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11. Mai 2026
Mit dem bedeutenden Max-Herrmann-Preis werden seit 1979 Persönlichkeiten geehrt, die sich in besonderer Weise um das Bibliothekswesen, um Buchkultur, Wissenschaft, schriftstellerische, verlegerische, historische oder mäzenatische Aufgaben verdient gemacht haben, oder die sich für die „Gedenk- und Erinnerungskultur für die Verfolgten des NS-Regimes“ engagiert haben. In der Reihe der Preisträger und Preisträgerinnen befinden sich illustre Namen wie Cécile Lowenthal-Hensel, Paul Raabe, Klaus G. Saur, Günter de Bruyn, Wim Wenders, Klaus Wagenbach, Götz Aly oder jüngst die ehem. Kulturstaatsministerin Monika Grütters. Der Name des Preises ruft die Erinnerung an den Literaturhistoriker und Theaterwissenschaftler Max Herrmann (1865–1942) wach, der 1942 nach Theresienstadt deportiert wurde, wo er am 17. November 1942 starb.
In diesem Jahr wurde die Antiquarin und stellvertretende Vorsitzende des Verbandes deutscher Antiquare, Elvira Tasbach „für ihre besonderen Verdienste um das Bibliothekswesen sowie ihre herausragende Expertise im Bereich alter Handschriften und Bücher“ geehrt.
In ihrer bemerkenswerten Dankesrede wies Elvira Tasbach auf die Bedeutung des Handels für den Erhalt von Kulturgütern und auf die Funktion der Antiquare als Teil des interkulturellen Austauschs hin – und sparte auch nicht mit Kritik an den immer größer werdenden bürokratischen Hürden, die dem Handel auferlegt werden. Der in den anderen Reden kursorisch dargelegten Vita Max Herrmanns fügte sie die Episode hinzu, dass es ein Antiquar war, der nach der Vertreibung aus der Wohnung und Verlust seiner Bibliothek dem Sammler eine Möglichkeit gab, in seinen Büchern eine Zeitlang weiterzuleben: „1939 gelang der Verkauf an das Antiquariat Wegner in der Friedrichstraße. Martin Hollender beschreibt in seiner Monographie über Max und Helene Herrmann, dass sich die Antiquare Wegner dazu bereit erklärten, die Bibliothek ›für eine Weile als geschlossene Einheit bestehen zu lassen und sie ihm weiterhin zugänglich zu machen. Im Hinterhaus wurde Herrmann ein Zimmer eingerichtet, in dem er sich fortan fast täglich inmitten der eigenen Bücher […] aufhielt und wo er von [seiner Frau] Helene mit warmen Speisen versorgt wurde, für deren Zubereitung man ihr die Nutzung der kleinen Betriebsküche gestattete.“

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