25. Mai 2022

Kataloge
Spezialkatalog: »Allgäu – Bayerisch Schwaben«

Vor kurzem ist die achte Folge der Katalogserie »Allgäu – Bayerisch Schwaben« erschienen. Seit 2004 gibt unser Kollege Christian Strobel aus Irsee diese Spezialkataloge heraus, die meist um die 500 Positionen enthalten.

Das Angebotsspektrum ist sehr vielfältig und bietet alle Bereiche des Antiquariatshandels, natürlich immer mit dem regionalen Bezug. Im aktuellen Katalog umfasst es u.a. die »Allgemeine Feuer-Ordnung für die Churpfalzbayerische Provinz in Schwaben im Jahre 1804« (160 €) und eine 1928 erschienene (Führerschein-)Lehrschrift der Augsburger Kraftfahrzeugschule von Josef Hauser (25 €). Auch die Broschur »Eröffnung der neuen Sportanlagen 30. April 1967. Fußball-Club Bad Wörishofen e. V.«, in welcher stolz darauf hingewiesen wird, dass Borussia Mönchengladbach das Einweihungsspiel gegen die Kreisauswahl Mindelheim bestreiten wird, ist enthalten (15 €). Große fundamentale Geschichtswerke wie F. L. von Baumanns »Geschichte des Allgäus« (1881–1895; 650 €) und die erste deutsche Ausgabe von Martin Crusius‘ »Schwäbischer Chronick« (1733; 2200 €) sind ebenfalls im Angebot.

Die Preisspanne, der meist ausführlich und immer sorgfältig und lesenswert annotierten Titel reicht von 10 bis 2500 €, der zeitliche Rahmen umfasst das 18. bis 20. Jahrhundert mit wenigen Titeln aus früheren Jahren. Für den Sammler von regionaler Literatur Bayerns sind diese Kataloge ein Muss, für Sammler anderer Gebiete eine spannende Lektüre, die zahlreiche Überraschungen enthalten. Die Kataloge erscheinen als Druckversion (auf Anforderung auch gerne als pdf) und werden erst nach einiger Laufzeit online einsehbar. Fortsetzung folgt.

Antiquariat Christian Strobel
Gebath Hang 9
87660 Irsee
Telefon (08341) 9661682
→ www.antiquariat-strobel.de
antiquariat-strobel[at]t-online[dot]de


20. Mai 2022

Bookophile
Der revolutionäre Spaziergänger

Sein Leben war ein Kampf: Als Soldat gegen den Feind, als Jurist gegen einen ungerechten Staat und als Autor gegen die Zensur. Johann Gottfried Seume gehört zu den bekanntesten Autoren der deutschen Aufklärung. Und er nahm in seinen Büchern kein Blatt vor den Mund.

zur Kolumne → https://bookophile.com/der-revolutionaere-spaziergaenger/ 


17. Mai 2022

Veranstaltungen
50. Seminar für Antiquare

Vom 5. bis 8. Mai hat in Berlin bei schönstem Wetter das Jubiläumsseminar für Antiquarinnen stattgefunden. Alle Teilnehmer waren sehr froh, nach zwei Jahren Pandemiepause alte Seminarbekannte wieder zu treffen wie auch neue und junge Kolleginnen und Kollegen kennen zu lernen. Ein großes herzliches Dankeschön geht an die Organisatoren, Alexis Cassel und Dr. Markus Brandis, unseren k. u. k. Hofphotographen Robert Schoisengeier und die Autorin des ausführlichen Seminarberichts Elena Jakobi. Diesen finden Sie hier: → Seminarbericht 2022
 


13. Mai 2022

Bücherlust
Über 50 Jahre Verbandsgeschichte

Wer die ersten 3 Bände der Erinnerungen von Godebert M. Reiß mit Begeisterung gelesen hat, wird sich schon auf diese Neuerscheinung freuen. Auf 78 Seiten begegnen dem Leser zahlreiche Persönlichkeiten des Antiquariatsbuchhandels aus der Perspektive eines Kollegen, der über viele Jahre den Handel mit alten Büchern und Grafiken in Deutschland mitbestimmt hat. Der vorliegende Band »Verband Deutscher Antiquare. Persönliche Erinnerungen an seine Geschichte bis zum Jahre 2000« leistet damit einen kurzweiligen Beitrag zur Geschichte der Branche.
Erschienen ist er in der Edition Vincent Klink im März 2022 in einer Auflage von 300 Exemplaren.

