26. Juli 2021

Für die Handbibliothek
Von Aachen bis Zwickau – Städtealben von Robert Geissler

Es ist etwas aus der Mode gekommen, Veduten oder historische Stadtansichten zu sammeln. Und das, obwohl sie sehr gut ermöglichen, städtebauliche Veränderungen und sich wandelnde Ideale architektonischer und landschaftlicher Schönheit zu dokumentieren. Die hohe Zeit der Veduten war das 19. Jahrhundert, als es mit dem Aufkommen der Lithographie und des Holzstiches möglich wurde, sie zu günstigen Preisen in großer und immer größerer Zahl zu verbreiten. Ein Künstler, der sich dieser Techniken gut zu bedienen wusste, war der aus Göttingen gebürtige Robert Geissler (1819–1893). Unser Mitglied Eckhard Jäger, der bereits mit anderen Arbeiten zur Kartographie und Vedutenforschung hervorgetreten ist, hat nun eine neue Publikation herausgebracht:

Robert Geissler (1819–1893). Ein Zeichner von 2000 Veduten. Bibliographie und Oeuvrekatalog.
ISBN 978-3-95966-580-3

Der Katalog strebt Vollständigkeit an und verzeichnet in alphabetischer Reihenfolge die Städtealben, Handzeichnungen und die als Einzelblätter erschienenen lithographierten Stadtansichten. Den Abschluß bildet ein chronologisches Verzeichnis der Holzstichillustrationen.

www.antiquare.com

www.verlag-rockstuhl.de


19. Juli 2021

In quest of the blue flower
Brigitte Reh – Katalog 11: Deutsche Romantik

Nahezu alles, was die deutsche Romantik an wichtigen literarischen Erzeugnissen zu bieten hat, findet sich im Katalog 11 von Brigitte Reh aus Berlin: Des Knaben Wunderhorn, Gockel, Hinkel und Gakeleia, Peter Schlehmihl’s wundersame Geschichte, Eichendorffs Gedichte, die Undine de la Motte Fouques, die Phantasien im Bremer Rathskeller, das Schatzkästlein des rheinischen Hausfreundes, die Gedichte von Heinrich Heine und Friedrich Hölderlin, Die Elixiere des Teufels und Prinzessin Brambilla, Die Familie Schroffenstein, Eduard Mörikes Gedichte und die Schriften Novalis‘, das Athenaeum und die Phantasien über die Kunst sowie gegen Ende des 84 Nummern umfassenden Kataloges tauchen noch Ausgaben der Gedichte von Uhland und Waiblinger auf. Allein diese Konzentration auf das Wesentliche ist schon eine ausführlichere Berichterstattung wert, als sie hier geliefert werden kann. Jedoch besonders bemerkenswert an diesem Angebot ist, dass viele Titel in gut erhaltenen Meistereinbänden bekannter wie auch nicht zu identifizierender Buchbinder meist des 19. Jahrhunderts vorliegen sowie eine gute oder gar hervorragende Provenienz aufweisen: J. F. von Cotta, N. Graf von Esterházy, K. Goedeke, E. Grisebach, E. L. Hauswedell, V. von Klemperer, Fr. Prinz zu Lippe, H. L. Merkle oder auch L. Graf York von Wartenburg. Einige Titel sind nicht im engeren Sinne der Romantik zuzurechnen, seien aber trotzdem kurz erwähnt: Goethes West-östlicher Divan – ein »sehr schönes, nahezu fleckenfreies Exemplar im völlig unbeschnittenen Originalzustand«, vier Werke von Hammer-Purgstall, darunter Motenebbi »in einem ungewöhnlich reich dekoriertem Romantiker-Geschenkband«, sehr wahrscheinlich eines Wiener Meisters, sowie acht Bände verschiedenen Inhalts in ebenfalls schönen Romantiker-Einbänden.

