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Mit dem Tod von Adelheid Klittich-Pfankuch verliert der antiquarische Buchhandel eine prägende Persönlichkeit, deren Leben untrennbar mit der Liebe zum Buch verbunden war.
Geboren am 30. September 1937, wuchs sie in einer traditionsreichen Buchhändlerfamilie auf. Ihre Ausbildung begann sie in der elterlichen Buchhandlung Karl Pfankuch in Braunschweig. Früh entwickelte sie ein sicheres Gespür für Literatur und eine tiefe Achtung vor dem kulturellen Wert des Buches. Die Ausbildung zur Antiquarin beim Auktionshaus Tenner in Heidelberg erweiterte ihren Blick und legte den Grundstein für ihr Fachwissen. Dort lernte sie auch ihren späteren Ehemann Roger Klittich (1936–2015) kennen. Seit 1963 führten sie gemeinsam die Buchhandlung und das Antiquariat Karl Pfankuch.
In den 1980er Jahren bauten sie gemeinsam ein Auktionshaus auf, zunächst mit Kunstsammlungen, später mit Spezialisierungen wie russischen Ikonen. Dies stärkte auch den Handel mit wertvollen Büchern und Sammlungen. Ihr besonderes Interesse galt der Landeskunde, Geschichte sowie dekorativer Graphik, historischen Stichen und Landkarten. Regelmäßige Teilnahmen an Messen und Ausstellungen hielten das Unternehmen am Puls der Zeit.
Mit dem Beginn der Internetära in den 1990er Jahren veränderte sich das Geschäftsfeld erneut. Sie begleitete diesen Wandel aufmerksam, blieb jedoch ihrer persönlichen Kundenpflege treu. Ein neues Sammelgebiet „Schach und Schachspiele“ entwickelte sich zum wichtigen Schwerpunkt, den sie gemeinsam mit ihrem Sohn, dem Schatzmeister des Verbandes, Dr. Karl Klittich, ausbaute. Trotz gelegentlicher Generationskonflikte prägten ihre Autorität, ihr Feingefühl und ihre Kompromissbereitschaft das Tagesgeschäft.
Was Adelheid Klittich-Pfankuch besonders auszeichnete, war ihre Haltung zum Beruf. Mit Fleiß, Leidenschaft und einem feinen Gespür für Menschen führte sie ihre Geschäfte über Jahrzehnte. „Immer ein gutes Buch zur Hand“ war für sie gelebte Überzeugung. Persönlicher Kontakt, gewachsene Beziehungen und individuelle Beratung lagen ihr besonders am Herzen. Ihr Antiquariat war nicht nur ein Ort des Handels, sondern auch der Begegnung.
Adelheid Klittich-Pfankuch war humorvoll und herzlich, zugleich klar in ihren Überzeugungen. Für sie stand fest: „Wer Bücher kauft, muss lesen können“ und der Ankauf von Büchern müsse mit Liebe erfolgen. Bis zuletzt war sie als Geschäftsführerin tätig – mit wachem Geist und ungebrochener Leidenschaft.
Ihr Lebenswerk wird bleiben – in den Sammlungen vieler, in der Geschichte des Antiquariatswesens und in den Erinnerungen der Menschen, die sie kannten. Als Mitbegründerin des Verbandes Deutscher Antiquare hat sie Spuren hinterlassen.
In Dankbarkeit und Respekt nehmen wir Abschied. Ihr Andenken werden wir in Ehren bewahren. Sie wird uns fehlen.
Markus Brandis für den Vorstand und Verband deutscher Antiquare

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