26. Januar 2022

Zuletzt erschienen

Für gemütliche winterliche Leseabende empfehlen wir folgende
Antiquariatskataloge:

Antiquariat Engel & Co. »Antiquariatskatalog 214«: Ein klassischer
Antiquariatskatalog mit Angeboten aus den Gebieten der Literatur,
Philosophie, Naturwissenschaften, der Geographie und
Reisebeschreibungen. Vom »Bildermann«, herausgegeben von Paul Cassirer,
modernen Pressendrucken, einem »Kreutterbuch« von Bock bis zur
Beschreibung von »Central-Asien« durch Alexander von Humboldt. 684
Nummern, davon 187 Titel ausführlicher beschrieben.

Engel & Co. GmbH
Alexanderstraße 11
70011 Stuttgart
Tel.: (0711) 240413
www.buch-engel.de
info[at]buch-engel[dot]de    


Antiquariat Dieter Eckert »Katalog 88«: Ein reich illustrierter Katalog
zur Literatur, Kunst und Fotografie. Angefangen bei Aristophanes im 16.
Jahrhundert, zeitgenössischen Ausgaben deutscher klassischer Literatur
sowie zahlreichen Titeln der Literatur und Kunst des 20.Jahrhunderts.
Insgesamt 500 Nummern.

Antiquariat Dieter Eckert
Plantage 13
28215 Bremen
Tel.: (0421) 72204
www.antiquariat-eckert.de
info[at]antiquariat-eckert[dot]de    


Antiquariat Dr. Wolfgang Wanzke »Von der Alchemie zur Chemie und Pharmazie«:
Nur als e-Katalog erschienen wird in 40 Titeln aus der Zeit von 1550 bis
1817 der Übergang von verschiedenen Strömungen der Alchemie zu den
neuzeitlichen Wissenschaftsdisziplinen Chemie und Pharmazie dokumentiert.

Antiquariat Dr. Wolfgang Wanzke
Hörbrotstraße 3
86150 Augsburg
Tel.: (0821) 49700470
www.antiquariat-wanzke.de
Antiquariat.Wanzke[at]t-online[dot]de

Die beiden gedruckten Kataloge können jeweils bei den Antiquariaten
bestellt werden, der e-Katalog ist auf der Homepage des Antiquariats zu
finden.


19. Januar 2022

"Sammeln – Eine Leidenschaft" - Die Veranstaltungsserie der Antiquariatsmesse Stuttgart 2022


Der Verband Deutscher Antiquare lädt zur neuen Auflage der Veranstaltunsreihe "Das Rote Sofa Online" mit Sammlern, Autoren, Journalisten, Bibliothekaren und Antiquaren, die alle die Liebe zum Buch verbindet und die leidenschaftliche Botschafter ihrer Branche sind. 

Was bedeutet heute noch der Aufbau einer Sammlung? Was verbirgt sich hinter den Sammlungen, denen wir begegnen? Was ist ihre Geschichte und wer sind die Menschen, die sie zusammengetragen haben? Wie werden Sammlungen gefördert, präsentiert, und wie zeigt sich die bibliophile Welt in der heutigen Öffentlichkeit?
Wer waren die frühen Sammler und welchen Einfluß sehen wir bis heute?
Und wo entdecken wir heute in Deutschland wunderbare Bücherschätze, Bibliotheken, literarische Stätten und Museen, die inspieren lassen?

Weitere Informationen und Links zur Registrierung HIER

 

 


15. Januar 2022

Die Bookophile-Kolumne

In einer Kooperation mit Bookophile werden wir ab jetzt regelmäßig auf deren, etwas andere Buchbeschreibung, verlinken. Freuen Sie sich mit uns auf verschiedene Blickwinkel auf, Herangehensweisen an und Beschreibungen von Büchern und Drucken.


Aal, Aprikosen und Agtstein: Die bayerische Maut- und Akzisen-Ordnung
Eine bayerische Zollordnung aus dem Jahr 1765 gibt uns einen Einblick in den Alltag der Bevölkerung: Was wurde auf den Straßen transportiert, wie wurde versteuert, und warum hielt sich die Subsistenz-Wirtschaft bis ins 19. Jahrhundert?

zum Artikel → https://bookophile.com/aal-aprikosen-und-agtstein-die-bayerische-maut-und-akzisen-ordnung/ 


21. Dezember 2021

Rückblick 2021 – Perspektiven 2022

Sibylle Wieduwilt, seit 2016 Vorsitzende des Verbandes und Inhaberin des Antiquariats Tresor am Römer in Frankfurt, stellt sich den Fragen von Björg Biester, Redakteur der Zeitschrift »Aus dem Antiquariat«
Interview lesen (PDF)


