerpunkten: Geisteswissenschaften, Orts- und Landeskunde (vor allem Allgäu und Bayerisch Schwaben) und alles, was schön ist. Verbandsmitglied seit 2008 (im Vorstand seit 2022)

Antiquariat Christian Strobel
Gebath-Hang 9
87660 Irsee
→ antiquariat-strobel[at]t-online[dot]de
→ www.antiquariat-strobel.de


12. April 2022

Bundesverdienstkreuz für Petra Bewer

»Petra Bewer hat für ihr herausragendes ehrenamtliches Engagement für Stuttgarts Kulturszene das Bundesverdienstkreuz erhalten. Sie hat unverzichtbare Impulse für die Entwicklung der Stuttgarter Kulturlandschaft gesetzt und den Dialog über Spartengrenzen hinweg vorangetrieben.« – so beginnt die Pressemitteilung des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst von heute.

Der Verband Deutscher Antiquare gratuliert der Kollegin und Veranstalterin der Antiquaria Ludwigsburg und Initiatorin des Antiquaria-Preises sehr herzlich. Wir freuen uns darauf, die ausgezeichnete Zusammenarbeit der letzten Jahre auch in Zukunft fortführen zu können.
Alles Gute, liebe Petra!


14. März 2022

Neues Mitglied im Verband
Drei Fragen an Dr. Ulf Kruse, Antiquariat Bibliakos, Kiel

Nach dem Abschluss einer handwerklichen Ausbildung und dem kurzen Ausflug an die TU Berlin begann ich im Sommer 1996 in Kiel ein Magisterstudium, das mich unentrinnbar in das 'Antiquariat Harald Eschenburg' geleitete – seinerzeit ein beliebter Anziehungspunkt für diverse Sammler. Jene verweilten tagtäglich vor dem Geschäft und blickten aus, ob der Inhaber 'frische Ware' in seinem alten Mercedes anlieferte. Jeder stürzte sich, indessen alles um sich herum vergessend, auf die entladenen Bücher, in der Hoffnung eine Trouvaille zu machen, die zudem zuweilen recht preisgünstig ausfallen konnte – denn hierfür war 'Eschi' weithin bekannt. In dieser Zeit kam ich als wissenschaftliche Hilfskraft in der Universitätsbibliothek Kiel sowie späterhin als Promovend auch mit Archivalien in Berührung. Dabei bleibt mir bis heute vor allem der Forschungsaufenthalt im Reichsarchiv Kopenhagen für das vorbildliche Zurverfügungstellen von Schriftstücken in guter Erinnerung. Nach dem Ausscheiden aus der Graduiertenförderung musste Geld verdient werden: So ging am ersten Oktobertag 2008 das 'Antiquariat Bibliakos' online, was es mir ermöglichte, weiterhin beharrlich an einer sehr zeitintensiven Dissertation zu arbeiten und diese schlussendlich 2014 zu publizieren.

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
Was den Umgang mit Büchern betrifft: Wenn der Antiquar das Buch auch nach vielen Berufsjahren nicht allein als geldwerten Gegenstand ansieht, sondern es immer noch liebt, ein bibliophiles Buch von allen Seiten anzuschauen, in die Hände zu nehmen, zu öffnen, zu beschnuppern, kurzum: Es vollständig mit den Sinnen zu begreifen. Eventuell machen Eigenschaften wie die oft ins Feld geführte Beharrlichkeit, Akribie, Spürsinn, eine gewisse Bereitschaft für finanzielle Wagnisse, die Kenntnis möglichst vieler Sprachen, aber auch Verhaltensweisen wie der aufgeschlossene, flexible Umgang mit Menschen und Situationen noch keinen 'guten' Antiquar aus – sie können sich jedoch bisweilen als recht nützlich erweisen. Idealerweise verbindet sich die Begeisterung für das Buch mit einem Geschäftssinn, der Bücher und Geld zirkulieren lässt.

• Welche Schwerpunkte haben Sie?
Gerne erwerbe ich illustrierte Werke aus allen Bereichen und Zeitaltern – mich zu sehr zu spezialisieren entspricht dahingegen nicht meinem Wesen.

• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
Bisweilen gebe ich etwas in den Auktionshandel, und zwar in die Hände des Auktionshauses Schramm oder in die von Ketterer Kunst. Vor allem lebe ich, wie gesagt, vom Onlinehandel. Einmal konnte mich der liebe und zu früh gegangene Detlef Thursch gewinnen, und zwar im Jahre 2017 für den Hamburger Antiquariatstag. Kataloge? Wir werden sehen.

Antiquariat Bibliakos / Dr. Ulf Kruse
Fichtestraße 13
24118 Kiel
Telefon: 0049 (0)431 84059
Fax: 0049 (0)431 90887297
bibliakos[at]yahoo[dot]de
→ www.booklooker.de/Antiquariat_Bibliakos
→ www.instagram.com/antiquariat_bibliakos/
https://twitter.com/Dr_Ulf_Kruse


4. März 2022

Neues Mitglied im Verband
Drei Fragen an Stefan Lenzen, Antiquariat Lenzen GbR, Düsseldorf

Die Liebe zu Büchern entstand bei mir durch Besuche in der örtlichen Bibliothek, wo mich besonders die Abteilung mit naturwissenschaftlichen Büchern anzog. Nach einer Ausbildung in der chemischen Industrie erwarb ich über den zweiten Bildungsweg das Abitur. In Antiquariaten entdeckte ich zu dieser Zeit für mich die progressive Literatur der Weimarer Republik und des Exils, hier vor allem die Bücher des Malik-Verlags und ähnlicher Verlage. Das Buch als Einheit aus Inhalt und Gestaltung faszinierte mich, eine Sammelleidenschaft war entstanden. Als Laborleiter und Papiertechniker in der Papierindustrie gehörte Papier und technische Fragen zu Papierherstellung und Druckverfahren zu meinem beruflichen Alltag. Nach und nach setzte sich die Idee zur Gründung eines Antiquariats durch, welches ich zunächst nebenberuflich 1999 gemeinsam mit meinem Zwillingsbruder eröffnete. 2007 schloss die Firma, für die ich tätig war, und so entschloss ich mich, mich nun ganz dem Antiquariat zu widmen. Ursprünglich als Versandantiquariat gegründet haben wir seit nunmehr 15 Jahren ein Ladenlokal, das in den letzten Jahren erheblich vergrößert und ausgebaut wurde. 

• Welche Schwerpunkte haben Sie?
Zu unseren Schwerpunkten zählen neben Literatur in Erst- und Vorzugsausgaben, bibliophilen Drucken und Philosophie, auch Kunst, Künstlerbücher und moderne Grafik. 

• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
Die richtige Mischung macht es. Der Onlinehandel ist für uns wie für die meisten Antiquariate von zentraler Bedeutung. Aber auch Ladengeschäft und Antiquariatsmessen sind uns wichtig, sowohl als wirtschaftlicher als auch als kommunikativer Faktor.

