Vier Millionen Euro vom Bund für Frankfurter Buchmesse

Erfreuliche Meldung in der Online-Version des Börsenblatts für den Deutschen Buchhandel vom 10. Juli 2020!

"Auch die Verlags- und Buchbranche leidet stark unter der Corona-Krise. Deshalb begrüße ich es sehr, dass die weltweit größte Buchmesse trotz der erschwerten Bedingungen stattfindet. Das wollen wir unterstützen. Gerade die kleinen und mittleren Verlage, die so viel zur unvergleichlichen literarischen Vielfalt in Deutschland beitragen, werden von unseren Fördergeldern profitieren. Und indem wir die Digitalisierung der Messe fördern, kann der weltweite Rechtehandel trotz Corona auch virtuell stattfinden. Die Frankfurter Buchmesse ist das Drehkreuz unserer facettenreichen Verlagslandschaft und lebendigen Buchkultur. Unsere Förderung verstehe ich als ein Signal der Zuversicht an die gesamte Branche." Monika Grütters, Kulturstaatsministerin 

Vollständiger Artikel ​​​​​​​

Drei Fragen an Wolfgang Wanzke, Antiquariat Dr. Wolfgang Wanzke

Neues Mitglied im Verband

15. Juni 2020

Antiquar bin ich als Quereinsteiger geworden. Haupt­beruf­lich war ich ab 1986 Chemiker in der In­dus­trie, nach Stu­dium und Promotion an der Ruhr-Universität Bochum. Eine Vor­liebe für gute Bücher gab es schon seit der Jugend. Über Gelegenheitskäufe, Stöbern in Anti­quariaten und Katalogen kam 1991 der Impuls zur Gewer­be­grün­­dung. Das kleine Versandantiquariat gab zunächst einige Kata­loge heraus, bevor es 1998 auch ins Internet-Zeitalter einstieg. 2002 ging ich als Chemiker in Teilzeit, um mehr Spielraum für die Selbständigkeit zu haben. Die Teil­nah­me an Messen, z.B. in Leipzig, Frank­furt und Lud­wigs­burg, kam hin­zu. Das Bücher­­angebot wurde nach und nach zu­gun­sten der Qualität reduziert, nicht zuletzt um sich als Einzel­unter­neh­men besser positionieren zu können. Ab 2020 kann ich mich nun ganz dem Antiquariat wid­men und hoffe, dass ich diesen facettenreichen Beruf noch lange ausüben kann.

• Welche Schwerpunkte haben Sie?
Es gibt keine ausge­sprochene Spezialisierung, aber alte wissen­schaftliche Werke aller Fachgebiete werden bevorzugt angekauft. Ein Schwerpunkt bei der Geschichte der Naturwissenschaften liegt nahe, wobei es nicht nur um die bekannten »Heralds of Science« geht, sondern noch viele andere eine Würdigung wert sind. Alte Drucke aus Augsburg sind ein weiteres Interessengebiet.

• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
Das Internet ist der zentrale Vertriebsweg geworden, ein Ladengeschäft habe ich nie geführt. Seit Gründung der Genossenschaft der Internet-Antiquare bin ich dort Mitglied und war auch einige Jahre im Aufsichtsrat tätig. Das der gemeinschaftliche Ausbau von Antiquariat.de als un­ab­hängige Plattform gelingt, ist mir nach wie vor ein Anliegen. Kleine Themenkataloge und gele­gent­liche Messepräsenz sollen mein Angebot ergänzen.

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
Die Bereitschaft ständig Neues zu lernen, Freude an der Recherche, Fairness im Handel, ein vertrau­ens­volles Verhältnis zu Kunden und Kollegen, manchmal auch die Hilfe­stellung bei der Rettung von vernachlässigtem Kulturgut, um nur ein paar Merkmale neben den rein kauf­männischen Anfor­derungen zu nennen.

Antiquariat Dr. Wolfgang Wanzke
Hörbrotstraße 3
86150 Augsburg
Telefon (0821) 49700470
→ email: antiquariat.wanzke[at]t-online[dot]de
www.antiquariat-wanzke.de


Rolf Herbert Kistner verstorben

12. Juni 2020



Mit Trauer erfüllt uns die Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied und geschätzter Kollege Rolf Herbert Kistner am 20. Mai im Alter von 86 Jahren verstorben ist. Rolf Kistner war von 1964–1966 und 1978–1981 Mitglied des Vorstands. Sein Nürnberger Antiquariat war über Jahrzehnte eine der prägenden Firmen im Antiquariatsbuchhandel. Darüberhinaus war er als Mitgründer des Hauses F. Zisska & R. Kistner in München auch maßgeblich im Auktionswesen aktiv.

Der Verband verliert mit ihm eine Persönlichkeit von großem Einfluß, dem ein ehrendes Andenken gebührt. 


Foto: © J.W. Siener aus »Der Antiquar lässt sich fotografieren«


Antiquariatsmesse Frankfurt abgesagt

6. Juni 2020

Heute morgen hat Detlef Thursch, der Veranstalter der Antiquariatsmesse im Rahmen der Frankfurter Buchmesse, in einer Rundmail die endgültige Absage der Sonderveranstaltung von Antiquariaten mitgeteilt.