Preis:
15 € plus 2 € Porto

Bestellungen an:
Antiquariat Steinkopf
Hermannstraße 5
70718 Stuttgart 
mail[at]antiquariat-steinkopf[dot]de
Telefon: (0711) 2264021


9. Mai 2022

Veranstaltungen
Neuer Vorstand des Verbandes gewählt

Am Samstag, den 7. Mai 2022, fand nach einjähriger Unterbrechung die jährliche Mitgliederversammlung des Verbandes Deutscher Antiquare in der Mendelssohn-Remise in Berlin statt. Die hervorragende Arbeit von Sibylle Wieduwilt, die den Verband seit 2016 erfolgreich geführt hat, wurde mit großem Lob und einem langanhaltenden Applaus gewürdigt. Mit nahezu einstimmiger Mehrheit wurde der neue Vorstand gewählt: Vorsitzender – Dr. Markus Brandis (Auktionshaus Bassenge, Berlin); stellvertretender Vorsitzender – Meinhard Knigge (Antiquariat Knigge, Hamburg); Schatzmeister – Dieter Zipprich (Antiquariat Zipprich, Bamberg); Beisitzer – Elvira Tasbach (Antiquariat Tasbach, Berlin) und Christian Strobel (Antiquariat Strobel, Irsee).

Die Zusammensetzung des Vorstands, unter der Führung von Dr. Markus Brandis, mit teils langjährigen Vorstandsmitgliedern und dem neu dazugekommenen Christian Strobel, verspricht Kontinuität und Engagement für die Anliegen der Antiquarinnen und Antiquare.

Wir gratulieren zur Wahl und wünschen viel Erfolg bei der Bewältigung der Aufgaben.


8. Mai 2022

Bookophile
Der gelehrte Münzmeister: Reiner Budel

Da gibt es die Männer, die ein ganzes Leben lang Erfahrung sammeln. Und es gibt die Männer, die an Universitäten gelernt haben, wie sie ihr Wissen zu Papier bringen. Und dann gibt es einige wenige, die über Erfahrung und Universitätswissen verfügen. Zu ihnen gehörte Münzmeister Reiner Budel. Er verfasste ein einflussreiches Werk zur Münzkunde.

zur Kolumne → https://bookophile.com/der-gelehrte-muenzmeister-reiner-budel/  


6. Mai 2022

Messen
»Bücherlust«

Unser Kollege, VDA­-Mitglied Christoph Neumann in Berlin, plant dort eine neue Antiquariatsmesse. Sie wird für alle interessierten Kolleginnen und Kollegen, unabhängig davon, ob sie Mitglied im Verband Deutscher Antiquare sind, geöffnet sein. Christoph Neumann will ein deutliches Signal senden, dass der Antiquariatshandel für neue Überlegungen und Ideen offen ist und damit versucht, die für den stationären Handel schwierigen Corona-Jahre vergessen zu machen.

Termin:
10. und 11. September 2022

Ort:
alte Tribünen-Halle der Trabrennbahn Karlshorst
Treskowallee 159, 10318 Berlin
200 m vom S-Bhf.-Berlin Karlshorst (S3)

Messezeiten:
Sa. 10. September 2022 (10–17 Uhr)
So. 11. September 2022 (10–17 Uhr)

Stände und Kosten:
Das Grundmodul besteht aus einem farblich einheitlich gedeckten Tisch (180 x 80 cm) mit Stuhl und Papierkorb und ist multiplizierbar. Es kostet 200 EUR plus 19% Umsatzsteuer. Selbst mitgebrachte Vitrinen und Stellwände können es erweitern. Ein Ausstellerparkplatz auf dem Gelände der Rennbahn ist im Preis enthalten.