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
Ein guter Antiquar ist meines Erachtens jemand, den Bücher immer wieder aufs Neue faszinieren. Die Lust immer wieder Varianten und Themen des einen Gegenstandes, des Buches, zu erleben, zu erarbeiten, dazu zu recherchieren und der damit verbundenen Aneignung weiteren Wissens sind für mich elementar. Daneben sind die menschlichen Beziehungen, ein vertrauensvolles Verhältnis zu Kunden und Kollegen für mich sehr wichtig. 

Stefan Lenzen, Antiquariat Lenzen GbR
Münsterstraße 334
40470 Düsseldorf
Tel.: 0211–15796935
www.antiquariat-lenzen.de
slenzen[at]antiquariat-lenzen[dot]de


21. Dezember 2021

Rückblick 2021 – Perspektiven 2022

Sibylle Wieduwilt, seit 2016 Vorsitzende des Verbandes und Inhaberin des Antiquariats Tresor am Römer in Frankfurt, stellt sich den Fragen von Björg Biester, Redakteur der Zeitschrift »Aus dem Antiquariat«
Interview lesen (PDF)


2. Dezember 2021

Mit Schulwandbildern Erinnerungen wecken
Ein Bericht von Dr. Markus Brandis über das soziale Engagement der Antiquarin Regina Kurz 

Wie wirkt ein Buch? Wie eine Farbtafel? Wie ein Text, ein Gedicht oder ein Märchen? Fragen, die sich Antiquare vor allem in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit stellen, an die sich unmittelbar die entscheidende Frage anschließt: »Wer zahlt mir was dafür?«. Eine ganz andere Dimension ihres Antiquariats im malerischen Oberaudorf mit grandiosem Alpenblick öffnet sich Regina Kurz bei ihren wöchentlichen Besuchen im Caritas Altenheim St. Peter in Mühlbach bei Kiefersfelden, die schon zu einer festen Institution im Programm wurden und auf die sie sich alle freuen: die Pflegerinnen und Pfleger, die Vortragende und vor allem die Seniorinnen und Senioren, die oft schon Minuten vorher ihren Platz eingenommen haben und in freudiger Erwartung des Vortrags harren.

Anhand von historischen Schultafeln – großformatige Kartons mit Chromolithographien in leuchtenden, schimmernden Farben – präsentiert Regina Kurz jedes Mal ein anderes Thema: »Schule«, »Pilze«, »Post«, »Hund und Katze«, »Mode«, »Mahlzeit – Geschichten rund ums Essen«, »Teich – Leben am Teich«. Dazu finden sich gewöhnlich 10–25 Leute ein, Senioren mit körperlichen oder kognitiven Behinderungen, mit Gehhilfen und in Begleitung der Pfleger. Sie bestaunen die Tafeln, die Frau Kurz ihnen immer wieder auch einzeln vorhält, indem sie die abgebildeten Dinge erklärt. Zusätzlich verteilt sie Farbausdrucke mit jeweils 6–7 Motiven, die sie sorgsam laminiert hat und austeilt: »Jeder bekommt ein Bild in die Hände, dann werden die Senioren ruhiger – und ich bekomme mit, was sie anspricht, was sie interessiert«. Zu jedem Treffen bringt sie drei Bücher mit, die ihre Zuhörer auch in die Hände bekommen, das Leder oder die Prägung des Einbandes streicheln können und sichtbar Wohlgefallen an diesem haptischen Erlebnis haben. 

»40–45 Minuten ist das Maximum an möglicher Konzentrationszeit«, stellt Frau Kurz fest. Letztens war das Thema »Apfel« dran, es weckte Erinnerungen an die Kindheit, an die Jugend. Dazu trug Regina Kurz das Weihnachtsgedicht »Der Bratapfel« vor. »Das haben wir im Backofen gemacht!« meldet sich eine Seniorin. Überhaupt freut sich Regina Kurz über jede Reaktion. »Ringelnatzgedichte mögen sie immer, auch Wilhelm Busch weckt schnell Erinnerungen – da werden die Verse dann auswendig weiteraufgesagt«. Liebesgedichte erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit, »gerne etwas Melancholisches, aber bloß nichts Gruseliges«.

Weltkrieg, Flucht, Vertreibung, Hunger, Angst, das sind alles keine Themen für die lehrreiche Unterhaltung. Aber unterschwellig schwingt es mit, es ist ja die Generation, die den Krieg noch miterlebt hat. Bei Thema »Schule« erzählt eine Seniorin aus Berlin, dass es irgendwann keine Schule mehr gab, sie war ausgebombt. Beim Thema »Apfel« erinnert sich ein Herr, dass sie aus dem Pfarrersgarten Äpfel vom Baum geklaut haben. Kein Streich von Jungs, sondern eine Notwendigkeit, um als Flüchtlinge zu überleben. Meistens bleibt es aber heiter. 

Einmal ging es um das Thema »Mittelalter«, um Burgen, Ritter und hübsche Burgfräulein. Dazu liest Frau Kurz dann Märchen vor »gnadenlos gekürzt, das darf nicht länger als 5 Minuten dauern, eine DIN A4 Seite langt!«. 

 »Es ist so wunderbar, anderen etwas zu geben. So komme auch ich in eine Welt hinein, die mir im Täglichen meist doch recht fern ist. Und ich erfahre den Wert der Bücher wieder aus einer ganz anderen Perspektive«. Einige Senioren schlafen zwischendurch auch mal ein, doch am Ende wird immer wieder auch geklatscht und Frau Kurz geht mit den dankbaren Augen ihres Publikums nach Hause, um das Thema für die nächste Woche vorzubereiten.

 

Bildmaterial: Regina Kurz, Antiquariat Rainer Kurz, Oberaudorf 

20. September 2021

25 Jahre Internetauftritt des VDA

2021 ist das Jahr der großen und kleinen Internetjubiläen. Nicht nur bekannte Verkaufsplattformen für antiquarische Bücher sind 1996 online gegangen, auch der Verband Deutscher Antiquare. Wir gehören zu den Pionieren des digitalen Zeitalters! Alles noch ohne fotografische Abbildungen, die hätte man dann auch gleich aufgrund der ewig langen Ladezeiten persönlich beim Seitenbesucher vorbeibringen können. Doch schon damals vereinte die Seite alle wichtigen Informationen zum Verband, seinen Mitgliedern und seinen Unternehmungen. Inzwischen sind aus der einen Website drei verschiedene geworden: in einem modernen Design und reich bebildert. Und mit der diesjährigen digitalen Antiquariatsmesse verfügt der Verband nun auch über eine leicht zu handhabende, ansprechend gestaltete Verkaufsplattform für besondere Anlässe. Wer hätte das 1996 gedacht?