Geplant ist seinerseits weiterhin ein Gemeinschaftskatalog und eine »virtuelle Messe«, zu der es nächste Woche weitere Informationen geben soll.


ILAB-Kongress im September abgesagt

24. Mai 2020

Vier Wochen früher als angekündigt haben die Organisatoren des ILAB-Kongresses in Amsterdam die Reissleine gezogen. Obwohl auf der Webseite immer noch der 15. Juni als Tag der Entscheidung über die Ausrichtung steht (»Due to the pandemic, the future of the congress will be decided on June 15«) ist die Entscheidung schon jetzt in Abstimmung mit dem ILAB-Comittee gefallen.

»A month ago we formulated a set of conditions that had to be met for the Congress to go ahead. These conditions included restoring of normal air travel, lifting of quarantine restrictions, lifting of social distancing measures etc. We informed you that we would decide mid  June on the continuation. However, as none of the conditions are met and the future doesn’t look very promising either, we think it would be unwise to fool ourselves any longer, and to leave you in unnecessary uncertainty«.

Wehmütig kann man daher nur noch das geplante Programm zu Kenntnis nehmen → https://ilab2020.com.

Ebenfalls abgesagt wurde die damit nahtlos verbundene Amsterdamer Antiquariatsmesse → https://amsterdambookfair.net, die vom 2.–3. Oktober stattfinden sollte.


Träumen, lachen und sinnieren.

Neuer Katalog von Susanne Koppel

6. April 2020

Ein Medusenhaupt mit angsterfüllten Augen starrt den Betrachter der Titelseite dieses gerade erschienenen Kataloges an. Ob es die Schrecken der momentanen Krise abwehren kann?
 

Freunde von Autographen, Reisebeschreibungen und schöner Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts lassen sich wohl nicht abschrecken, sondern werden im Katalog 58 von Susanne Koppel fündig. Ist doch jetzt die richtige Zeit zu träumen von den »glückseeligen Inseln« oder »Reisen in alle vier Welttheile und den Mond« und zu Lachen beim Lesen eines »moralischen und satyrischen Wochenblatts« mit dem Titel »Der Schutzgeist« oder über »Charlatanerien in alphabetischer Ordnung«. Wer möchte, mag auch einfach nur sinnieren »Ueber die Einsamkeit«, »Die Wonnen der Weisheit betreffend die eheliche Liebe« oder sich Anregungen holen in »Ein Buch für Leute, die denken«.

Antiquariat Susanne Koppel
Telefon 040 / 45 44 07
https://koppel.antiquar.de/
info[at]antiquariat-koppel[dot]de


Lesenswert

Interview mit Markus Brandis aus dem aktuellen AdA

14. März 2020

zum Interview(PDF)


Das Phänomen des Sammelns

In Anbetracht der Tatsache, dass es immer weniger junge Sammler gibt, ist ein Buch, welches sich der Heranführung an das Sammeln widmet, von besonderer Aktualität und Wichtigkeit.

2. März 2020

Bewahren mitunter doch Sammler und Sammlerinnen »Gegenstände vor ihrer Bedeutungslosigkeit, erschaffen und retten Kulturschätze«. So formuliert die Autorin Beate Blaseio treffend in ihrem 2019 im hep Verlag, Bern, erschienenen Band»Sammeln«.

Auch wenn das Buch im Kapitel »Das Phänomen verstehen« kurz auf den psychologischen Aspekt des Sammelns mit den Beiträgen »Homo collector und das Phänomen des Sammelns«, »Berühmte Sammlerinnen und Sammler«, »Warum und was Kinder sammeln« eingeht, stellt es jedoch keine wissenschaftliche Untersuchung zum Thema dar – anders als das umfangreiche Werk »Sammeln. Eine unbändige Leidenschaft. Psychologische Perspektiven« von Werner Muensterberger.

Absicht und Ziel des vorliegenden Bandes ist die didaktische Heranführung der Kinder an das weite Feld des Sammelns, welche im Kapitel »Das Phänomen erleben« dargelegt wird. Dabei werden in den Abschnitten »Aktivität 1 bis 11« »die aktiv-handelnden, sacherschließenden und kreativen Zugänge«, die für die »Faszination und das Interesse der Kinder am Sammeln … sowie die mit dem Sammeln zusammenhängenden, bildungsbezogenen Zielsetzungen« (S. 41) notwendig sind,  ausführlich beschrieben (z.B.: »Zeigt her eure Sammlung«, »Sachen sammeln wie Pippi Langstrumpf«, »Natürliche Dinge sammeln«, »Ein Herbarium anlegen«, »Sachen sammeln nach Plan«, »Eine öffentliche Sammlung besuchen«, »Gemeinsam eine Sammlung erstellen und ausstellen«).

