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"Die ideale Bibliothek sollte ein wenig sein wie der Stand eines bouquiniste, eines Straßenbuchhändlers: ein Ort für unverhoffte Entdeckungen."
Umberto Eco

Rund um die Stuttgarter Antiquariatsmesse 2010

Die Geschichte eines jüdischen Jugendbuchverlages in Stuttgart 1939 bis 1945, Antiquare und Antiquariate im Porträt, ein Lesevergnügen für die jüngsten Sammler: Die Ausstellungen, Lesungen und Publikationen rund um die Stuttgarter Antiquariatsmesse machen das Wochenende vom 29. bis 31. Januar 2010 zu einem ganz besonderen Ereignis für Händler, Bibliophile und Sammler - und solche, die es noch werden wollen.

Levy & Müller
Verlag der ›Herold-Bücher‹ Stuttgart
1871 · 1895 · 1933 · 1936 · 1949 · 1951

Ausstellung - Bibliographie - Vernissage von Friedrich Pfäfflin


Unter den »Jüdischen Buchverlagen«, die am 13.10.1938 noch in den ›Vertraulichen Mitteilungen der Fachschaft Verlag‹ genannt und nach den Anschlägen des »Novemberpogroms« von 1938 auf Anordnung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda zum 31.12.1938 liquidiert werden sollten, befand sich auch ein Stuttgarter Verlagshaus: Es ist der am 1.3.1871 unter dem Wahlspruch »Scientia et Progressus« gegründete Verlag mit Versandbuchhandlung, der spätere Kinder-und Jugendbuchverlag Levy & Müller ...

Die Holzschnittkünstler der Renaissance pflegten die Technik des Claire-Obscure, bei der durch verschieden eingefärbte Platten lichte und dunkle Stellen plastisch hervortreten. Eine ähnliche Darstellungsweise bietet das vorliegende Buch, bei dem die helleren Partien von der Bibliographie der farbenfröhlichen Kinder- und Jugendbücher eines Stuttgarter Verlagsunternehmens übernommen werden, die dunkleren von der Verlagsgeschichte. Erstmals dokumentiert Friedrich Pfäfflin aus bisher unbekannten Quellen die Geschichte des Verlages Levy & Müller, der seit 1871 mit Kinder- und Jugendbüchern von Autoren und Illustratoren wie Tony Schumacher und Ernst Kutzer erfolgreich war – und im Oktober 1938, wie viele jüdische Buchverlage, nach den Anschlägen des Novemberpogroms liquidiert wurde.

„Als aufmerksamer Leser der Nachkriegsgeschichte glaubt man Dramaturgie und Inszenierung der sogenannten ‚Arisierungen’ jüdischer Firmen zu kennen. Aber wenn man sich dem Einzelfall zuwendet, der sich von jedem anderen Schicksal unterscheidet, ist man konsterniert über Taktik und Methode der praktischen Durchführung.“ (Friedrich Pfäfflin)

Anlässlich der 49. Stuttgarter Antiquariatsmesse werden Bibliographie und Geschichte des Verlages Levy & Müller mit einer Reihe von Veranstaltungen sowie einer limitierten bibliophilen Ausgabe von 500 Exemplaren, herausgegeben vom Verband Deutscher Antiquare e.V., gewürdigt.

Auftakt zur Messewoche


Friedrich Pfäfflin spricht über „Der Stuttgarter Jugendbuchverlag Levy & Müller. Seine Geschichte, Arisierung und Restitution 1895-1951“

Montag, 25. Januar, 20 Uhr

Literaturhaus Stuttgart (Breitscheidstraße 4)

Vernissage

Levy & Müller. Ein jüdischer Jugendbuchverlag in Stuttgart. Friedrich Pfäfflin zeigt die Höhepunkte der Ausstellung

Samstag, 30. Januar, 18.30 Uhr

Württembergischer Kunstverein (Schloßplatz 2), Eintritt frei


Ausstellung

Während der Stuttgarter Antiquariatsmesse vom 29. bis 31. Januar 2010 im Württembergischen Kunstverein (Schloßplatz 2), Freitag 11 bis 19.30 Uhr, Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr

Bibliographie

Friedrich Pfäfflin. Levy & Müller. Verlag der ›Herold-Bücher‹ Stuttgart. 1871 · 1895 · 1933 · 1936 · 1949 · 1951. Verlagsgeschichte Bibliographie Autoren. Verband Deutscher Antiquare e.V., 2010. 160 S. Ca. 120 tls. farbige Abbildungen. Schutzgebühr: 48 €, ermäßigter Messepreis 24 € - ISBN 978-3-9812223-4-0


"Die Prinzessin kommt um vier"

Eine Liebesgeschichte, vorgelesen von Sabine Keune

Pünktlich um vier geht die Glocke. Ich öffne, es ist die Hyäne."Guten Tag", sagt sie scheu; "Sie sehen, da bin ich."