19. August 2021

Wolfgang Schönemann (1949–2021) – ein Nachruf von Wolfgang Braecklein

Wolfgang Schönemann ist tot. Im März 1949 in Berlin geboren ist er im Juli 2021 nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.
Er war Antiquar. Aber da er für sich selbst lebte und arbeitete, das Leben als einen großen Abenteuerspielplatz ansah, bestand der Sinn seines Tuns hauptsächlich darin, die Sinnlichkeit und Vielfalt unserer Kultur zu erleben, um sich zu versammeln und zu genießen. Seine Räume sahen aus wie eine barocke Wunderkammer. Bücher, Bücher, Bücher, Statuen, Bronzen, Bilder, Emailleschilder, Möbel, Zinn, Porzellan, Gebrauchsgegenstände vergangener Zeiten und sonstige Trouvaillen. »Beifang« nannte er das. Und alles, alles ist wichtig zu sehen und zu begreifen, damit kein Bild in der Seele fehle. Er hatte Leberkrebs, nicht mehr im Frühstadium – er ist ja nie zum Arzt gegangen. Er hat eine längere Chemo erduldet und ist vor einigen Wochen mit dem Fahrrad gestürzt. Oberschenkelhalsbruch. Er wehrte alle Fragen ab: »Lasst mich in Ruhe«.
Schließlich bekam er in der Reha starke Schmerzen, und die Palliativmedizin schien nicht die wacheste zu sein. Jedenfalls wünschte er sich, endlich sterben zu dürfen und dann hat es noch eine ganze Woche gedauert.
Ja, lieber Namensvetter, nun haben wir auch das erleben müssen! Seit fast 50 Jahren haben wir uns begleitet. Wir waren Arbeitskollegen bei Bassenge, dann Freunde. Du hast mich beim Antrag auf meinen Existenzgründungskredit »händchenhaltend« begleitet. Unsere Beziehung, auch zu Gesche, unserer Arbeitskollegin bei Bassenge und später Ehefrau, wie auch nach deren Tod zu Deiner ersten und dann wieder letzten Liebe Elisabeth, war geprägt von Nähe, aber auch von Distanz – wenn ihr Euch mal wieder einen entfernteren Wohnort ausgeguckt hattet.
Wo hattest Du nicht überall gewohnt! Ich habe selbst Deine Wohnung in Friedenau erlebt, bei uns »um die Ecke«, dann, als Du Dich 1985 selbständig machtest und schöne Kataloge publiziertest, bezogst Du das wunderbare Reihenhaus in der Bruno-Taut-Siedlung in Grunewald. Bauhaus, Schwedenkamin und über den Garten zog die kühle, feuchte Herbstluft ins Haus. Bald, 1989, zog es Dich nach Bayern, um in Rotthalmünster bei einem namhaften Antiquar tätig zu sein und schließlich 1991, wieder als Selbständiger, quer durch die Republik nach Schwerin, um dort den Volksbuchhandel zu übernehmen. Ich habe Deine Domizile in Zittow, Retgendorf und Schwerin kennen gelernt und schließlich das schöne, historistisch gestaltete Haus in Grabow bewundert. Und immer zogen Deine Druckerutensilien mit, auch die schwere »Nudel«, mit der wir – gehüllt in zünftige Lederschürzen – in Berlin so manchen Unsinn veranstalteten, bis hin zu Neudrucken von alten Holzstöcken.
Über Deine Kindheit in Spandau ist hier nichts Schönes zu berichten. Erst jetzt habe ich erfahren, dass Deine Mutter unzuverlässig war, Du als Zweitklässler alleine durch den Wald zur Schule tippeln musstest, viel auf Dich selbst gestellt warst und Deine Zahnbürsten selber kaufen musstest. Folgerichtig bist Du mit der Mittleren Reife in der Tasche weggelaufen, wolltest Ingenieur werden, versuchtest Dich als Elektrikerlehring. Doch als Wachmann bei den Amerikanern erwachte mit dem Lesen zu nächtlicher Stunde die Leidenschaft, die Dein weiteres Leben nachhaltig prägte. Und in der Wohngemeinschaft mit einem jungen Druckergesellen begann auch die oben angesprochene Leidenschaft zur Schwarzen Kunst. Die mehrjährige Ausbildung bei Rothacker zum Antiquariatsbuchhändler mündete dann in einen unangemeldeten Besuch von Til Bassenge, der Dich als Mitarbeiter anwarb.
Über die Veränderungen nach langer Tätigkeit im Auktionshaus habe ich berichtet. Was noch bleibt, sind viele persönliche Erinnerungen an Deine ostelbische Direktheit, gewürzt mit einem Schuss angelsächsischen Humors. So hatten wir uns beide 1986 in Heidelberg verabredet, um Thomas Hatry bei Eröffnung seines Antiquariats auch praktisch zur Seite zu stehen. Ich habe meine damals 12-jährige Tochter mitgenommen, die dann nicht nur Heide Hatry beim Stullenschmieren helfen konnte, Thomas‘ und Heides Frischling im Kinderwagen um den Block kutschierte und schließlich beim Kollegen Rolf Schwing Dürers »Passion« betrachten konnte und tief beeindruckt von den erläuternden Kommentaren sowie seiner epikuräischen Lebenshaltung war. Wolfgang Schönemann, kinderlos, als er uns beide ins Hotel kommen sah: »Was soll denn das? Ich bringe doch auch nicht meinen Hund mit« und wir lachten alle herzlich. Und ein älterer Frankfurter Kollege, der zufällig aus anderem Anlass auch dort war, gab mit seiner Bemerkung über meine Tochter: »Sie haben aber eine nette Freundin« Anlass zu einigen bissigen Kommentaren. Das waren Zeiten – schocking! Das »Hund-Zitat« war übrigens der Beginn einer Verbindung, die auch dazu führte, dass die Tochter Urlaubsvertretung im Schweriner Antiquariat machte und wiederum in Wolfgangs Welt eintauchen konnte.
Eine kleine Episode zum Schluss: Als wir nach der Übernahme des Volksbuchhandels Wolfgang Schönemanns Erfolg in der urigen Kneipe unter dem Schweriner Dom in kleinstem Kreis feierten und er seelig den Briefwechsel präsentierte, stellten wir fest, dass alle Briefe an die Treuhand an die Stadt »Schwein« (statt Schwerin) adressiert waren – er hatte die Adresse einfach immer wieder, genial wie er war, aus seiner fehlerhaften Datei kopiert.
Vor Jahren hatte mir Wolfgang ein Gruppenbild von der Kölner Antiquariatsmesse 1987 geschickt, mit seinem Vermerk »Aus dem Reich der Toten«. (Wolfgang Schönemann, Harry Kreuschner, Harald Wiermann und Walter Alicke, v.l.n.r.). Er bezeichnete sich damals als Überlebenden. Nun ist das leider auch Geschichte. Es stimmt schon: Wer sehen will, muss sich beeilen – alles verschwindet. Und so rufe ich Dir zu: Tschüss Wolfgang, bis bald!