Dem Buch sei gewünscht, dass es in Kindereinrichtungen, Schulen und bei der Freizeitgestaltung Anwendung findet und damit einen Beitrag leistet, Kindern und Jugendlichen die reiche Welt des Sammelns und der Bildung näher zu bringen. (Michael Butter)

Dr. Beate Blaseio ist Professorin für die Didaktik des Sachunterrichts am Institut für mathematische, naturwissenschaftliche und technische Bildung an der Europa-Universität Flensburg.

Beate Blaseio: Sammeln. Bern: hep verlag ag. 88 S., Abb., brosch., 10,– Euro, ISBN 978-3-0355-1439-1
→ auch erhältlich als E-Book


»Die Bücherliebe lebt, auch in der jungen Generation.«

Adela Sophia Sabban (Jahrgang 1992) gewinnt den erstmalig verliehenen Preis für Junge Sammlerinnen und Sammler für ihre Bewerbung unter dem Titel »Die Dichtung für das Auge«.

14. Januar 2020

»Wer den ›Preis für junge Büchersammler‹ für einen vorprogrammierten Flop gehalten hat, weiß es jetzt besser: Es gibt sie, die jungen Menschen, die sich für die Welt des gedruckten Buches interessieren! Und sie sammeln auch, Bücher und Graphik in allen Erscheinungsformen, quer durch die Jahrhunderte, vom illustrierten Buch des 18. Jahrhunderts bis zur Postkarte aus der DDR. Sie sammeln, ohne groß Aufhebens davon zu machen, und deswegen ist es gut, dass mit dem Preis des VDA diesen jungen Buch-Aficionados Anlass und Gelegenheit geboten wird, aus ihrer Anonymität herauszutreten. Es ist ein wunderbares Signal: Die Bücherliebe lebt, auch in der jungen Generation.« (Prof. Dr. Ernst Fischer, Vorstand der Maximilian-Gesellschaft für alte und neue Buchkunst und Vorsitzender der Wiener Bibliophilen Gesellschaft, Jurymitglied des Preises für Junge Sammler 2020)

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Neue Datenbank

3. Dezember 2019

Als Ergänzung zu der immer wieder kritisierten Lost Art-Datenbank des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste gibt es seit einiger Zeit eine neue Webseite, die bei der Suche nach Provenienzen hilfreich sein kann. → http://lootedculturalassets.de/


Interview mit Friedrich C. Heller

Friedrich C. Heller, Buchliebhaber und passionierter Sammler unter anderem von künstlerischen Bilderbüchern, stellt 2020 eine Auswahl aus seiner Neuen Sammlung während der Antiquariatsmesse Stuttgart in der Ausstellung »Internationale BilderBuchKunst der

25. November 2019

Nur selten wird die Verbindung zwischen Buch und Kunst so deutlich wie in diesem Genre der Buchgestaltung. Die Betrachter, ob Kinder oder Erwachsene, werden mit vielseitigen künstlerischen Mitteln in den Bann gezogen; ein idealer Kontrapunkt zum digitalen Zeitalter. In Stuttgart werden ausgesuchte Beispiele vorgestellt, die den buchkünstlerichen Charakter dieser großartigen Sammlung besonders herausstellen; Auflagendrucke, Pressendrucke oder Unikate.
Die Ausstellung bietet damit auch einen Einblick in eine bedeutende und ungewöhnlich vielfältige Privatsammlung auf dem Gebiet der Buchkunst.


Herr Heller, wie und wann begann eine Sammelleidenschaft, die allein in der 2014 an das Burg Wissem Bilderbuchmuseum übergebenen Sammlung schon 3500 Objekte umfasste und die anscheinend bis heute in Ihrem 81. Lebensjahr anhält?

Ich bin seit meiner frühesten Kindheit Sammler. Begonnen habe ich damals, nach dem Vorbild meines Vaters, mit dem Sammeln von Briefmarken. Die Qualität der Drucktechnik damals faszinierte mich, sie war geradezu sinnlich. Schweizer Briefmarken in den 40-er Jahren zum Beispiel hatten eine so herrliche, glatte Farbigkeit. Sehr früh habe ich dann auch begonnen, mich mit Büchern und mit den Bildern in Büchern zu beschäftigen. Noch als Gymnasiast lernte ich einen geduldigen und sehr hilfreichen Antiquar kennen. Während meiner Studienzeit entdeckte ich meine eigenen Kinderbücher wieder; Bilderbücher aus der späten Kriegs- und auch der Nachkriegszeit. Daraus entwickelte sich eine richtige Leidenschaft, mich mit Bilderbüchern zu beschäftigen. Schon als Student besuchte ich Auktionen in Wiener Dorotheum, wobei mich damals Kinderbilderbücher aus der Zeit von 1880–1940 interessierten. Meine Schwerpunkte lagen klar auf Wien, wo ich lebte, aber auch auf dem Jugendstil, der Neuen Sachlichkeit, dem Expressionismus.  Die Sammlung, die solcherart in mehreren Jahrzehnten zustande kam, war zudem international angelegt, hat also nicht nur einen österreichischen Bezug.
Diese (»alte«) Sammlung von 3500 Büchern befindet sich heute im einzigen Bilderbuchmuseum Deutschlands, im Museum Burg Wissem in Troisdorf. Das Museum veranstaltet regelmäßige Ausstellungen und verleiht Preise; meine Sammlung wurde im Jahr 2014 dorthin verkauft und wird hier bis heute, nach amerikanischem Vorbild, unter meinem Namen als Sammlung (neben anderen Sammlungen) belassen; die »Kinderbuchsammlung Friedrich C. Heller«.
Im Jahr 2008 erschien überdies meine Bibliographie der künstlerisch illustrierten Bilderbücher in Wien, »Die Bunte Welt«, die in ihrem Umfang noch über die Wiener Bilderbücher meiner Sammlung hinausgeht.


