20. September 2021

25 Jahre Internetauftritt des VDA

2021 ist das Jahr der großen und kleinen Internetjubiläen. Nicht nur bekannte Verkaufsplattformen für antiquarische Bücher sind 1996 online gegangen, auch der Verband Deutscher Antiquare. Wir gehören zu den Pionieren des digitalen Zeitalters! Alles noch ohne fotografische Abbildungen, die hätte man dann auch gleich aufgrund der ewig langen Ladezeiten persönlich beim Seitenbesucher vorbeibringen können. Doch schon damals vereinte die Seite alle wichtigen Informationen zum Verband, seinen Mitgliedern und seinen Unternehmungen. Inzwischen sind aus der einen Website drei verschiedene geworden: in einem modernen Design und reich bebildert. Und mit der diesjährigen digitalen Antiquariatsmesse verfügt der Verband nun auch über eine leicht zu handhabende, ansprechend gestaltete Verkaufsplattform für besondere Anlässe. Wer hätte das 1996 gedacht?


3. September 2021

Der Verband Deutscher Antiquare sucht junge Menschen und deren Sammlungen
Die Ausschreibung zum 2. Deutschen Preis für Junge Sammlerinnen und Sammler hat begonnen!

Nach der ersten erfolgreichen Ausschreibung 2019 und den vielfältigen und interessanten Einsendungen zum Sammlerpreis, hat sich der Verband Deutscher Antiquare entschlossen das Projekt fortzuführen. Der Verband ist wieder auf der Suche nach jungen Menschen, die Bücher, Graphiken, Autographen und sonstige Arbeiten auf Papier sammeln und lobt hierfür einen Preis für die originellste oder überzeugendste, ihr Thema am besten darstellende Sammlung aus.

Der mit € 1000,– dotierte Preis wird im Rahmen der Antiquariatsmesse Stuttgart im Februar 2022 zum 2. Mal verliehen. Bewerbungen können ab sofort eingereicht werden.

Ausführlichere Informationen zum Preis finden Sie hier

Der Verband Deutscher Antiquare freut sich auf die Bewerbungen!

 