Wolfgang Braecklein


16. Juni 2021

Detlef Thursch (1952–2021)

Mit großer Bestürzung haben wir gestern vom plötzlichen Tod unseres Kollegen Detlef Thursch erfahren.
Detlef Thursch betrieb in den 90er Jahren ein Ladenantiquarat und gründete die Antiquariatsmesse Düsseldorf. Heute sind ihm, die an die klassischen Buchmessen in Leipzig und später auch in Frankfurt gekoppelten Antiquariatsmessen, sowie zahlreiche kleinere Verkaufsveranstaltungen deutschlandweit zu verdanken. Mit immer wieder neuen Ideen hat er damit vielen Antiquarinnen und Antiquaren aus ganz Europa ein Schaufenster geboten. Wir verlieren mit ihm einen derjenigen, die in den letzten 20 Jahren die Welt des Verkaufens und Sammelns von seltenen Büchern in Deutschland maßgeblich mitgeprägt haben. Seiner Familie gehört unser aufrichtiges Mitgefühl.


Der Verband stellt vor: Neues Vorstandsmitglied Elvira Tasbach

21. März 2021



Im Februar 2021 wurde die Berliner Antiquarin Elvira Tasbach als Beisitzerin in den Vorstand des Verbandes Deutscher Antiquare berufen.
Nach einem Studium der Philosophie, Soziologie und Politischen Theorie in Konstanz und Berlin, gründete sie 1986 ein Versandantiquariat für Staatswissenschaften und Nationalökonomie. Nach 1997 betrieb Frau Tasbach gemeinsam mit den Kollegen Urban Zerfaß und Günter Linke ein Ladengeschäft in Berlin. Seit 2007 ist Frau Tasbach wieder im eigenen Antiquariat tätig, spezialisiert auf Handschriften aus allen Gebieten (vor allem aus dem 17. bis 20. Jahrhundert) und preussische Geschichte.

Der Verband freut sich auf die Zusammenarbeit. 
Link zum Antiquariat: → http://www.tasbach-rare-books.de/pub/


Liebe Kundinnen und Kunden, Liebe Kolleginnen und Kollegen,

der Vorstand des Verbandes Deutscher Antiquare möchte Ihnen ein frohes und besinnliches Weihnachtsfest und ein gesundes und gutes Neues Jahr wünschen.

Das Jahr 2020 hat uns alle vor neue Herausforderungen gestellt, ob nun privat oder geschäftlich, auch der scheinbar weltentrückte Bereich des Antiquariates ist davon nicht verschont geblieben. Von vielen Kollegen haben wir erfahren, dass das Jahr wirtschaftlich dennoch recht gut war und sie zuversichtlich in das nächste blicken.

Das neue Jahr wird für uns in jeder Hinsicht ungewohnt beginnen. Seit 60 Jahren steht  im Januar Stuttgart ganz im Zeichen des Buches und der Buchkunst, wenn wir zur Antiquariatsmesse Stuttgart in die Landeshauptstadt einladen. Auch im Jahre 2021 wird dies wieder der Fall sein, aber wir werden Sie leider nicht im Württembergischen Kunstverein, sondern ausschließlich in digitalen Räumen begrüßen können. Das wird aber eine spannende Erfahrung sein! Umfangreiche Informationen dazu finden Sie auf der Messeseite.

Das Buch gehört zu den wichtigsten Kulturgütern in unserer Gesellschaft. Es kann gerade auch in Krisenzeiten einen wichtigen Beitrag für das gesellschaftliche Miteinander leisten.

Bleiben Sie gesund!


Dieter Stecher (1940–2020)

4. Dezember 2020



Der Antiquar Dieter Stecher ist am 26.10.2020 einen Tag nach seinem achtzigsten
Geburtstag verstorben. Geboren wurde er am 1940 als Xaver Dietrich Stecher in Baden bei
Wien. 1945 siedelte seine Mutter mit ihm zurück auf den familiären Bauernhof bei Baden-
Baden. Nach Schule und Gymnasium in Baden-Baden studierte er in Mannheim
Betriebswirtschaft. Während seines Studiums verbrachte er eine Zeit als Austauschstudent in
Frankreich, wo seine lebenslange Liebe zur französischen Sprache und
französischsprachigen Ökonomie geweckt wurde. Seine erste berufliche Laufbahn begann
bei den Motoren-Werken Mannheim. Ein Studienkollege holte ihn nach kurzer Zeit zu Nestlé
in die Schweiz, wo er dann 35 Jahre tätig war und bis zum Geschäftsführer verschiedener
Tochterfirmen aufstieg. Mit dem altersbedingten Ende dieser Karriere und der Einsicht nicht
mehr Golf-Profi werden zu können, begann er sein seit seiner Studienzeit intensiv gepflegtes
Bücher-Hobby als zweiten Beruf. Nach mehreren, auch internationalen Messeteilnahmen
veröffentlichte er in den letzten Jahren noch regelmäßig Listen. Die Antiquariatswelt verliert
mit ihm den besten deutschsprachigen Kenner der französischen Ökonomie und die mit ihm
zu tun hatten einen sehr geschätzten Kollegen.


Deutsches Verbandsmitglied im neuen Vorstand der ILAB

Die International League of Antiquarian Booksellers (ILAB), der internationale Dachverband über 22 nationale Antiquariatsverbände, hat am 1. Oktober einen neuen Vorstand gewählt.

2. Oktober 2020  

Sally Burdon (Australien) wurde als Präsidentin bestätigt, Mario Giupponi (Italien) ist neuer Vizepräsident der ILAB.
Eberhard Köstler (Deutschland, Tutzing), seit 1994 Mitglied im Verband Deutscher Antiquare, wurde in das Komitee gewählt und folgt damit Robert Schoisengeier (Österreich) nach vierjähriger Tätigkeit. Eberhard Köstler ist vielen Verbandsmitgliedern noch als Vorstandsvorsitzender des VDA (2006 - 2012) und auch als langjähriger Organisator des Seminars für Antiquare bekannt. 

Sibylle Wieduwilt, Vorstandsvorsitzende des VDA: “Eberhard Köstlers Credo und Motivation lag und liegt die Idee zugrunde, dass ein Netzwerk für Antiquare eine große Errungenschaft ist, von der alle profitieren. Es sollte immer auch Zeit aufgebracht werden, dieser Gemeinschaft etwas zurückzugeben und nach vielen Jahren der Arbeit für den deutschen Verband folgt nun eine Tätigkeit für die internationale Gemeinschaft.”