Was ist nun die »Neue Sammlung Friedrich C. Heller«, auf die sich die Stuttgarter Ausstellung fokussiert? Wie beschreiben Sie Ihre Arbeit?

Ab dem Jahr 2000 etwa hatte ich immer mehr das Gefühl, ich gehe an bemerkenswerten zeitgenössischen Bilderbüchern vorbei. Schon vor der Übergabe meiner Sammlung an Troisdorf im Jahr 2014, begann ich mich (seit ca. 2005) mit zeitgenössischen Bilderbüchern zu beschäftigen. Viele dieser Bücher (aber keineswegs alle) sind Kinderbilderbücher, aber nur dann wirklich erfolgreich, wenn sie auch für Erwachsene interessant sind. Die Neue Sammlung umfasst auch Pressendrucke und Unikate.
Der Bildanteil dieser Werke ist selbstverständlich der wesentliche Anteil, der Text sekundär. Es gilt aber, die Bücher nicht mit illustrierten Büchern zu verwechseln, mir geht es um Bilderbuch-Kunst. Es gibt ja weltweit nicht wenige Künstler, die ihre Vorstellungen vor allem in Bilderbüchern gestalten und manifestieren.
Es ist mir ein Anliegen deutlich zu machen, dass gerade in unserer Zeit, in der stets gejammert wird, dass das Buch einen Tod stirbt, gerade das Bilderbuch einen regelrechten Boom erlebt. Innerhalb des großen Angebots gibt es Bücher, die einen hohen künstlerischen Anspruch erheben. Es kommt mir nie auf den Preis an, ob hohe Auflage oder Pressendruck; es kommt nur auf die Qualität an!

Wie gehe ich vor?

In meiner alten Sammlung gab es einen Kanon und ich wusste, was in der Sammlung sein sollte. Dafür habe ich immer das »noch Fehlende« gesucht und mit Antiquaren gearbeitet.
Mit der Neuen Sammlung ist das nicht möglich. Ich weiß nicht, was in Zukunft erscheinen wird. Ich muss mich einzig und allein auf mein ästhetisches Urteilsvermögen stützen, das im Laufe der Zeit gewachsen ist und immer noch weiter wächst. Gemeinsam mit meiner Frau reise ich sehr viel, und wohin wir kommen, gehen wir in Buchhandlungen, die hoffentlich keine rosafarbene Kinderbuchecke (mit den niedlichen und massenweise verkauften Bilderbüchern) haben. Gerade in Frankreich zum Beispiel findet man aber Buchhandlungen (oft auch in kleinen Orten), die ein vielfältiges und anspruchsvolles Bilderbuch-Angebot führen.
Mich interessieren Bücher, die mit künstlerischer Qualität gestaltet sind. Verlage wollen sich diese Bücher oft nicht leisten, weil es dann ja des kritischen Blicks von Erwachsenen bedarf. Aber auch Kinder können ja auf Farben und Abstraktionen reagieren, nur muss man sich Zeit nehmen und das Buch mit ihnen gemeinsam und konzentriert betrachten.
Aber ich muss hier grundsätzlich erwähnen: ich bin Sammler, und ich sammle nicht als Pädagoge.
Der bekannte Kinderbuchautor Heinz Janisch hat einmal gesagt: »Wer Bilderbücher sammelt, der hat zu Hause eine große Grafik- und Kunstgalerie, über die er jederzeit verfügen kann.«

Bilderbücher besitzen einen unglaublichen Reichtum und eine Vielfalt an Ausdrucksmöglichkeiten. Mich interessiert dabei besonders, inwieweit sich zeitgenössische Kunst und ihre Stilrichtungen in Bilderbüchern manifestieren. Mir geht es allein um Buchkunst.

In welcher Verbindung stehen Sie zu Antiquaren und der Antiquariatsmesse Stuttgart?