19. August 2021

Wolfgang Schönemann (1949–2021) – ein Nachruf von Wolfgang Braecklein

Wolfgang Schönemann ist tot. Im März 1949 in Berlin geboren ist er im Juli 2021 nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben.
Er war Antiquar. Aber da er für sich selbst lebte und arbeitete, das Leben als einen großen Abenteuerspielplatz ansah, bestand der Sinn seines Tuns hauptsächlich darin, die Sinnlichkeit und Vielfalt unserer Kultur zu erleben, um sich zu versammeln und zu genießen. Seine Räume sahen aus wie eine barocke Wunderkammer. Bücher, Bücher, Bücher, Statuen, Bronzen, Bilder, Emailleschilder, Möbel, Zinn, Porzellan, Gebrauchsgegenstände vergangener Zeiten und sonstige Trouvaillen. »Beifang« nannte er das. Und alles, alles ist wichtig zu sehen und zu begreifen, damit kein Bild in der Seele fehle. Er hatte Leberkrebs, nicht mehr im Frühstadium – er ist ja nie zum Arzt gegangen. Er hat eine längere Chemo erduldet und ist vor einigen Wochen mit dem Fahrrad gestürzt. Oberschenkelhalsbruch. Er wehrte alle Fragen ab: »Lasst mich in Ruhe«.
Schließlich bekam er in der Reha starke Schmerzen, und die Palliativmedizin schien nicht die wacheste zu sein. Jedenfalls wünschte er sich, endlich sterben zu dürfen und dann hat es noch eine ganze Woche gedauert.
Ja, lieber Namensvetter, nun haben wir auch das erleben müssen! Seit fast 50 Jahren haben wir uns begleitet. Wir waren Arbeitskollegen bei Bassenge, dann Freunde. Du hast mich beim Antrag auf meinen Existenzgründungskredit »händchenhaltend« begleitet. Unsere Beziehung, auch zu Gesche, unserer Arbeitskollegin bei Bassenge und später Ehefrau, wie auch nach deren Tod zu Deiner ersten und dann wieder letzten Liebe Elisabeth, war geprägt von Nähe, aber auch von Distanz – wenn ihr Euch mal wieder einen entfernteren Wohnort ausgeguckt hattet.
Wo hattest Du nicht überall gewohnt! Ich habe selbst Deine Wohnung in Friedenau erlebt, bei uns »um die Ecke«, dann, als Du Dich 1985 selbständig machtest und schöne Kataloge publiziertest, bezogst Du das wunderbare Reihenhaus in der Bruno-Taut-Siedlung in Grunewald. Bauhaus, Schwedenkamin und über den Garten zog die kühle, feuchte Herbstluft ins Haus. Bald, 1989, zog es Dich nach Bayern, um in Rotthalmünster bei einem namhaften Antiquar tätig zu sein und schließlich 1991, wieder als Selbständiger, quer durch die Republik nach Schwerin, um dort den Volksbuchhandel zu übernehmen. Ich habe Deine Domizile in Zittow, Retgendorf und Schwerin kennen gelernt und schließlich das schöne, historistisch gestaltete Haus in Grabow bewundert. Und immer zogen Deine Druckerutensilien mit, auch die schwere »Nudel«, mit der wir – gehüllt in zünftige Lederschürzen – in Berlin so manchen Unsinn veranstalteten, bis hin zu Neudrucken von alten Holzstöcken.
Über Deine Kindheit in Spandau ist hier nichts Schönes zu berichten. Erst jetzt habe ich erfahren, dass Deine Mutter unzuverlässig war, Du als Zweitklässler alleine durch den Wald zur Schule tippeln musstest, viel auf Dich selbst gestellt warst und Deine Zahnbürsten selber kaufen musstest. Folgerichtig bist Du mit der Mittleren Reife in der Tasche weggelaufen, wolltest Ingenieur werden, versuchtest Dich als Elektrikerlehring. Doch als Wachmann bei den Amerikanern erwachte mit dem Lesen zu nächtlicher Stunde die Leidenschaft, die Dein weiteres Leben nachhaltig prägte. Und in der Wohngemeinschaft mit einem jungen Druckergesellen begann auch die oben angesprochene Leidenschaft zur Schwarzen Kunst. Die mehrjährige Ausbildung bei Rothacker zum Antiquariatsbuchhändler mündete dann in einen unangemeldeten Besuch von Til Bassenge, der Dich als Mitarbeiter anwarb.
Über die Veränderungen nach langer Tätigkeit im Auktionshaus habe ich berichtet. Was noch bleibt, sind viele persönliche Erinnerungen an Deine ostelbische Direktheit, gewürzt mit einem Schuss angelsächsischen Humors. So hatten wir uns beide 1986 in Heidelberg verabredet, um Thomas Hatry bei Eröffnung seines Antiquariats auch praktisch zur Seite zu stehen. Ich habe meine damals 12-jährige Tochter mitgenommen, die dann nicht nur Heide Hatry beim Stullenschmieren helfen konnte, Thomas‘ und Heides Frischling im Kinderwagen um den Block kutschierte und schließlich beim Kollegen Rolf Schwing Dürers »Passion« betrachten konnte und tief beeindruckt von den erläuternden Kommentaren sowie seiner epikuräischen Lebenshaltung war. Wolfgang Schönemann, kinderlos, als er uns beide ins Hotel kommen sah: »Was soll denn das? Ich bringe doch auch nicht meinen Hund mit« und wir lachten alle herzlich. Und ein älterer Frankfurter Kollege, der zufällig aus anderem Anlass auch dort war, gab mit seiner Bemerkung über meine Tochter: »Sie haben aber eine nette Freundin« Anlass zu einigen bissigen Kommentaren. Das waren Zeiten – schocking! Das »Hund-Zitat« war übrigens der Beginn einer Verbindung, die auch dazu führte, dass die Tochter Urlaubsvertretung im Schweriner Antiquariat machte und wiederum in Wolfgangs Welt eintauchen konnte.
Eine kleine Episode zum Schluss: Als wir nach der Übernahme des Volksbuchhandels Wolfgang Schönemanns Erfolg in der urigen Kneipe unter dem Schweriner Dom in kleinstem Kreis feierten und er seelig den Briefwechsel präsentierte, stellten wir fest, dass alle Briefe an die Treuhand an die Stadt »Schwein« (statt Schwerin) adressiert waren – er hatte die Adresse einfach immer wieder, genial wie er war, aus seiner fehlerhaften Datei kopiert.
Vor Jahren hatte mir Wolfgang ein Gruppenbild von der Kölner Antiquariatsmesse 1987 geschickt, mit seinem Vermerk »Aus dem Reich der Toten«. (Wolfgang Schönemann, Harry Kreuschner, Harald Wiermann und Walter Alicke, v.l.n.r.). Er bezeichnete sich damals als Überlebenden. Nun ist das leider auch Geschichte. Es stimmt schon: Wer sehen will, muss sich beeilen – alles verschwindet. Und so rufe ich Dir zu: Tschüss Wolfgang, bis bald!