Die Messe in der Trabrennbahn Karlshorst:
Vom Drill der preußischen Kavallerie und Junkertum bis zum Wettbüro und Projektentwicklung zeigt die Rennbahn Karlshorst in ihrem, die Zeit überdauerndem Charme, ihre zeitlose Stellung in der Berliner Stadtgeschichte. Namen der Familien Treskow und Wilamowitz verbinden sich mit diesem Ort. Genau wie die wechselvolle Geschichte Berlins spiegelt sich hier die Zeit des Wandels. Alte Bauten neben Pferdekoppeln. Marktstände um die Rennbahn zwischen Fernsehturm und BER.

Während die Antiquare in der Halle ihrem Treiben nachgehen, wird auf dem weitläufigen Gelände der alten Rennbahn das pralle Leben eines der größten Antikmärkte Deutschlands mit hunderten von Ständen toben, den Regina Pröhm und Michael Schrottmeyer mit der Unternehmung Oldthing.de betreiben. Diese eingeführte Veranstaltung bringt etwa 20.000 Besucher am Wochenende auf das Geläuf der Rennbahn und die angrenzenden Flächen.

Kontakt und weitere Informationen:

Antiquariat Christoph Neumann Berlin
Duisburger Straße 18
10707 Berlin
Deutschland
Telefon: 0049 (0)30 22 19 38 82
Mobil: 0049 (0)178 540 90 18
info[at]antiquariat-neumann[dot]de


3. Mai 2022

Bücherlust
Unter Büchern stirbt sich's schöner
»Mord in der Buchhandlung. 14 Todesfälle zwischen den Zeilen«, rezensiert von Barbara van Benthem

Warum liegen Leichen heutzutage gerne in Buchhandlungen und Antiquariaten? Es ist unlogisch. Die Gänge zwischen den Bücherregalen sind zu eng für einen sachgerechten Leichentransport. In eine Bananenkiste passen nur ganz kleine Leichen. Lesen können Leichen längst nicht mehr, und die vorangegangene grausame Bluttat hinterlässt unschöne, preismindernde Blutspuren in Erstausgaben. Vom klassischen Betonfuß bis zum Bahnhofsschließfach gibt es zahllose besser geeignete Locations, um eine Leiche verschwinden zu lassen. Aber nein, die moderne Leiche findet ihre vorletzte Ruhestätte zwischen Bücherstapeln. Warum nur erscheint ein Antiquar als Privatdetektiv smarter als Inspektor Colombo, Börne und Thiel, ein Bankbeamter oder ein Pommesbudenbesitzer?

»14 Todesfälle zwischen den Zeilen« junger Krimiautoren hat Thomas Kastura in seinem neuen Buch »Mord in der Buchhandlung« versammelt. Getötet wird in Leseecken, auf Bücherinseln, Bestsellerlisten, unter dem Ladentisch, in Schaufenstern, auf Bücherständern und in gefüllten Regalen – also überall dort, wo es streng genommen unpraktisch, unhandlich, unrealistisch ist. Die manchmal klischeehaft anmutenden Erzählungen reichen m nicht an das schon im ersten Satz zitierte Vorbild der Brenner-Romane von Wolf Haas heran. Die klassische Haas'sche Krimieröffnung »Jetzt ist schon wieder was passiert« ist eben doch etwas anderes als »Er hat es schon wieder getan«, wie es am Beginn des ersten von Heike und Peter Gerdes erzählten Mordfalles dieses Buches heißt. Auch ein Titel wie »Ich lese, also spinn ich« kommt nur bedingt an die Vorlage von René Descartes heran. Und trotzdem: Die Lektüre ist spannend, kurzweilig, witzig und unterhaltsam. Ein Buch zum Weglesen – und Weiterverschenken.

Mord in der Buchhandlung. 14 Todesfälle zwischen den Zeilen. Hrsg. von Thomas Kastura. Gmeiner-Verlag 2021

→ Für alle, die die Brenner-Krimis noch nicht kennen, sei »Silentium« von Wolf Haas gänzlich ohne antiquarische Beteiligung empfohlen, erschienen als Rowohlt-Taschenbuch.

 


 

 

Verband Deutscher Antiquare e.V.

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Seeblick 1, 56459 Elbingen
Fon +49 (0)6435 909147
Fax +49 (0)6435 909148
E-Mail buch[at]antiquare[dot]de