Verkürzt könnte ich es so sagen: Für meine alte Sammlung habe ich gesucht, für meine Neue Sammlung möchte ich finden.
Heute gehe ich in ein Antiquariat und suche nicht mehr, ich hoffe etwas zu finden. Ich habe bei Antiquaren wie auch auf der Messe in Stuttgart oft schon sehr schöne Bücher gefunden. In der Ausstellung zeige ich nun natürlich auch einige Exponate, die ich sowohl in Stuttgart als auch in Ludwigsburg gefunden habe. Mir ist es ein großes Anliegen an die Antiquare, sich mit diesen Büchern zu beschäftigen. Wenn man sie jetzt nicht sammelt, sind sie später auch nicht in den Antiquariaten zu finden.
Durch meine alte Sammlung stand ich schon sehr früh mit Antiquaren in Kontakt. Als junger Mann habe ich eine Weile im Antiquariat von Christian Nebehay gearbeitet, der meine damalige Sammlung etwas skurril fand, er sammelte selber alte Kinderbücher. Er gab mir aber den wertvollen Tipp, ich sollte, wenn ich mich auf ein Thema spezialisiere, mich auch ausschließlich auf dieses Thema konzentrieren (das heißt übrigens auch: viel darüber wissen wollen!). Das Auge lernt so  --  und das Auge kann gar nicht genug lernen!
In Stuttgart gehe ich über die Messe und sehe viele unglaublich interessante Objekte, aber ich konzentriere mich dann doch wieder auf mein Sammelgebiet.
Ein ernsthaftes Sammeln ist ohne guten Kontakt zu den Antiquaren nicht möglich. Es ist ein gegenseitiges Geben und Nehmen. Man lernt voneinander, macht einander aufmerksam auf Interessantes und Wichtiges.
Dieses vertrauensvolle Verhältnis zu Antiquaren ist ja auch eine Art geistiger Gemeinschaft, verbunden durch die Liebe zum Schönen – in einer Zeit, in der wir so oft mit Zerstörungen konfrontiert sind.

Herr Heller, wir danken Ihnen für das Gespräch. 


»Fair und gerecht?«

Ein Bericht über die hochinteressante Tagung der IG Kunsthandel, die letzte Woche in München stattfand, von Dr. Barbara van Benthem.

23. Oktober 2019

Am 14. Oktober 2019 trafen sich im Münchener Auktionshaus Karl & Faber über 120 Kunsthändler, Galeristen, Rechtsanwälte, Sammler und Antiquare, um das historisch und juristisch komplexe Thema der NS-Raubkunst aus Sicht der Marktakteure zu beleuchten. Ein Novum. Die Restitution von NS-Raubkunst wird in der Öffentlichkeit intensiv diskutiert. Seit der Washingtoner Erklärung im Jahr 1998 und der Gemeinsamen Erklärung von 1999 machen spektakuläre Restitutionsfälle wie Ernst Ludwig Kirchners »Berliner Straßenszene« (Sammlung Alfred Hess, restituiert 2006) oder Paul Klees »Sumpflegende« (Sammlung Sophie Lissitzky-Küppers, Vergleich 2017) von sich reden. Zudem haben Bund und Länder Maßnahmen ergriffen, etwa die Einrichtung des Deutschen Zentrums Kulturgutverluste mit Sitz in Magdeburg und die seit 2001 bestehende Lost-Art-Datenbank, zuletzt das nach wie vor heftig umstrittene Kulturgutschutzgesetz. Welche Herausforderungen sich daraus für den Handel mit Gemälden, Graphiken, aber auch mit Büchern und Handschriften ergeben, tritt oftmals in den Hintergrund. Genau diese Fragen sind für den Kunst- und Antiquariatsmarkt von zentraler, gar existenzieller Bedeutung.

Umso wichtiger die Initiative der Interessengemeinschaft Deutscher Kunsthandel (einem Aktionsbündnis u.a. des Bundesverbands Deutscher Kunstversteigerer und des Verbands Deutscher Antiquare),  erstmals eine Tagung unter dem Titel »Fair und gerecht? Restitution und Provenienz im Kunstmarkt« zu veranstalten. Die Tagung war hochkarätig besetzt. Einzig die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien Monika Grütters war weder erschienen, noch hatte sie einen Vertreter geschickt – für Prof. Dr. Michael Wolfssohn ein »niederschmetternder« Befund. In seinem Einführungsvortrag plädierte Wolfssohn, dessen Familie selbst nach einem über 12-jährigen Prozess auf eine Restitution verzichtet hatte, für eine »Sichtbarmachung« des begangenen Unrechts. Die den jüdischen Familien zwischen 1933 und 1945 verfolgungsbedingt entzogenen Kunstgegenstände trügen ein »Kainszeichen«, der Kunsthandel und die Öffentlichkeit seien verpflichtet, darauf hinzuweisen. »Recht reicht nicht«, sagte er, »Versöhnung« sei wichtig.