Wolfgang Braecklein


12. August 2021 

Einladung zur Verleihung des Antiquaria-Preises 2021 an den Buchkünstler Olaf Wegewitz
Donnerstag, den 9. September 2021, 18 Uhr in der Musikhalle Ludwigsburg 

Die Verleihung des Antiquaria-Preises an Olaf Wegewitz konnte coronabedingt im Januar nicht stattfinden und wird nun im 'Podium' der Musikhalle Ludwigburg nachgeholt. 

Die Laudatio hält der Schriftsteller Ingo Schulze, die musikalische Begleitung hat Viktoriia Vitrenko. 

Bei Interesse, wenden Sie sich bitte per Email an die Veranstalterin Frau Petra Bewer: info[at]petrabewer[dot]de 
Das Platzangebot ist begrenzt, daher ist eine Teilnahme nur mit Anmeldung möglich. Für den Abend ist ein Nachweis geimpft, gesundet oder getestet (aktuell 24 Stunden gültig) notwendig. 

Wer nicht dabei sein kann: Die Preisverleihung wird aufgezeichnet und kann ab 13. September 2021 nachgeschaut werden unter www.antiquaria-ludwigsburg.de

Im Vorfeld geben unter selbiger Webseite das Sammler-Ehepaar Akka und Wulf von Lucius sowie der Schriftsteller Ingo Schulze in zwei Videos „Einblick in das Werk des Preisträgers".


26. Juli 2021

Für die Handbibliothek
Von Aachen bis Zwickau – Städtealben von Robert Geissler

Es ist etwas aus der Mode gekommen, Veduten oder historische Stadtansichten zu sammeln. Und das, obwohl sie sehr gut ermöglichen, städtebauliche Veränderungen und sich wandelnde Ideale architektonischer und landschaftlicher Schönheit zu dokumentieren. Die hohe Zeit der Veduten war das 19. Jahrhundert, als es mit dem Aufkommen der Lithographie und des Holzstiches möglich wurde, sie zu günstigen Preisen in großer und immer größerer Zahl zu verbreiten. Ein Künstler, der sich dieser Techniken gut zu bedienen wusste, war der aus Göttingen gebürtige Robert Geissler (1819–1893). Unser Mitglied Eckhard Jäger, der bereits mit anderen Arbeiten zur Kartographie und Vedutenforschung hervorgetreten ist, hat nun eine neue Publikation herausgebracht:

Robert Geissler (1819–1893). Ein Zeichner von 2000 Veduten. Bibliographie und Oeuvrekatalog.
ISBN 978-3-95966-580-3