Wenn Eltern sammeln ... ist den Kindern langweilig. Nicht auf der Stuttgarter Antiquariatsmesse 2010. Am Messesonntag liest Sabine Keune für die jüngsten Sammler (zwischen 3 und 7 Jahren) aus Wolfdietrich Schnurres "Liebesgeschichte" von der Hyäne, die so gern eine Prinzessin wäre.

Schnurres modernes Märchen zählt zu den schönsten Bilderbuchgeschichten, frech, witzig und unsentimental erzählt er vom schönen Schein der Prinzessinnenwelt und dem großen Herzen eines kleinen Jungen.

Rotraud Susanne Berner hat die heiter-humorvolle Parabel in reizende Bilder gesetzt. Sie wurde nominiert für die höchste internationale Auszeichnung im Bereich der Kinderbuchillustration - den Hans-Christian-Andersen-Preis 2000.

Termin

Sonntag, 31. Januar 2010

14.30 Uhr, in der Leseecke der Stuttgarter Antiquariatsmesse, Eintritt frei

 

A Very British Breed

Londoner Antiquare - Fotografiert von Mike Tsang

Eine Ausstellung zur 49. Stuttgarter Antiquariatsmesse

“Bookdealing must be amongst the most wonderfully eccentric professions on Earth, and a five-minute conversation with anyone involved can be worth 5 hours of entertainment with someone else." (Mike Tsang)

“Mike Tsang’s photographs reveal the book trade’s answer to the Slow Food movement. Here is a faithful documentary of the rare book trade as an appreciation of the finer things in life - while humanity still has a soul, there will always be a role for rare and beautiful books.”  (Sheila Markham)

Bücherberge, Bücherstaub, Bananenkisten und Regale, die bessere Zeiten gesehen haben, elegante Ledersessel, Mahagonischreibtische im dezenten Licht von Bauhaus-Lampen. Mike Tsang porträtiert Londoner Antiquare in ihrem natürlichen Umfeld und wirft mit seinen Arbeiten ein außergewöhnliches Licht auf einen außergewöhnlichen Beruf: eine fotografische Hommage an den Antiquariatsbuchhandel, der nicht nur in England als einer der letzten Horte des Exzentrischen gilt.

Geboren in London 1982 als Sohn chinesisch-mauritianischer Eltern, reüssierte Mike Tsang mit fotografischen Dokumentationen humanitärer Projekte in Asien und Afrika, unter anderem für BBC News Interactive und den WWF. Berühmt wurde er durch seine Porträts über die Dinka im Sudan, bevor er nach London zurückkehrte und dort seine Karriere, zum Beispiel mit einer Fotoserie über die Londoner Fashion Week fortsetzte. Die Ausstellung „The London Book Trade“ feierte in der Biblion Gallery in Mayfair (London) im September 2009 Premiere.

Mike Tsangs Porträts zeigen renommierte Antiquare und Antiquariate wie Bernard J. Shapero, Ed Maggs, Adrian Harrington, Sotheran, Quaritch, Pom Harrington, Robert Frew, Rick Gekoski, Jonathan Potter, aber auch Newcomer, Bookrunner und die unvergleichliche Atmosphäre des Londoner Cecil Court. Anlässlich der 49. Stuttgarter Antiquariatsmesse vom 29. bis 31. Januar 2010 werden die Bilder im Württembergischen Kunstverein zu sehen sein. Weitere Ausstellungen in Europa und in den USA folgen.

Öffnungszeiten

29. bis 31. Januar, 2010
Freitag 11 bis 19.30
Samstag und Sonntag 11 bis 18 Uhr
Württembergischer Kunstverein (Schloßplatz 2), Eintritt frei

Weitere Informationen unter www.miketsangphotography.com

 

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