Der neue Vorstand der ILAB setzt sich wie folgt zusammen:

Sally Burdon (Asia Bookroom Australien) - Präsidentin 
Mario Giupponi (Studio Bibliografico Benacense, Italien) - Vizepräsident 
Stuart Bennett (Stuart Bennett Rare Books, USA) - Generalsekretär
Rob Shepherd (Sangorski & Sutcliffe, Vereinigtes Königreich) - Schatzmeister 

Weitere Mitglieder des Komitees: 
Eberhard Köstler (Köstler Autographen & Bücher, Deutschland) 
Anne Lamort (Anne Lamort Livres Anciens, Frankreich) 
Pavel Chephyzov (Bookvica, Russland) 
Angus O’Neill (Omega Bookshop, Vereinigtes Königreich)


Drei Fragen an Stefan Krüger, Antiquariat Stefan Krüger

Neues Mitglied im Verband

12. August 2020

Nachdem ich schon in recht zartem Alter mit dem Bollerwagen in der Nachbarschaft eingesammelte Bücher regelmäßig auf dem großen Sommerfest in der Essener Gruga gewinnbringend loszuschlagen wusste, kam ich als Jugendlicher durch den kommissarischen Verkauf von ausgewählten Stücken der Bibliothek des bekannten Essener Industriefotografen Josef Stoffels (darunter Seltenheiten wie die heute unauffindbaren »Beiträge zur Naturgeschichte der Amphibien« von Blasius Merrem) in Kontakt mit Antiquaren vor allem aus dem Ruhrgebiet. (Damals gab es sie noch in größerer Zahl, man denke nur an den seligen Herrn Selbiger und seine kenntnisreichen Mitarbeiterinnen von der auf drei Stockwerken residierenden Firma Atlantis in Duisburg, in deren riesigem Schaufenster eine Erstausgabe der »Kritik der reinen Vernunft« nichts Besonderes war). Die Gründung des eigenen Antiquariates erfolgte 1983 mit 19 Jahren. Ein gleichzeitig begonnenes Studium der klassischen Philologie habe ich nach zwei Semestern abgebrochen. Ausgebildet habe ich mich also – im Rahmen des Möglichen – selber.

• Welche Schwerpunkte haben Sie?
Ich bediene das ganze Spektrum von Inkunabeln bis zu gebrauchten Taschenbüchern der letzten Jahre mit Schwerpunkten in den Bereichen alte Drucke und Musikalien. Den Ankauf von neueren Beständen, insbesondere geisteswissenschaftlichen Bibliotheken, möchte ich nicht missen, erweitert das den Horizont doch oft ungemein. Und wie oft bin ich alleine beim Blättern während der Titelaufnahme eines neueren Werkes auf Informationen gestoßen, die ein zuvor unbeachtetes Werk des Altbestandes in ein ganz neues Licht rückten!

• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
In Essen habe ich immer unter wechselnden Adressen ein Ladengeschäft geführt, seit sieben Jahren in den Räumlichkeiten des nach 40 Jahren aus Altersgründen aufgelösten Antiquariates Wünnenberg im denkmalgeschützten Haus der Technik gegenüber dem Hauptbahnhof, ferner zwischen 1994 und 2010 ein Musikantiquariat in der Bücherstadt Bredevoort in den Niederlanden und seit 2001 ein Antiquariat in der Kölner Innenstadt. Ich nehme jährlich an mehreren Messen teil und bin seit Beginn der 90er Jahre (also von Anfang an, damals mit 30 Händlern!) im ZVAB vertreten, wobei das Ladenangebot in Köln und Essen sowie ein Großteil des Alt-bzw. Musikalienbestandes bewusst nicht gelistet sind. Entgegen allen Vorsätzen habe ich richtige Kataloge seit vielen Jahren nicht mehr erstellt, kleinere Listen aber schon für einen ebenso kleinen Kundenkreis. Überhaupt ist unabhängig von den oben angesprochenen Vertriebswegen der persönliche Kontakt zu einigen langjährigen Kunden und Kollegen für mich am wichtigsten.

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
Ein guter Antiquar (die bessere Antiquarin immer mitgedacht) ist eher Vermittler denn Spekulant, überaus neugierig, hat ein gutes Gedächtnis, verfügt über das richtige Maß an Risikobereitschaft, kümmert sich um seine Kunden und Mitarbeiter wie Eltern um ihr Baby, besitzt eine ausufernde Handbibliothek nicht nur zum Nachschlagen, sondern als Born fortwährender Inspiration, braucht einen langen Atem, da er oft längerfristige (Katalog-) Projekte verfolgt, erweitert ständig seine Marktkenntnis durch regelmäßiges Studium von Händler-und Auktionskatalogen, Messeangeboten, Antiquariatsbeständen etc. um das Besondere als Besonderes zu erkennen, spürt Desiderata in öffentlichen und privaten Sammlungen auf und sicherlich vieles mehr, ganz abgesehen von Persönlichkeit und Auftreten, die natürlich, abhängig auch vom Kunden- und Kollegenumfeld, in dem man sich bewegt, ganz unterschiedlich wahrgenommen werden. (Dies war kein Selbstportrait).

Antiquariat Stefan Krüger
Auf dem Berlich 26
50667 Köln
Telefon (0221) 2585968
→ e-mail: antiquariatkrueger-koeln@gmx.de


Carl-Ernst Kohlhauer gestorben

23. Juli 2020

Mit Trauer haben wir zur Kenntnis nehmen müssen, daß unser langjähriges Mitglied Carl-Ernst Kohlhauer vor Wochenfrist im gesegneten Alter von 91 Jahren verstorben ist.
Von 1957 bis 1992 war er als selbständiger Antiquar in Frankfurt am Main, Ansbach und Feuchtwangen im Allgäu tätig.
Weit über die Grenzen des eigentlichen Antiquariatsbuchhandels ist er bekannt geworden durch seine profunden Beiträge, vor allem zu seinen Fachgebieten Naturwissenschaften, Pharmazie, Medizin- und Wissenschaftsgeschichte, in der Zeitschrift »Aus dem Antiquariat« (und ihrem Vorläufer).
»Aus Kohlhauers Feder stammen unter anderem zahlreiche fundierte Besprechungen von Antiquariatskatalogen und für seine Interessengebiete einschlägigen Publikationen sowie ein 2011 erschienener, stark beachteter und kontrovers diskutierter Beitrag über den Berliner Antiquar, Kunsthändler und Versteigerer Gerd Rosen, für den Kohlhauer in den 1950er Jahren kurze Zeit gearbeitet hatte. Auch für die jährliche Stuttgarter Antiquariatsmesse des Verbands Deutscher Antiquare hat Kohlhauer sich engagiert, unter anderem als Redakteur des Messekatalogs von 1970 bis 1972.« (B. Biester in Börsenblatt vom 23.7.2020)

→www.boersenblatt.net/news/antiquariat-news/carl-ernst-kohlhauer-gestorben-111911


Drei Fragen an Christoph J. Müdsam, Nürnberger Buch- und Kunstantiquariat

Neues Mitglied im Verband

22. Juli 2020

Meine ersten Erfahrungen mit alter Graphik machte ich in der Rahmenwerkstatt der Firma E+R Kistner in Nürnberg. In Folge begann ich dort ein Volontariat im Antiquariat. Im Verlauf der Jahre entwickelte sich dann eine wachsende und bis heute anhaltende Begeisterung für Druckgraphik, welche dort in einem extrem breiten Spektrum und einer großen Sortimentstiefe gehandelt wurde. Nach Schließung des Antiquariats E+R Kistner gründete ich zusammen mit Guido Schwald, auch er ein langjähriger Mitarbeiter der Firma Kistner, im Jahr 2013 das Nürnberger Buch- und Kunstantiquariat.