Der Katalog strebt Vollständigkeit an und verzeichnet in alphabetischer Reihenfolge die Städtealben, Handzeichnungen und die als Einzelblätter erschienenen lithographierten Stadtansichten. Den Abschluß bildet ein chronologisches Verzeichnis der Holzstichillustrationen.

www.antiquare.com

www.verlag-rockstuhl.de


19. Juli 2021

In quest of the blue flower
Brigitte Reh – Katalog 11: Deutsche Romantik

Nahezu alles, was die deutsche Romantik an wichtigen literarischen Erzeugnissen zu bieten hat, findet sich im Katalog 11 von Brigitte Reh aus Berlin: Des Knaben Wunderhorn, Gockel, Hinkel und Gakeleia, Peter Schlehmihl’s wundersame Geschichte, Eichendorffs Gedichte, die Undine de la Motte Fouques, die Phantasien im Bremer Rathskeller, das Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes, die Gedichte von Heinrich Heine und Friedrich Hölderlin, Die Elixiere des Teufels und Prinzessin Brambilla, Die Familie Schroffenstein, Eduard Mörikes Gedichte und die Schriften Novalis‘, das Athenaeum und die Phantasien über die Kunst sowie gegen Ende des 84 Nummern umfassenden Kataloges tauchen noch Ausgaben der Gedichte von Uhland und Waiblinger auf. Allein diese Konzentration auf das Wesentliche ist schon eine ausführlichere Berichterstattung wert, als sie hier geliefert werden kann. Jedoch besonders bemerkenswert an diesem Angebot ist, dass viele Titel in gut erhaltenen Meistereinbänden bekannter wie auch nicht zu identifizierender Buchbinder meist des 19. Jahrhunderts vorliegen sowie eine gute oder gar hervorragende Provenienz aufweisen: J. F. von Cotta, N. Graf von Esterházy, K. Goedeke, E. Grisebach, E. L. Hauswedell, V. von Klemperer, Fr. Prinz zu Lippe, H. L. Merkle oder auch L. Graf York von Wartenburg. Einige Titel sind nicht im engeren Sinne der Romantik zuzurechnen, seien aber trotzdem kurz erwähnt: Goethes West-östlicher Divan – ein »sehr schönes, nahezu fleckenfreies Exemplar im völlig unbeschnittenen Originalzustand«, vier Werke von Hammer-Purgstall, darunter Motenebbi »in einem ungewöhnlich reich dekoriertem Romantiker-Geschenkband«, sehr wahrscheinlich eines Wiener Meisters, sowie acht Bände verschiedenen Inhalts in ebenfalls schönen Romantiker-Einbänden.

Antiquariat Reh Berlin
Niebuhrstraße 77
10629 Berlin
Telefon 030 / 88 00 11 58
www.antiquariat-reh.com
brigitte_reh[at]yahoo[dot]de


16. Juni 2021

Detlef Thursch (1952–2021)

Mit großer Bestürzung haben wir gestern vom plötzlichen Tod unseres Kollegen Detlef Thursch erfahren.
Detlef Thursch betrieb in den 90er Jahren ein Ladenantiquarat und gründete die Antiquariatsmesse Düsseldorf. Heute sind ihm, die an die klassischen Buchmessen in Leipzig und später auch in Frankfurt gekoppelten Antiquariatsmessen, sowie zahlreiche kleinere Verkaufsveranstaltungen deutschlandweit zu verdanken. Mit immer wieder neuen Ideen hat er damit vielen Antiquarinnen und Antiquaren aus ganz Europa ein Schaufenster geboten. Wir verlieren mit ihm einen derjenigen, die in den letzten 20 Jahren die Welt des Verkaufens und Sammelns von seltenen Büchern in Deutschland maßgeblich mitgeprägt haben. Seiner Familie gehört unser aufrichtiges Mitgefühl.


7. Juni 2021

Die bunte Welt.
Katalog 65 vom Antiquariat Sabine Keune, Aachen.