Antiquariat Reh Berlin
Niebuhrstraße 77
10629 Berlin
Telefon 030 / 88 00 11 58
www.antiquariat-reh.com
brigitte_reh[at]yahoo[dot]de


16. Juni 2021

Detlef Thursch (1952–2021)

Mit großer Bestürzung haben wir gestern vom plötzlichen Tod unseres Kollegen Detlef Thursch erfahren.
Detlef Thursch betrieb in den 90er Jahren ein Ladenantiquarat und gründete die Antiquariatsmesse Düsseldorf. Heute sind ihm, die an die klassischen Buchmessen in Leipzig und später auch in Frankfurt gekoppelten Antiquariatsmessen, sowie zahlreiche kleinere Verkaufsveranstaltungen deutschlandweit zu verdanken. Mit immer wieder neuen Ideen hat er damit vielen Antiquarinnen und Antiquaren aus ganz Europa ein Schaufenster geboten. Wir verlieren mit ihm einen derjenigen, die in den letzten 20 Jahren die Welt des Verkaufens und Sammelns von seltenen Büchern in Deutschland maßgeblich mitgeprägt haben. Seiner Familie gehört unser aufrichtiges Mitgefühl.


7. Juni 2021

Die bunte Welt.
Katalog 65 vom Antiquariat Sabine Keune, Aachen.

106 Kinderbücher von 1860 bis zur Gegenwart, sorgfältig ausgewählt unter dem Aspekt der künstlerischen Bilderbuchillustration. Jedes der angebotenen Bücher ist mit einer Abbildung versehen.
Namensgeber des Kataloges ist Otto Neurath. Sein, 1929 in Wien erschienener, Titel »Die bunte Welt« stellt einen Klassiker in der graphischen Vermittlung mathematischer Sachverhalte für Kinder dar (1900 EUR).
Lassen Sie sich in die internationale und vielfältige Welt der künstlerischen Kinderbuchillustration entführen. Angefangen von Wanda Gags Kaninchen-ABC »The ABC-Bunny. New York, 1933« (680 EUR), über 40 Lithographien des erst 13-jährigen belgischen Künstlers Baltusz, mit Vorwort von R.M. Rilke »Mitsou. Zürich, Leipzig, 1921« (1900 EUR) zu den englischen Klassikern der modernen Kinderbuchillustration Caldecott und Crane, mit jeweils 4 bzw. 2 Titeln vertreten. Damit nicht genug folgen die wunderbare Schülerin des Wiener Jugendbuchkünstlers Franz Cizek. »Ilse Breit: Kindersommer, Leipzig, 1924« (780 EUR), Otto Schuberts Vorzugsausgabe, in nur 65 Exemplaren auf Japan, des »Bilderbuch(s) für Tyll und Nele« (3200 EUR) und die, immer wieder faszinierenden russischen Kinderbüchern der 20er und 30er Jahre, mit ihrer avantgardistischen Gestaltung und einem beeindruckenden Fluss-Panorama der aus Georgien stammenden Künstlerin Alexandra Exter »Panorama du Fleuve« (440 EUR).

Antiquariat Sabine Keune
Kupferstraße 15
52070 Aachen
Telefon +49 (0) 2 41 / 90 07 27 47
s.keune[at]t-online[dot]de
www.antiquariat-keune.eu


Stuttgart 2022 zu Gast in Ludwigsburg

31. Mai 2021

Die Antiquariatsmesse Stuttgart muss 2022 temporär umziehen.

Bedingt durch anstehende bzw. sich verzögernde Bauarbeiten im Württembergischen Kunstverein in Stuttgart kann sie im kommenden Winter nicht dort stattfinden.

Der Vorstand des Verbandes hat nun für 2022, mit dem Ludwigsburger Forum am Schlosspark (→ www.forum.ludwigsburg.de), eine hervorragende Alternative gefunden.

Der geänderte Messestandort bietet sehr geeignete Räumlichkeiten und perfekte logistische Bedingungen. Bitte notieren Sie auch den, in Abstimmung mit der Antiquaria Ludwigsburg, gefundenen neuen Termin für die 60. Antiquariatsmesse Stuttgart: 18. bis 20. Februar 2022.


20. April 2021

Drei Länder – eine neue Messe:
folium.digital – die Antiquariatsverbände der Schweiz, Österreichs und Deutschlands starten gemeinsame digitale Initiative

folium.digital ist eine neue, gemeinsam von den Verbänden der Schweiz, Österreichs und Deutschlands organisierte, virtuelle internationale Antiquariatsmesse. Die drei deutschsprachigen Verbände wollen ihre Kontakte und Kräfte bündeln und auf der gemeinsamen kulturellen Tradition aufbauen.