• Welche Schwerpunkte haben Sie?
In unserem Antiquariat pflegen wir ein breites Angebot an Büchern, Landkarten, topographischen Ansichten, dekorativer und Künstlergraphik. Vieles aus unserem Angebot hat einen regionalen Bezug zu Nürnberg, Franken und Bayern. Mein persönlicher Schwerpunkt ist die Graphik in ihren zahlreichen Facetten, wobei mir dabei auch die dekorative Aufbereitung in Passepartout und Rahmen wichtig ist und besondere Freude macht.

• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
Seit Gründung unseres Geschäftes im Jahr 2013 versenden wir zwei bis vier Kataloge jährlich. Daneben bieten wir einen Teil unseres Angebotes im Internet an. Ein weiterer, wesentlicher Schwerpunkt sind die individuellen Angebote an unsere Kunden und Sammler und die persönliche Beratung in unserem Ladengeschäft. Längerfristig möchten wir auch an Messen teilnehmen.  

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
»Beharrlichkeit ist´s, die zum Ziel führt«, außerdem ist heute wohl die Bereitschaft und Flexibilität, sich den stetigen Marktveränderungen anzupassen, hilfreich.

Nürnberger Buch- und Kunstantiquariat Guido Schwald und Christoph Müdsam GbR
Mohrengasse 10
90402 Nürnberg
Telefon (0911) 20 34 82
→ email: info@antbuch.de
www.antbuch.de


Drei Fragen an Wolfgang Wanzke, Antiquariat Dr. Wolfgang Wanzke

Neues Mitglied im Verband

15. Juni 2020

Antiquar bin ich als Quereinsteiger geworden. Haupt­beruf­lich war ich ab 1986 Chemiker in der In­dus­trie, nach Stu­dium und Promotion an der Ruhr-Universität Bochum. Eine Vor­liebe für gute Bücher gab es schon seit der Jugend. Über Gelegenheitskäufe, Stöbern in Anti­quariaten und Katalogen kam 1991 der Impuls zur Gewer­be­grün­­dung. Das kleine Versandantiquariat gab zunächst einige Kata­loge heraus, bevor es 1998 auch ins Internet-Zeitalter einstieg. 2002 ging ich als Chemiker in Teilzeit, um mehr Spielraum für die Selbständigkeit zu haben. Die Teil­nah­me an Messen, z.B. in Leipzig, Frank­furt und Lud­wigs­burg, kam hin­zu. Das Bücher­­angebot wurde nach und nach zu­gun­sten der Qualität reduziert, nicht zuletzt um sich als Einzel­unter­neh­men besser positionieren zu können. Ab 2020 kann ich mich nun ganz dem Antiquariat wid­men und hoffe, dass ich diesen facettenreichen Beruf noch lange ausüben kann.

• Welche Schwerpunkte haben Sie?
Es gibt keine ausge­sprochene Spezialisierung, aber alte wissen­schaftliche Werke aller Fachgebiete werden bevorzugt angekauft. Ein Schwerpunkt bei der Geschichte der Naturwissenschaften liegt nahe, wobei es nicht nur um die bekannten »Heralds of Science« geht, sondern noch viele andere eine Würdigung wert sind. Alte Drucke aus Augsburg sind ein weiteres Interessengebiet.

• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
Das Internet ist der zentrale Vertriebsweg geworden, ein Ladengeschäft habe ich nie geführt. Seit Gründung der Genossenschaft der Internet-Antiquare bin ich dort Mitglied und war auch einige Jahre im Aufsichtsrat tätig. Das der gemeinschaftliche Ausbau von Antiquariat.de als un­ab­hängige Plattform gelingt, ist mir nach wie vor ein Anliegen. Kleine Themenkataloge und gele­gent­liche Messepräsenz sollen mein Angebot ergänzen.

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
Die Bereitschaft ständig Neues zu lernen, Freude an der Recherche, Fairness im Handel, ein vertrau­ens­volles Verhältnis zu Kunden und Kollegen, manchmal auch die Hilfe­stellung bei der Rettung von vernachlässigtem Kulturgut, um nur ein paar Merkmale neben den rein kauf­männischen Anfor­derungen zu nennen.

Antiquariat Dr. Wolfgang Wanzke
Hörbrotstraße 3
86150 Augsburg
Telefon (0821) 49700470
→ email: antiquariat.wanzke[at]t-online[dot]de
www.antiquariat-wanzke.de


Rolf Herbert Kistner verstorben

12. Juni 2020



Mit Trauer erfüllt uns die Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied und geschätzter Kollege Rolf Herbert Kistner am 20. Mai im Alter von 86 Jahren verstorben ist. Rolf Kistner war von 1964–1966 und 1978–1981 Mitglied des Vorstands. Sein Nürnberger Antiquariat war über Jahrzehnte eine der prägenden Firmen im Antiquariatsbuchhandel. Darüberhinaus war er als Mitgründer des Hauses F. Zisska & R. Kistner in München auch maßgeblich im Auktionswesen aktiv.

Der Verband verliert mit ihm eine Persönlichkeit von großem Einfluß, dem ein ehrendes Andenken gebührt. 


Foto: © J.W. Siener aus »Der Antiquar lässt sich fotografieren«


Lesenswert

Interview mit Markus Brandis aus dem aktuellen AdA

14. März 2020

zum Interview(PDF)


Interview mit Friedrich C. Heller

Friedrich C. Heller, Buchliebhaber und passionierter Sammler unter anderem von künstlerischen Bilderbüchern, stellt 2020 eine Auswahl aus seiner Neuen Sammlung während der Antiquariatsmesse Stuttgart in der Ausstellung »Internationale BilderBuchKunst der

25. November 2019

Nur selten wird die Verbindung zwischen Buch und Kunst so deutlich wie in diesem Genre der Buchgestaltung. Die Betrachter, ob Kinder oder Erwachsene, werden mit vielseitigen künstlerischen Mitteln in den Bann gezogen; ein idealer Kontrapunkt zum digitalen Zeitalter. In Stuttgart werden ausgesuchte Beispiele vorgestellt, die den buchkünstlerichen Charakter dieser großartigen Sammlung besonders herausstellen; Auflagendrucke, Pressendrucke oder Unikate.
Die Ausstellung bietet damit auch einen Einblick in eine bedeutende und ungewöhnlich vielfältige Privatsammlung auf dem Gebiet der Buchkunst.


Herr Heller, wie und wann begann eine Sammelleidenschaft, die allein in der 2014 an das Burg Wissem Bilderbuchmuseum übergebenen Sammlung schon 3500 Objekte umfasste und die anscheinend bis heute in Ihrem 81. Lebensjahr anhält?