106 Kinderbücher von 1860 bis zur Gegenwart, sorgfältig ausgewählt unter dem Aspekt der künstlerischen Bilderbuchillustration. Jedes der angebotenen Bücher ist mit einer Abbildung versehen.
Namensgeber des Kataloges ist Otto Neurath. Sein, 1929 in Wien erschienener, Titel »Die bunte Welt« stellt einen Klassiker in der graphischen Vermittlung mathematischer Sachverhalte für Kinder dar (1900 EUR).
Lassen Sie sich in die internationale und vielfältige Welt der künstlerischen Kinderbuchillustration entführen. Angefangen von Wanda Gags Kaninchen-ABC »The ABC-Bunny. New York, 1933« (680 EUR), über 40 Lithographien des erst 13-jährigen belgischen Künstlers Baltusz, mit Vorwort von R.M. Rilke »Mitsou. Zürich, Leipzig, 1921« (1900 EUR) zu den englischen Klassikern der modernen Kinderbuchillustration Caldecott und Crane, mit jeweils 4 bzw. 2 Titeln vertreten. Damit nicht genug folgen die wunderbare Schülerin des Wiener Jugendbuchkünstlers Franz Cizek. »Ilse Breit: Kindersommer, Leipzig, 1924« (780 EUR), Otto Schuberts Vorzugsausgabe, in nur 65 Exemplaren auf Japan, des »Bilderbuch(s) für Tyll und Nele« (3200 EUR) und die, immer wieder faszinierenden russischen Kinderbüchern der 20er und 30er Jahre, mit ihrer avantgardistischen Gestaltung und einem beeindruckenden Fluss-Panorama der aus Georgien stammenden Künstlerin Alexandra Exter »Panorama du Fleuve« (440 EUR).

Antiquariat Sabine Keune
Kupferstraße 15
52070 Aachen
Telefon +49 (0) 2 41 / 90 07 27 47
s.keune[at]t-online[dot]de
www.antiquariat-keune.eu


Stuttgart 2022 zu Gast in Ludwigsburg

31. Mai 2021

Die Antiquariatsmesse Stuttgart muss 2022 temporär umziehen.

Bedingt durch anstehende bzw. sich verzögernde Bauarbeiten im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart kann sie im kommenden Winter nicht dort stattfinden.

Der Vorstand des Verbandes hat nun für 2022, mit dem Ludwigsburger Forum am Schlosspark (→ www.forum.ludwigsburg.de), eine hervorragende Alternative gefunden.

Der geänderte Messestandort bietet sehr geeignete Räumlichkeiten und perfekte logistische Bedingungen. Bitte notieren Sie auch den, in Abstimmung mit der Antiquaria Ludwigsburg, gefundenen neuen Termin für die 60. Antiquariatsmesse Stuttgart: 18. bis 20. Februar 2022.


20. April 2021

Drei Länder – eine neue Messe:
folium.digital – die Antiquariatsverbände der Schweiz, Österreichs und Deutschlands starten gemeinsame digitale Initiative

folium.digital ist eine neue, gemeinsam von den Verbänden der Schweiz, Österreichs und Deutschlands organisierte, virtuelle internationale Antiquariatsmesse. Die drei deutschsprachigen Verbände wollen ihre Kontakte und Kräfte bündeln und auf der gemeinsamen kulturellen Tradition aufbauen.

Die Messeplattform ist zweisprachig in Deutsch und Englisch und bietet somit Ausstellern und Besuchern, auch aus den nichtdeutschsprachigen Regionen und Ländern, die Möglichkeit der Teilnahme.

folium.digital startet am Donnerstag, den 10. Juni und ist bis einschliesslich 12. Juni 2021 online geschalten. Alle teilnehmenden Antiquariate und Galerien können jeweils bis zu 20 Objekte anzeigen und diese mit bis zu 10 Fotos illustrieren. 