Die Messeplattform ist zweisprachig in Deutsch und Englisch und bietet somit Ausstellern und Besuchern, auch aus den nichtdeutschsprachigen Regionen und Ländern, die Möglichkeit der Teilnahme.

folium.digital startet am Donnerstag, den 10. Juni und ist bis einschliesslich 12. Juni 2021 online geschalten. Alle teilnehmenden Antiquariate und Galerien können jeweils bis zu 20 Objekte anzeigen und diese mit bis zu 10 Fotos illustrieren. 

Interessenten können sich unter folgendem Link anmelden: 

http://folium.digital/antiquaredigital/registrierung_form.asp


(Post-)Inkunabeln, Einbände, Luxemburgica

Peter Fritzen – Katalog Mai 2021

7. Mai 2021

Ein wahrhaft europäischer deutscher Kollege ist Peter Fritzen. Sein Antiquariat in Trier liegt am äußersten Rand Deutschlands aber nah an unseren westlichen Nachbarn und mitten in einer reichen vielsprachigen Kulturlandschaft, deren Ursprünge in der Römerzeit liegen. Das spiegelt sich in den teilweise dreisprachigen Beschreibungen und vor allem natürlich in seinem Angebot: theologische und juristische Inkunabeln und Postinkunabeln, landesspezifische wie auch thematisch weit gestreute Publikationen der folgenden Jahrhunderte bis hin zur Moderne – vertreten durch ein Fotoalbum aus dem Umkreis der Lebensreform am Beginn des 20. Jahrhunderts (3500 EUR). Ein besonderes Faible hat Peter Fritzen für schöne Einbände, seien es diejenigen der Jahre um 1500, um deren Zuordnung an einzelne Buchbinderwerkstätten er sich akribisch kümmert, seien es Gesamtausgaben wie  Goethes »Werke. Ausgabe letzter Hand«, gebunden vom Berliner Hofbuchbinder A. Mossner (2800 EUR) oder F.-X. de Fellers »Dictionnaire historique« (1821–1823), gebunden durch den Buchbinder der Stadtbibliothek Brügge J. H. Van Est (650 EUR). Außerdem hat er eine Folge von Gesangbüchern unterschiedlicher Regionen im Angebot, unter denen die »Neue Sammlung auserlesener evangelischer Lieder oder vollständigeres Gesangbuch« (Bayreuth 1789) in einem mit reichlich Gold geprägtem Rokoko-Einband hervorsticht (780 EUR).

Neben Büchern offeriert Peter Fritzen auch Handschriften wie z. B. den 29 farbig gezeichnete Tafeln enthaltenden »Versuch über die Anwendung der Minen im Belagerungskriege« nach Heinrich von der Lahrs gleichnamigen Werk. Die erste vollständige Publikation des »Versuchs« scheiterte am Einspruch Friedrichs II. in den späten 1770er Jahren, die zweite komplette Auflage erschien posthum 1817. »Eine genauere Untersuchung wäre nötig, um das Verhältnis zwischen dem vorliegenden Manuskript und den beiden Drucken zu klären«, merkt Fritzen lapidar an (6000 EUR).

Landkarten und Ansichten nicht nur seiner Region finden sich ebenfalls – so der fünf Kupferstiche umfassenden Satz der Welt- und Kontinentkarten aus dem »Theatrum OrbisTerrarum« von W. J. Blaeu von 1635 (35.000 EUR). Bei den Ansichten hat Peter Fritzen in diesem Katalog den Schwerpunkte auf Luxemburg und seine Umgebung gelegt: die komplette neun Blätter umfassende Folge »Vues de Luxembourg« von J. B. Fresez und J.-N. Bernard von 1828/29 (14.000 EUR) und das aus sechs Lithographien bestehende »Saar-Album« von Peter Becker, das 1861 in Frankfurt am Main erschienen ist (18.000 EUR). Es ist nur folgerichtig, dass die letzten sieben Positionen des 100 Nummern umfassenden Kataloges Pläne und Karten von Luxemburg aus einer kürzlich erworbenen Sammlung zeigen.

Antiquariat Peter Fritzen
Ostallee 45
54290 Trier
Telefon (0651) 436 76 73
www.antiquariat-fritzen.com
antiquariat-fritzen[at]t-online[dot]de

 

 

Verband Deutscher Antiquare e.V.

Geschäftsstelle: Norbert Munsch
Seeblick 1, 56459 Elbingen
Fon +49 (0)6435 909147
Fax +49 (0)6435 909148
E-Mail buch[at]antiquare[dot]de