Ich bin seit meiner frühesten Kindheit Sammler. Begonnen habe ich damals, nach dem Vorbild meines Vaters, mit dem Sammeln von Briefmarken. Die Qualität der Drucktechnik damals faszinierte mich, sie war geradezu sinnlich. Schweizer Briefmarken in den 40-er Jahren zum Beispiel hatten eine so herrliche, glatte Farbigkeit. Sehr früh habe ich dann auch begonnen, mich mit Büchern und mit den Bildern in Büchern zu beschäftigen. Noch als Gymnasiast lernte ich einen geduldigen und sehr hilfreichen Antiquar kennen. Während meiner Studienzeit entdeckte ich meine eigenen Kinderbücher wieder; Bilderbücher aus der späten Kriegs- und auch der Nachkriegszeit. Daraus entwickelte sich eine richtige Leidenschaft, mich mit Bilderbüchern zu beschäftigen. Schon als Student besuchte ich Auktionen in Wiener Dorotheum, wobei mich damals Kinderbilderbücher aus der Zeit von 1880–1940 interessierten. Meine Schwerpunkte lagen klar auf Wien, wo ich lebte, aber auch auf dem Jugendstil, der Neuen Sachlichkeit, dem Expressionismus.  Die Sammlung, die solcherart in mehreren Jahrzehnten zustande kam, war zudem international angelegt, hat also nicht nur einen österreichischen Bezug.
Diese (»alte«) Sammlung von 3500 Büchern befindet sich heute im einzigen Bilderbuchmuseum Deutschlands, im Museum Burg Wissem in Troisdorf. Das Museum veranstaltet regelmäßige Ausstellungen und verleiht Preise; meine Sammlung wurde im Jahr 2014 dorthin verkauft und wird hier bis heute, nach amerikanischem Vorbild, unter meinem Namen als Sammlung (neben anderen Sammlungen) belassen; die »Kinderbuchsammlung Friedrich C. Heller«.
Im Jahr 2008 erschien überdies meine Bibliographie der künstlerisch illustrierten Bilderbücher in Wien, »Die Bunte Welt«, die in ihrem Umfang noch über die Wiener Bilderbücher meiner Sammlung hinausgeht.


Was ist nun die »Neue Sammlung Friedrich C. Heller«, auf die sich die Stuttgarter Ausstellung fokussiert? Wie beschreiben Sie Ihre Arbeit?

Ab dem Jahr 2000 etwa hatte ich immer mehr das Gefühl, ich gehe an bemerkenswerten zeitgenössischen Bilderbüchern vorbei. Schon vor der Übergabe meiner Sammlung an Troisdorf im Jahr 2014, begann ich mich (seit ca. 2005) mit zeitgenössischen Bilderbüchern zu beschäftigen. Viele dieser Bücher (aber keineswegs alle) sind Kinderbilderbücher, aber nur dann wirklich erfolgreich, wenn sie auch für Erwachsene interessant sind. Die Neue Sammlung umfasst auch Pressendrucke und Unikate.
Der Bildanteil dieser Werke ist selbstverständlich der wesentliche Anteil, der Text sekundär. Es gilt aber, die Bücher nicht mit illustrierten Büchern zu verwechseln, mir geht es um Bilderbuch-Kunst. Es gibt ja weltweit nicht wenige Künstler, die ihre Vorstellungen vor allem in Bilderbüchern gestalten und manifestieren.
Es ist mir ein Anliegen deutlich zu machen, dass gerade in unserer Zeit, in der stets gejammert wird, dass das Buch einen Tod stirbt, gerade das Bilderbuch einen regelrechten Boom erlebt. Innerhalb des großen Angebots gibt es Bücher, die einen hohen künstlerischen Anspruch erheben. Es kommt mir nie auf den Preis an, ob hohe Auflage oder Pressendruck; es kommt nur auf die Qualität an!

Wie gehe ich vor?

In meiner alten Sammlung gab es einen Kanon und ich wusste, was in der Sammlung sein sollte. Dafür habe ich immer das »noch Fehlende« gesucht und mit Antiquaren gearbeitet.
Mit der Neuen Sammlung ist das nicht möglich. Ich weiß nicht, was in Zukunft erscheinen wird. Ich muss mich einzig und allein auf mein ästhetisches Urteilsvermögen stützen, das im Laufe der Zeit gewachsen ist und immer noch weiter wächst. Gemeinsam mit meiner Frau reise ich sehr viel, und wohin wir kommen, gehen wir in Buchhandlungen, die hoffentlich keine rosafarbene Kinderbuchecke (mit den niedlichen und massenweise verkauften Bilderbüchern) haben. Gerade in Frankreich zum Beispiel findet man aber Buchhandlungen (oft auch in kleinen Orten), die ein vielfältiges und anspruchsvolles Bilderbuch-Angebot führen.
Mich interessieren Bücher, die mit künstlerischer Qualität gestaltet sind. Verlage wollen sich diese Bücher oft nicht leisten, weil es dann ja des kritischen Blicks von Erwachsenen bedarf. Aber auch Kinder können ja auf Farben und Abstraktionen reagieren, nur muss man sich Zeit nehmen und das Buch mit ihnen gemeinsam und konzentriert betrachten.
Aber ich muss hier grundsätzlich erwähnen: ich bin Sammler, und ich sammle nicht als Pädagoge.
Der bekannte Kinderbuchautor Heinz Janisch hat einmal gesagt: »Wer Bilderbücher sammelt, der hat zu Hause eine große Grafik- und Kunstgalerie, über die er jederzeit verfügen kann.«

Bilderbücher besitzen einen unglaublichen Reichtum und eine Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten. Mich interessiert dabei besonders, inwieweit sich zeitgenössische Kunst und ihre Stilrichtungen in Bilderbüchern manifestieren. Mir geht es allein um Buchkunst.

In welcher Verbindung stehen Sie zu Antiquaren und der Antiquariatsmesse Stuttgart?