Interessenten können sich unter folgendem Link anmelden: 

http://folium.digital/antiquaredigital/registrierung_form.asp


(Post-)Inkunabeln, Einbände, Luxemburgica

Peter Fritzen – Katalog Mai 2021

7. Mai 2021

Ein wahrhaft europäischer deutscher Kollege ist Peter Fritzen. Sein Antiquariat in Trier liegt am äußersten Rand Deutschlands aber nah an unseren westlichen Nachbarn und mitten in einer reichen vielsprachigen Kulturlandschaft, deren Ursprünge in der Römerzeit liegen. Das spiegelt sich in den teilweise dreisprachigen Beschreibungen und vor allem natürlich in seinem Angebot: theologische und juristische Inkunabeln und Postinkunabeln, landesspezifische wie auch thematisch weit gestreute Publikationen der folgenden Jahrhunderte bis hin zur Moderne – vertreten durch ein Fotoalbum aus dem Umkreis der Lebensreform am Beginn des 20. Jahrhunderts (3500 EUR). Ein besonderes Faible hat Peter Fritzen für schöne Einbände, seien es diejenigen der Jahre um 1500, um deren Zuordnung an einzelne Buchbinderwerkstätten er sich akribisch kümmert, seien es Gesamtausgaben wie  Goethes »Werke. Ausgabe letzter Hand«, gebunden vom Berliner Hofbuchbinder A. Mossner (2800 EUR) oder F.-X. de Fellers »Dictionnaire historique« (1821–1823), gebunden durch den Buchbinder der Stadtbibliothek Brügge J. H. Van Est (650 EUR). Außerdem hat er eine Folge von Gesangbüchern unterschiedlicher Regionen im Angebot, unter denen die »Neue Sammlung auserlesener evangelischer Lieder oder vollständigeres Gesangbuch« (Bayreuth 1789) in einem mit reichlich Gold geprägtem Rokoko-Einband hervorsticht (780 EUR).

Neben Büchern offeriert Peter Fritzen auch Handschriften wie z. B. den 29 farbig gezeichnete Tafeln enthaltenden »Versuch über die Anwendung der Minen im Belagerungskriege« nach Heinrich von der Lahrs gleichnamigen Werk. Die erste vollständige Publikation des »Versuchs« scheiterte am Einspruch Friedrichs II. in den späten 1770er Jahren, die zweite komplette Auflage erschien posthum 1817. »Eine genauere Untersuchung wäre nötig, um das Verhältnis zwischen dem vorliegenden Manuskript und den beiden Drucken zu klären«, merkt Fritzen lapidar an (6000 EUR).

Landkarten und Ansichten nicht nur seiner Region finden sich ebenfalls – so der fünf Kupferstiche umfassenden Satz der Welt- und Kontinentkarten aus dem »Theatrum OrbisTerrarum« von W. J. Blaeu von 1635 (35.000 EUR). Bei den Ansichten hat Peter Fritzen in diesem Katalog den Schwerpunkte auf Luxemburg und seine Umgebung gelegt: die komplette neun Blätter umfassende Folge »Vues de Luxembourg« von J. B. Fresez und J.-N. Bernard von 1828/29 (14.000 EUR) und das aus sechs Lithographien bestehende »Saar-Album« von Peter Becker, das 1861 in Frankfurt am Main erschienen ist (18.000 EUR). Es ist nur folgerichtig, dass die letzten sieben Positionen des 100 Nummern umfassenden Kataloges Pläne und Karten von Luxemburg aus einer kürzlich erworbenen Sammlung zeigen.

Antiquariat Peter Fritzen
Ostallee 45
54290 Trier
Telefon (0651) 436 76 73
www.antiquariat-fritzen.com
antiquariat-fritzen[at]t-online[dot]de

 

 

Verband Deutscher Antiquare e.V.

Geschäftsstelle: Norbert Munsch
Seeblick 1, 56459 Elbingen
Fon +49 (0)6435 909147
Fax +49 (0)6435 909148
E-Mail buch[at]antiquare[dot]de