Mangelnde Rechtssicherheit

Wie überaus schwierig, in vielen Fällen sogar unmöglich aber allein schon das Herstellen von Recht und Gerechtigkeit in Restitutionsfällen von NS-Raubkunst fast 75 Jahre nach dem Ende des NS-Regimes sein kann, wurde in allen Vorträgen und Plenumsdiskussionen deutlich. Ein grundlegendes Problem ist die mangelnde Rechtssicherheit. Daran kann auch die Washingtoner Erklärung nichts ändern, in der sich 44 Staaten, 12 nicht-staatliche Organisationen und der Vatikan freiwillig verpflichten, Kulturgut, das während der NS-Zeit beschlagnahmt, geraubt, verfolgungsbedingt entzogen wurde, ausfindig zu machen, die rechtmäßigen Eigentümer oder deren Erben zu finden und eine faire und gerechte Lösung für eine Rückgabe oder Entschädigung zu erarbeiten. Als »Soft Law« (Michael Eggert) fehle der Washingtoner Erklärung jegliche Rechtssicherheit. Es gebe keine juristisch verbindlichen Richtlinien, beklagte Prof. Dr. Hans-Jürgen Papier, ehemals Präsident des Bundesverfassungsgerichts und Vorsitzender der sog. Limbach-Kommission (Beratende Kommission im Zusammenhang mit der Rückgabe von NS-verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut). Papier sieht die Bundesregierung in der Pflicht, durch ein maßvolles, alle Seiten berücksichtigendes Gesetz endlich Rechtssicherheit herzustellen. In der abschließenden Podiumsdiskussion waren die Zweifel unüberhörbar, dass sich der Bund in absehbarer Zeit dieser Aufgabe annehme. Wie sollte die Bundesrepublik, wie sollten die öffentlichen Institutionen als Rechtsnachfolger des NS-Staates im Falle eines Restitutionsgesetzes mit Entschädigungsforderungen umgehen? Was wäre, wenn ein solches Gesetz nicht nur die Entschädigung von NS-Raubkunst, sondern auch von verfolgungsbedingt entzogenen Immobilien oder Firmenbeteiligungen regeln würde? Man wolle den gesellschaftlichen Frieden wohl nicht riskieren, konstatierte Prof. Dr. Hans-Jürgen Hellwig in seinem streitbaren Vortrag über »Die Entwicklung seit den Washington Principles«.


Die Grenzen des Zumutbaren

Hans-Jürgen Hellwig fungierte als Berater beim Zustandekommen des Kulturgutschutzgesetzes und gilt mittlerweile als einer der schärfsten Kritiker. Das Gesetz sei mit »fake facts« erarbeitet worden, denn es gebe zum Beispiel keine Belege dafür, dass Deutschland ein Umschlagplatz für Geldwäsche durch Antikenhändler sei. Die Gesetzgebung, so kritisierte er weiter, konzentriere sich einseitig auf die Perspektive der damaligen Eigentümer von Gemälden, Graphiken und anderen Kulturgütern, ließe aber die Situation der heutigen Besitzer außer Acht, gebe also keinerlei sinnvolle Vorgaben für eine private Restitution von Raubkunst. Die heutigen Besitzer seien nur in den seltensten Fällen mit den Nachfahren der Täter identisch. Viele Kunstwerke seien vor Jahrzehnten gutgläubig von privaten Sammlern auf Auktionen oder im Handel erworben worden, ohne eine Ahnung davon zu haben, dass es sich möglicherweise um NS-Raubkunst handele. Anders stelle sich die Situation bei Museen und Archiven dar, die zur NS-Zeit schon bestanden oder als Rechtsnachfolger gelten. In dieser Funktion hätten sie die Pflicht zur Restitution, zumindest aber zum Herbeiführen einer fairen und gerechten Lösung für alle Beteiligten im Sinne der Washingtoner Erklärung. Für Restitutionen von privater Hand müssten andere Regelungen gefunden werden.

Was ist fair und gerecht? Diese Frage ist nur zu klären durch eine sorgfältige Erforschung der Provenienz aller Objekte, betonten Dr. Uwe Hartmann vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste und Dr. Christian Fuhrmeister vom Zentralinstitut für Kunstgeschichte. Weise ein Kunstwerk eine Provenienzlücke auf, stünde es unter Generalverdacht. Mit dem neuen Kulturgutschutzgesetz gelte für den Kunsthandel eine erweiterte Provenienzprüfungspflicht, erläuterte Hans-Jürgen Hellwig, was letztlich bedeute: Ein Händler könne ein Kunstwerk erst dann auf den Markt bringen, »wenn er zuvor bis zum wirtschaftlichen Ruin Provenienzforschung betrieben« habe. Das sei, so Hellwig, »verfassungswidrig«. Prof. Dr. Peter Raue pflichtete bei: Wesentliche Aspekte des Kulturgutschutzgesetzes seien verfassungswidrig, und es wäre angebracht, dies in einem Evaluierungsprozess zu korrigieren. Provenienzforschung gehöre seit Jahrzehnten für jeden Händler zum Alltag, vor allem die größeren Auktionshäuser unterhielten eigene Abteilungen, die sich damit befassten, erklärten Dr. Rupert Keim von Auktionshaus Karl & Faber und Carl-Christof Gebhardt, ehemaliger Mitarbeiter bei Sotheby’s Deutschland. Aber wie viel Provenienzforschung ist wirtschaftlich machbar und zumutbar? Kunsthändler und Antiquare fühlen sich nicht nur in dieser Frage von der Bundesregierung weitgehend alleingelassen und mit teils unerfüllbaren Forderungen konfrontiert.