Verkürzt könnte ich es so sagen: Für meine alte Sammlung habe ich gesucht, für meine Neue Sammlung möchte ich finden.
Heute gehe ich in ein Antiquariat und suche nicht mehr, ich hoffe etwas zu finden. Ich habe bei Antiquaren wie auch auf der Messe in Stuttgart oft schon sehr schöne Bücher gefunden. In der Ausstellung zeige ich nun natürlich auch einige Exponate, die ich sowohl in Stuttgart als auch in Ludwigsburg gefunden habe. Mir ist es ein großes Anliegen an die Antiquare, sich mit diesen Büchern zu beschäftigen. Wenn man sie jetzt nicht sammelt, sind sie später auch nicht in den Antiquariaten zu finden.
Durch meine alte Sammlung stand ich schon sehr früh mit Antiquaren in Kontakt. Als junger Mann habe ich eine Weile im Antiquariat von Christian Nebehay gearbeitet, der meine damalige Sammlung etwas skurril fand, er sammelte selber alte Kinderbücher. Er gab mir aber den wertvollen Tipp, ich sollte, wenn ich mich auf ein Thema spezialisiere, mich auch ausschließlich auf dieses Thema konzentrieren (das heißt übrigens auch: viel darüber wissen wollen!). Das Auge lernt so  --  und das Auge kann gar nicht genug lernen!
In Stuttgart gehe ich über die Messe und sehe viele unglaublich interessante Objekte, aber ich konzentriere mich dann doch wieder auf mein Sammelgebiet.
Ein ernsthaftes Sammeln ist ohne guten Kontakt zu den Antiquaren nicht möglich. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Man lernt voneinander, macht einander aufmerksam auf Interessantes und Wichtiges.
Dieses vertrauensvolle Verhältnis zu Antiquaren ist ja auch eine Art geistiger Gemeinschaft, verbunden durch die Liebe zum Schönen – in einer Zeit, in der wir so oft mit Zerstörungen konfrontiert sind.

Herr Heller, wir danken Ihnen für das Gespräch. 


Drei Fragen an Martin Koenitz, Graphikantiquariat Koenitz

Neues Mitglied im Verband

2. Mai 2019

Als Pfarrerssohn in Leipzig führte mich mein Weg von einer Lehre zum Feinmechaniker über die Ausbildung zum Buchhändler in der Franz-Mehring Buchhandlung auf dem Leipziger Karl-Marx-Platz, der größten Buchhandlung der DDR mit 70 Mitarbeitern, bis zum Studium der Theologie in Leipzig und Halle. Im Jahr 1997 folgte ich meiner wahren Passion und gründete mein erstes Antiquariat in Leipzig, dem drei weitere Filialen in Leipzig und Dresden folgten. 2007 wuchs die Firma mit dem Kauf des Schlosses Herrenbreitungen bei Schmalkalden, das zum Hotel und Ort für Kultur und Feierlichkeiten ausgebaut wurde. Nach dem Verkauf der beiden Dresdner Filialen konzentriert sich meine Arbeit auf das Graphikantiquariat Koenitz und die Galerie Koenitz in Leipzig.

• 
Welche Schwerpunkte haben Sie?
Den Schwerpunkt des Graphikantiquariats bildet die Graphik, also Arbeiten auf Papier aller Art und jeder Zeit, mit einem besonderen Augenmerk für die Leipziger Kunst nach 1900 und die DDR-Kunst; in der Galerie Koenitz konzentrieren wir uns überwiegend auf Leipziger bzw. sächsische Gegenwartskünstler.


• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
Wir sind sowohl in unseren Ladengeschäften als auch online präsent. Unser Onlineshop »Kunstfreund« umfasst aktuell circa 9000 Artikel. Zu besonderen Anlässen erscheinen Kataloge. Daneben sind wir auf den Antiquariatsmessen in Leipzig, Ludwigsburg und Frankfurt vertreten.

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
Ein guter Antiquar sollte flexibel und spielerisch bleiben, antizyklisch arbeiten, nicht am Geld kleben und die Menschen lieben.

Graphikantiquariat Koenitz
Markt 1
04109 Leipzig
Telefon 0341 2111024
email[at]graphikantiquariat-koenitz[dot]de
www.graphikantiquariat-koenitz.de


Drei Fragen an Robert Schoisengeier, Antiquariat Burgverlag

Neues Mitglied im Verband

27. Februar 2019

Ab 1980 habe ich eine Lehre und Ausbildung in verschiedenen Buch- und Kunstantiquariaten absolviert, es folgte eine Expertentätigkeit im Auktionshandel. 1996 erwarb ich das 1920 gegründete Antiquariat Burgverlag im Zentrum von Wien und führe es seither mit Hilfe mehrerer Mitarbeiter. Seit 2016 bin ich im Vorstand der ILAB und derzeit Vizepräsident im Verband der Antiquare Österreichs.

• Welche Schwerpunkte haben Sie?
In diesem klassischen Ladenantiquariat werden Bücher, Autographen, Druckgraphiken, Landkarten ohne besonderen Schwerpunkt angeboten.
 
• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
Die Teilnahme an internationalen Messen und Auktionen zählt zusammen mit dem Erstellen von regelmäßig erscheinenden Katalogen sowie dem Aufbau und der Erweiterung privater Sammlungen und Bibliotheken zu unseren Haupttätigkeiten.

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
Beweglich bleiben und sich den jeweiligen Anforderungen stellen. Teilnahme an Messen, wirksames Auftreten im online-Handel, Führen eines Ladens, Beteiligung (aktiv und passiv) an Auktionen, Teilnahme an Gemeinschaftstätigkeiten der Antiquare (Seminare, Verbände, Fortbildung).
 
Antiquariat Burgverlag Buchhandelsges.m.b.H.
Burgring 1 + 3

A-1010 Wien

Tel. +431 5877311

Fax +431 5862279

office[at]burgverlag[dot]com
www.burgverlag.com
www.facebook.com/burgverlag


Drei Fragen an Volha Schultz, Treptower Bücherkabinett, Berlin

Neues Mitglied im Verband

13. Februar 2019

Meine ersten Erfahrungen mit antiquarischen Büchern machte ich im ehemaligen Antiquariat Jeschke im Jahre 2009 und war immer mehr von der Welt der alten Bücher fasziniert. Da Hans-Joachim Jeschke mit seinem Auktionshaus vollständig ausgefüllt war, übernahm ich nach und nach alle Arbeiten des Antiquariats. Bei mehreren, teils längeren Aushilfen im Auktionshaus konnte ich meine Kenntnisse gründlich erweitern und stärken. Im Jahre 2012 wechselte ich ins Antiquariat Treptower Bücherkabinett, das ich im Jahre 2014 übernommen habe.

• Welche Schwerpunkte haben Sie?
Ich habe ein umfangreiches Lager antiquarischer Bücher aller Gebiete übernommen, möchte mich aber in Zukunft auf Alte Drucke, schöne Einbände sowie Bibliophiles, seltene und wertvolle Bücher aller Gebiete, konzentrieren.

• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
Mein derzeitiger Hauptvertriebsweg ist das Internet. Nach Aufnahme in den Verband möchte ich verstärkt an deutschen und internationalen Messen teilnehmen, den Anfang mache ich in diesem Frühjahr mit der Leipziger Messe.

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
Für mich gehört zu einem guten Antiquar Offenheit, Neugierde, Spürsinn und Leidenschaft.

Volha Schultz
Treptower Bücherkabinett
Germanenstraße 106
12524 Berlin
0176 / 72 98 27 21
volha.schultz[at]web[dot]de

 


 

 

Verband Deutscher Antiquare e.V.

Geschäftsstelle: Norbert Munsch
Seeblick 1, 56459 Elbingen
Fon +49 (0)6435 909147
Fax +49 (0)6435 909148
E-Mail buch[at]antiquare[dot]de