2. Dezember 2021

Mit Schulwandbildern Erinnerungen wecken
Ein Bericht von Dr. Markus Brandis über das soziale Engagement der Antiquarin Regina Kurz 

Wie wirkt ein Buch? Wie eine Farbtafel? Wie ein Text, ein Gedicht oder ein Märchen? Fragen, die sich Antiquare vor allem in Bezug auf die Wirtschaftlichkeit stellen, an die sich unmittelbar die entscheidende Frage anschließt: »Wer zahlt mir was dafür?«. Eine ganz andere Dimension ihres Antiquariats im malerischen Oberaudorf mit grandiosem Alpenblick öffnet sich Regina Kurz bei ihren wöchentlichen Besuchen im Caritas Altenheim St. Peter in Mühlbach bei Kiefersfelden, die schon zu einer festen Institution im Programm wurden und auf die sie sich alle freuen: die Pflegerinnen und Pfleger, die Vortragende und vor allem die Seniorinnen und Senioren, die oft schon Minuten vorher ihren Platz eingenommen haben und in freudiger Erwartung des Vortrags harren.

Anhand von historischen Schultafeln – großformatige Kartons mit Chromolithographien in leuchtenden, schimmernden Farben – präsentiert Regina Kurz jedes Mal ein anderes Thema: »Schule«, »Pilze«, »Post«, »Hund und Katze«, »Mode«, »Mahlzeit – Geschichten rund ums Essen«, »Teich – Leben am Teich«. Dazu finden sich gewöhnlich 10–25 Leute ein, Senioren mit körperlichen oder kognitiven Behinderungen, mit Gehhilfen und in Begleitung der Pfleger. Sie bestaunen die Tafeln, die Frau Kurz ihnen immer wieder auch einzeln vorhält, indem sie die abgebildeten Dinge erklärt. Zusätzlich verteilt sie Farbausdrucke mit jeweils 6–7 Motiven, die sie sorgsam laminiert hat und austeilt: »Jeder bekommt ein Bild in die Hände, dann werden die Senioren ruhiger – und ich bekomme mit, was sie anspricht, was sie interessiert«. Zu jedem Treffen bringt sie drei Bücher mit, die ihre Zuhörer auch in die Hände bekommen, das Leder oder die Prägung des Einbandes streicheln können und sichtbar Wohlgefallen an diesem haptischen Erlebnis haben. 

»40–45 Minuten ist das Maximum an möglicher Konzentrationszeit«, stellt Frau Kurz fest. Letztens war das Thema »Apfel« dran, es weckte Erinnerungen an die Kindheit, an die Jugend. Dazu trug Regina Kurz das Weihnachtsgedicht »Der Bratapfel« vor. »Das haben wir im Backofen gemacht!« meldet sich eine Seniorin. Überhaupt freut sich Regina Kurz über jede Reaktion. »Ringelnatzgedichte mögen sie immer, auch Wilhelm Busch weckt schnell Erinnerungen – da werden die Verse dann auswendig weiteraufgesagt«. Liebesgedichte erfreuen sich ebenfalls großer Beliebtheit, »gerne etwas Melancholisches, aber bloß nichts Gruseliges«.

Weltkrieg, Flucht, Vertreibung, Hunger, Angst, das sind alles keine Themen für die lehrreiche Unterhaltung. Aber unterschwellig schwingt es mit, es ist ja die Generation, die den Krieg noch miterlebt hat. Bei Thema »Schule« erzählt eine Seniorin aus Berlin, dass es irgendwann keine Schule mehr gab, sie war ausgebombt. Beim Thema »Apfel« erinnert sich ein Herr, dass sie aus dem Pfarrersgarten Äpfel vom Baum geklaut haben. Kein Streich von Jungs, sondern eine Notwendigkeit, um als Flüchtlinge zu überleben. Meistens bleibt es aber heiter. 

Einmal ging es um das Thema »Mittelalter«, um Burgen, Ritter und hübsche Burgfräulein. Dazu liest Frau Kurz dann Märchen vor »gnadenlos gekürzt, das darf nicht länger als 5 Minuten dauern, eine DIN A4 Seite langt!«. 

 »Es ist so wunderbar, anderen etwas zu geben. So komme auch ich in eine Welt hinein, die mir im Täglichen meist doch recht fern ist. Und ich erfahre den Wert der Bücher wieder aus einer ganz anderen Perspektive«. Einige Senioren schlafen zwischendurch auch mal ein, doch am Ende wird immer wieder auch geklatscht und Frau Kurz geht mit den dankbaren Augen ihres Publikums nach Hause, um das Thema für die nächste Woche vorzubereiten.

 

Bildmaterial: Regina Kurz, Antiquariat Rainer Kurz, Oberaudorf 

 

 

Verband Deutscher Antiquare e.V.

Geschäftsstelle: Norbert Munsch
Seeblick 1, 56459 Elbingen
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