Unzureichend – Lost-Art-Datenbank

Umso schwerwiegender sei es, dass die vom Deutschen Zentrum Kulturgutverluste betriebene Lost-Art-Datenbank erhebliche Mängel aufweise. Kritik an der Datenbank, die seit 2001 Kulturgüter erfasst, die infolge der NS-Gewaltherrschaft und des Zweiten Weltkrieges geraubt, verbracht oder verlagert wurden, zog sich durch nahezu alle Vorträge des Tages. Die Daten seien zu allgemein und erlaubten keine exakte Identifizierung. Enthalten seien auch Kunstwerke, die schon vor 1930 rechtmäßig verkauft wurden. Für einen Eintrag in die Lost-Art-Datenbank seien unbelegte Behauptungen ausreichend, im Falle von unberechtigten Forderungen sei hingegen die Streichung eines Eintrags nahezu unmöglich. Umso fataler erscheinen diese Kritikpunkte angesichts der zentralen Rolle, die der Lost-Art-Datenbank bei der Entscheidung von Restitutionsfällen zukomme. Die Datenbank habe »Erpressungspotenzial«, hoben Carl-Christoph Gebhardt und Dr. Christoph Andreas von der Frankfurter Kunsthandlung J. P. Schneider hervor. Dr. Christina Berking, Sprecherin der IG Kunsthandel, brachte es auf den Punkt: Sammler würden vom Staat, von der Öffentlichkeit zur Restitution »gedrängt«, »Hauptdruckmittel« dazu sei der Eintrag in der Lost-Art-Datenbank.


Was nun?

Am Ende eines langen und an Erkenntnissen reichen Tages fasste Christina Berking die prekäre Lage des Kunstmarktes zusammen. Bisher gebe es keinerlei verbindliche Lösungsansätze für die Restitution von NS-Raubkunst aus privater Hand. Hier müssten andere Maßstäbe angelegt werden als bei der Restitution von Kunstwerken aus Museen und Archiven. In die Limbach-Kommission, die bisher nur über Fälle öffentlicher Restitution beraten habe, müssten endlich auch Sammler und Händler aufgenommen werden. Bund und Länder seien in der Pflicht, ein Restitutionsgesetz zu erarbeiten, das die Gegebenheiten des Kunstmarktes und den privaten Erwerb von Kunstwerken mitberücksichtige und ein Gesetz zur Entschädigung mit einschließe. Bislang fehle allerdings der politische Wille dazu: »Der Staat bekommt die von ihm gewollte Restitution quasi zum Nulltarif.«

Das zwänge die Akteure des Kunstmarktes, die sich der Washingtoner Erklärung ebenso verpflichtet sehen wie die öffentlichen Institutionen, zum Handeln auf rechtlich unklarer Basis und unter stetig wachsendem öffentlichem Druck. Dabei ist die Beweislast nur in wenigen Fällen eindeutig zu klären. In 11 Fällen kam es laut Dr. Rupert Keim im Auktionshaus Karl & Faber in den vergangenen Jahren zu einer Restitution, obwohl die Beweise in keinem der Fälle eindeutig waren. Wichtig gewesen sei die Wiedergutmachung, das Anerkennen des geschehenen Unrechtes und die Herstellung des Rechtsfriedens.

Was brauchen die Nachfahren der Opfer und rechtmäßigen Eigentümer, was brauchen die heutigen Besitzer? Wie können beide an einen Tisch gebracht und wie kann für beide eine faire und gerechte Lösung gefunden werden? Der Handel habe in dieser drängenden Problematik eine wichtige, vermittelnde Funktion. Werde er in seiner Suche nach Lösungen weiterhin vom Staat allein gelassen, seien die Grenzen des Zumutbaren bald erreicht. Fair und gerecht – das gelte in jeglicher Hinsicht, für alle Beteiligten. »Wir haben heute keine Lösungen gefunden, aber viele Lösungen diskutiert«, resümierte Christina Berking. Die Münchener Tagung war ein starkes, klares Signal des Kunsthandels, sich der Verantwortung der Geschichte gegenüber zu stellen und die daraus resultierenden Probleme gemeinsam in Angriff zu nehmen. Das lässt hoffen für die Zukunft.

- Barbara van Benthem -


Drei Fragen an Martin Koenitz, Graphikantiquariat Koenitz

Neues Mitglied im Verband

2. Mai 2019

Als Pfarrerssohn in Leipzig führte mich mein Weg von einer Lehre zum Feinmechaniker über die Ausbildung zum Buchhändler in der Franz-Mehring Buchhandlung auf dem Leipziger Karl-Marx-Platz, der größten Buchhandlung der DDR mit 70 Mitarbeitern, bis zum Studium der Theologie in Leipzig und Halle. Im Jahr 1997 folgte ich meiner wahren Passion und gründete mein erstes Antiquariat in Leipzig, dem drei weitere Filialen in Leipzig und Dresden folgten. 2007 wuchs die Firma mit dem Kauf des Schlosses Herrenbreitungen bei Schmalkalden, das zum Hotel und Ort für Kultur und Feierlichkeiten ausgebaut wurde. Nach dem Verkauf der beiden Dresdner Filialen konzentriert sich meine Arbeit auf das Graphikantiquariat Koenitz und die Galerie Koenitz in Leipzig.

• 
Welche Schwerpunkte haben Sie?
Den Schwerpunkt des Graphikantiquariats bildet die Graphik, also Arbeiten auf Papier aller Art und jeder Zeit, mit einem besonderen Augenmerk für die Leipziger Kunst nach 1900 und die DDR-Kunst; in der Galerie Koenitz konzentrieren wir uns überwiegend auf Leipziger bzw. sächsische Gegenwartskünstler.


• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
Wir sind sowohl in unseren Ladengeschäften als auch online präsent. Unser Onlineshop »Kunstfreund« umfasst aktuell circa 9000 Artikel. Zu besonderen Anlässen erscheinen Kataloge. Daneben sind wir auf den Antiquariatsmessen in Leipzig, Ludwigsburg und Frankfurt vertreten.

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
Ein guter Antiquar sollte flexibel und spielerisch bleiben, antizyklisch arbeiten, nicht am Geld kleben und die Menschen lieben.

Graphikantiquariat Koenitz
Markt 1
04109 Leipzig
Telefon 0341 2111024
email[at]graphikantiquariat-koenitz[dot]de
www.graphikantiquariat-koenitz.de


Drei Fragen an Robert Schoisengeier, Antiquariat Burgverlag

Neues Mitglied im Verband

27. Februar 2019

Ab 1980 habe ich eine Lehre und Ausbildung in verschiedenen Buch- und Kunstantiquariaten absolviert, es folgte eine Expertentätigkeit im Auktionshandel. 1996 erwarb ich das 1920 gegründete Antiquariat Burgverlag im Zentrum von Wien und führe es seither mit Hilfe mehrerer Mitarbeiter. Seit 2016 bin ich im Vorstand der ILAB und derzeit Vizepräsident im Verband der Antiquare Österreichs.

• Welche Schwerpunkte haben Sie?
In diesem klassischen Ladenantiquariat werden Bücher, Autographen, Druckgraphiken, Landkarten ohne besonderen Schwerpunkt angeboten.
 
• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
Die Teilnahme an internationalen Messen und Auktionen zählt zusammen mit dem Erstellen von regelmäßig erscheinenden Katalogen sowie dem Aufbau und der Erweiterung privater Sammlungen und Bibliotheken zu unseren Haupttätigkeiten.

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
Beweglich bleiben und sich den jeweiligen Anforderungen stellen. Teilnahme an Messen, wirksames Auftreten im online-Handel, Führen eines Ladens, Beteiligung (aktiv und passiv) an Auktionen, Teilnahme an Gemeinschaftstätigkeiten der Antiquare (Seminare, Verbände, Fortbildung).
 
Antiquariat Burgverlag Buchhandelsges.m.b.H.
Burgring 1 + 3

A-1010 Wien

Tel. +431 5877311

Fax +431 5862279

office[at]burgverlag[dot]com
www.burgverlag.com
www.facebook.com/burgverlag


Drei Fragen an Volha Schultz, Treptower Bücherkabinett, Berlin

Neues Mitglied im Verband

13. Februar 2019

Meine ersten Erfahrungen mit antiquarischen Büchern machte ich im ehemaligen Antiquariat Jeschke im Jahre 2009 und war immer mehr von der Welt der alten Bücher fasziniert. Da Hans-Joachim Jeschke mit seinem Auktionshaus vollständig ausgefüllt war, übernahm ich nach und nach alle Arbeiten des Antiquariats. Bei mehreren, teils längeren Aushilfen im Auktionshaus konnte ich meine Kenntnisse gründlich erweitern und stärken. Im Jahre 2012 wechselte ich ins Antiquariat Treptower Bücherkabinett, das ich im Jahre 2014 übernommen habe.

• Welche Schwerpunkte haben Sie?
Ich habe ein umfangreiches Lager antiquarischer Bücher aller Gebiete übernommen, möchte mich aber in Zukunft auf Alte Drucke, schöne Einbände sowie Bibliophiles, seltene und wertvolle Bücher aller Gebiete, konzentrieren.

• Kataloge – Messen – Internet – Ladengeschäft. Was sind Ihre wichtigsten Vertriebswege?
Mein derzeitiger Hauptvertriebsweg ist das Internet. Nach Aufnahme in den Verband möchte ich verstärkt an deutschen und internationalen Messen teilnehmen, den Anfang mache ich in diesem Frühjahr mit der Leipziger Messe.

• Was macht Ihrer Meinung nach einen guten Antiquar aus?
Für mich gehört zu einem guten Antiquar Offenheit, Neugierde, Spürsinn und Leidenschaft.

Volha Schultz
Treptower Bücherkabinett
Germanenstraße 106
12524 Berlin
0176 / 72 98 27 21
volha.schultz[at]web[dot]de

 

Bücher suchen — weltweit

 

60. Antiquariatsmesse Stuttgart
29. bis 31. Januar 2021
Kunstgebäude am Schlossplatz

www.antiquariatsmesse-stuttgart.de

 

Verband Deutscher Antiquare e.V.

Geschäftsstelle: Norbert Munsch
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